24 Konstanzer Wirte sind Weihnachtsmann mit Baum und Päckchen
24. November 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, INSEL MAINAU, KONSTANZ, MEDIEN, MUSIK, SOZIALES, TOURISMUSDrei Jahre kein Christbaum auf größtem Weihnachtsmarkt am Bodensee –
Von der Markstätte bis Landungsplatz 153 Verkaufsbuden bis Glühwein
KONSTANZ. fsf/ Die Konstanzer Wirte sind der Weihnachtsmann auf größ- tem Weihnachtsmarkt am Bodensee mit 153 Verkaufsbuden inklusive Glühwein. Drei Jahre fehlte der „O- Tannenbaum“ auf der Konstanzer Marktstätte. Die Standbetreiber pro- testierten. Rigoros hatte die Stadt Konstanz den Baum von 23 auf zehn für die Stadt sowie Eingemeindung gestrichen. Darunter auch den auf der Marktstätte, wo seit 1989 der Weih- nachtsmarkt stattfindet. Davor war er zwei Jahre im historischen Konzil, auf dem Münsterplatz sowie in der Hus- senstraße. Seit gestern Abend steht wieder ein Weihnachtsbaum auf der Marktstätte am Kaiserbrunnen. Der Baum, eine gut acht Meter hohe Fichte, ist eine Initiative des Kons- tanzer Wirte- Kreises, wobei Graf Wilderich von Bodman den gut 15 Jahre alten Baum gespendet hat. Zum Baum gehören Geschenke sagten sich die 24 Gastronomen und ver-packten Päckchen in goldener und silberner Folie. Diese hängen jetzt mit einer Nummer am Baum. Die Geschenke sind ein Menü für sechs Personen inklusive ausgesuchter Weine, Jahreskarte für zwei Personen sowie Rosenball auf der Mainau, für zwei Personen Konzil- oder Fischmenü mit anschließendem Konzert der Südwestdeutschen Philharmonie im Konzil, Besuch der Eismeisterin plus einer Torte nach Wahl für zehn Personen oder ein Bauseminar mit anschließendem Essen für sechs Personen und andere Geschenke. Der bekannte Konstanzer Auktionator Carlo Karrenbauer wird die Päckchen am Sonntag den 20. Dezember, den 4.Advent am Weihnachtsbaum (wo sonst?) um 15 Uhr versteigern. Der Erlös geht an hilfsbedürftige Menschen für eine besinnliche Weihnacht. .
Im Dezember letzten Jahres protestierte der Konstanzer Kult-Gastronom Luigi Pesaro von „Old Mary’s Pub“: „Der größte Weihnachtsmarkt am Bodensee
ohne Christbaum wie geht das? Selbst in Bella Italia kommt es einen Weihnachtsbaum!“. Für den kleinen umtriebigen Italiener, der die Pizza sowie Hamburger nach Konstanz gebracht hat, ein Sakrileg und Verstoß gegen die urtypische deutsche Weihnacht. Als Betroffener, seit Jahrzehnten hat er einen Pizza-Stand auf dem Weih- nachtsmarkt, ging er mit seinen Kollegen vom Wirtekreis ins Gespräch. Der Beschluss: „Wenn der Marktbeschicker nicht fähig besorgen wir einen Weihnachtsbaum“. Bei Eröffnung des Weihnachtsmarktes am kommenden Samstag um 17 Uhr durch Ober- bürgermeister Horst Frank (leere Taschen, die Stadt hat kein Geld) wird der Baum weihnachtlich funkeln. Es spielt das Frei- zeitmusikcorps der Polizeidirektion Konstanz unter Leitung von Thomas Deggelmann. Am 6. Dezember um 17 Uhr kommt der St. Nikolaus mit Knecht Ruprecht auf den Weihnachtsmarkt beziehungsweise Marktstätte und be- schenkt die Braven, die anderen bekommen die Rute.
Der größte Weihnachtsmarkt am Bodensee von der Marktstätte zum Landungsplatz wächst dieses Jahr auf über 4000 qm Richtung See mit 153 Verkaufsbuden inklusive Glühweinständen. An die 70 Prozent der Verkäufer kommen aus der Region und haben ihren festen Stammplatz. Die weiteste Verkäuferin ist die 50-jährige Mary Namiti aus Kenia, die Kunsthandwerk aus ihrem afrikanischen Land anbietet. Der Marktbeschicker Heinrich Stracke „Verkauft wird was beim Publikum ankommt. Es muss nicht an jedem Stand Christbaumschmuck sowie Strohsterne sein“. Seit diesem Jahr ist Stracke erstmalig der alleinige Organisator ist. Er makelt die Vermietung von Standplätzen, wobei der laufende Meter 320 Euro kostet zuzüglich Strom und Versicherung. 30 Verkaufsbuden von 153 sind in seinem Besitz. Jeder der Verkäufer ist verpflichtet 100 Lose zu je 1 Euro zu kaufen. Jedes zweites Los, so der Organisator, ist ein Gewinn. Der Hauptgewinn ist dieses Jahr ein Fiat Panda mit Sonderausstattung. Bei 10.000 Euro liegt der Werbetat für den größten Weihnachtsmarkt am Bodensee. Es werden an die 400.000 Besucher erwartet.
Ist der Weihnachtsmarkt nächstes Jahr noch auf dem zentralen Platz Marktstätte Konstanz? 12 Händler wollen die Weihnachtsbuden weghaben. Ihr Argument:Â sie versperren ihre Schaufenster und damit ihre Werbefläche. In Kontrast sind 23 Geschäfte, ihnen gefällt der Weihnachtsmarkt. Sie wollen, dass der größte Weihnachtsmarkt am Bodensee auf ihrem Platz bleibt. Er belebt das Geschäft.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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