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8000 Pferdekilometer für ein Europa ohne Gentechnik

26. November 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, MOBILITY, NATUR, POLITIK, SOZIALES, ÜBERLINGEN

Ehepaar Schlegel klärte über Manipulation von Nahrung auf –

Planwagen war Kommandozentrale der „Vita- Activa- Tour“

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HEILIGENBERG. ds / fsf / 8000 Kilometer durch Europa über die Schweiz, Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, Holland, Tschechien bis Norddeutschland, zogen die irischen Tinker- Pferde „Paddy“ und Marc“ den Demo- Planwagen von Maria und Markus Schlegel aus Heiligenberg am Bodensee. Eineinhalb Jahre klärten die 31-jährige Masseurin und der 33-jährige Bootsbauer auf großen Plätzen der Hauptstätte sowie Universitäten über Gefahren der Genmanipulation auf. Sie setzen sich für eine regionale, biologisch wirtschaftende Landwirtschaft ein. Das Wissen über Gentechnik haben sie sich durch Fachliteratur sowie internationale Kongresse angeeignet. Ihre Prämisse ist Verantwortung für den Verbraucher, wobei sie keine Landwirte noch Wissenschaftler sind. Der Öko- Trip durch den Süden Europas kostete mit zwei Pferdestärken an die 65.000 Euro, worin die Kosten für die Kutsche mit Überbreite, Pferdefutter sowie gut 88 Hufeisen enthalten sind.

„Europa hat das Problem der Gentechnik noch im Griff, doch die Uhr tickt“ so der ehemalige Bootsbauer Markus Schlegel aus Heiligenberg am Bodensee. Seine Ehefrau Maria Schlegel „Man könnte meinen, dass wir in wunderbaren Zeiten leben. Denn das ganze Jahr können wir frische Tomaten und knackige Paprika kaufen und zu Essen gibt es in unseren Breitengraden genügend. Doch wo und wie wird all dieses produziert?“. Sie ist eine aktive Mitstreiterin gegen Gen- technik. Für die Zukunft sieht sie Gefahr durch geforderte Überproduktion mit Folge von variablen Schädlings-bekämpfungsmitteln, wobei diese nicht selten auf Kosten von Trinkwasser und Bevölkerung gehen werden. „Das Frühstück der Zukunft ist Gen- Food, wenn wir nicht rechtzeitig handeln“ so die Schlegels.

Auf ihrer Reise sprachen sie an der Universidad Politècnica de Valencia sowie an der „Escola Superior Agraria de Elvas“ 2 vita-activa-Tour-P-jpg_1vor Agrarstudenten. Des weiteres mit Vortrag bei der Portugie- sischen Umweltorganisation „Quercus und „Escola Superior Agraria de Castelo Branco“. In Deutschland an der Universität Halle von Prof. Dr. Hans-Hinrich Kaatz, der in seinen Forschun- gen zum Thema Gentechnik und Bienen den horizontalen Gen- transfer nachgewiesen hat, wobei sich GV-Gene anders als bislang angenommen behaup- ten und auf andere Organismen übertragen. Außer Schulen und Universitäten haben Markus und Maria Schlegel auf öffentlichen Plätzen gesprochen und hier Flyer verteilt, wobei es durchaus am Anfang Sprachschwierigkeiten gab, zum Englisch mussten sie Französisch, Spanisch und Holländisch lernen. Am Tag legten sie mit ihrem Pferdegespann in treuer Begleitung ihres Hundes „Fiona“ vielfach an die 20 Kilometer zurück. Von Gen-Feldern nahmen sie Erdproben für eine Kartierung mit. Nach Ihrer Aussage trafen sie in Spanien Biobauern die keinen Mais mehr anbauen, weil die Gefahr der Verunreinigung durch Gen- Mais viel zu hoch ist.

Markus und Maria Schlegel geben an, dass es durch Gentechnik langfristig zur Verringerung der Erträge bei GV-Pflanzen kommt, in Folge von Umweltschäden durch vermehrten Pestizideinsatz. Zum Beispiel beim Gen- Mais: Resistenzen entstehen, (Insekten werden resistent gegen das GV- Bt Toxin) dadurch müssen vermehrt Pestizide gespritzt werden – Gesundheitsschäden: z.B. Fruchtbar- keitsschäden bei Mäusen und Ratten, die Gen- Mais bzw. Gen- Soja fressen, was Labortests bewiesen haben sollen. Völlig ungeklärt sind für die Heiligenberger Gentechnik-Streiter die Aus- wirkungen auf die menschliche Gesundheit, da noch keine Tests vorliegen. Des weiteres prangern Markus und Maria Schlegel die Chemiekonzerne (fünf weltweit) an, die versuchen Landwirte (und damit die Verbraucher) mit GV-Saatgut zu manipulieren, wobei diese den Markt mit benötigten Spritzmitteln beherrschen. Für die streitigen Heiligenberger können Genpflanzen den Welthunger nicht bekämpfen sondern sind eher eine Gefahr für die Menschheit.

Zur ihrer entscheidenden Information über Gentechnik gehört die Einladung von Dr. Marijan Jost, “retired professor of Genetics and Plant Breeding President of ‘BIOS’ a NGO union for organic agriculture and environment protection” beim “2nd Mediterranean Conference on Organic Agriculture” in Dubrovnik Kroatien.  Bei der „Planet Diversity“ Konferenz in Bonn trafen sie die weltweit bekanntesten Aktivisten und Genforscher Vandana Shiva (Indien), Percy Schmeiser (Kanada), Autor Jeffrey Smith (USA) Dr. Artur Pusztai (Schottland) und Gerald Miles (England).

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Nach eineinhalb Jahren sind Markus und Maria Schlegel zurück am Bodensee. Sie informierten Tausende Menschen über die Gefahren der Gentechnik auf die Umwelt, die Gesundheit von Mensch und Tieren, sowie die wirtschaftlichen Folgen. Bei Ankunft wurden sie in Überlingen von vier weiteren Pferdekutschen begleitet. Im nachfolgender Demo im Kursaal sprach Martin Ott (Sativa) vom Saatgutzuchtbetrieb Schweiz sowie Ernst Schwald von der Bodensee-Akademie (Dornbirn – Österreich)

Die weitere Planung von Markus und Maria Schlegel sind ein Buch ihrer Kutschenreise über Aufklärung der Gentechnik, wobei dieses mehr als Reisebericht geschrieben sein soll. Aktuell steht für 7. Dezember eine Einladung zur ARD- Landesschau Baden-Württemberg an, wo sie über eineinhalb Jahre www.vita-activa-tour.eu berichten wollen.

Folgende Links informieren:

Bilder: Daniel Schauenburg

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