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Affenberg Salem kooperiert mit Heinz Sielmann-Stiftung

15. Oktober 2009 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, NATUR, PROMIS, TOURISMUS

Jeton zur Rettung der Berberaffen in Algerien oder Naturschutz-

Ornithologe Prof. Dr. Peter Bertold auf Promotion für Biotop-Bodensee


Affenberg-Sielmann 10-09 -P-046_1SALEM .fsf/ Der Affenberg Salem, größtes europäisches Affenfreigehege im Bodensee- hinterland, macht sich für die Heinz Sielmann- Stiftung stark, einer der großen Naturstif- tungen in Deutschland. Vom 19. bis 25. Oktober können die Besucher bei Eintritt in den 20-Hektar Park, in dem an die 200 Berberaffen leben, ent- scheiden ob sie ihren 1 – Euro Jeton der algerischen Natur- schutzorganisation „Amazer N’ Kefrida“ geben, oder der Naturschutzstiftung, die seit dem Jahre 2005 mit Biotop-Verbund Bodensee in über 100 Einzelprojekte 1,5 Millionen Euro investieren. Bei der Pressekonferenz warb Prof. Dr. Peter Bertold, weltweit einer der führenden Ornithologen, lang- jähriger Leiter des Max Plank-Instituts, der Vogelwarte Radolfzell, für die Stiftung. Seit dem Jahre 2005 ist der emeritierte Wissenschaftler Vorsitzender der Heinz Siel- mann-Stiftung, der Lenkungsgruppe Biotop-Bodensee. Im Gegensatz zur Natur bemüht sich die algerische Organisation, großteils Studenten, um den Erhalt der Berberaffen- Population, die in ihrem Heimatland geradezu ausgerottet wurden und immer wieder Tierhändlern zum Opfer fallen. Gleich der „Amazer N’ Kefrida“ hat sich der Besitzer von Affenberg Salem, der elsässische Baron Gilbert de Türckheim, vor über 30 Jahren entschieden die Berberaffen, die im Washingtoner Artenschutzab-kommen auf der Roten Liste stehen und zu den stark gefährdeten Tieren gehören, zu retten. In seinen vier Parks am Bodensee, Frankreich und England leben an die 800 possierliche Makaken in Freigehegen. Das sind gut zehn Prozent des Weltbestandes. In den 80er Jahren wurden von hier Hunderte Berberaffen in ihre Heimatländer Algerien und Marokko ausgewildert um die Population aufzufrischen.

Mainau - Augsb.Puppenk. 10-09 -P-045_1

Berberaffen, zugehörig den Makaken, leben heute im Riff-Atlas Gebirge, der Großen und Kleinen Kabylie sowie in der Schlucht von Chiffa. Sie sind stark gefährdet, weil der Lebensraum zerstört wird und sie in direkter Nahrungskonkurrenz zu großen Viehherden stehen, die zum Beispiel wichtige Wasser- stellen besetzen. Leider gelangen die pos- sierlichen Affenbabys auch immer wieder in den Tierhandel. Die algerische Natur- schutzorganisation „Amazer N’ Kefrida“ ver- sucht dieser Entwicklung gegenzusteuern. Sie hat ein beachtliches Hilfsprogramm aufgebaut um die bedrohte Art zu schützen beziehungsweise zu retten. Sie gehen u.a. in Schulen und Dörfer um der Bevölkerung die bedrohte Affenart zu vermitteln. Durch ihre Aufklärungsaktionen versucht die Organisation auch die Zahl illegal gefangener Affenbabys einzudämmen und bei der algerischen Bevölkerung ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es sich bei den Berberaffen um eine seltene und schützenswerte Art handelt.

Zu den Großprojekten der Heinz Sielmann-Stiftung, gegründet im August 1994 von dem international bekannten Tierfilmer Prof. Heinz Sielmann, der im Jahre Affenberg-Sielmann 10-09 -P-120_12006 verstarb, gehören die „Sielmanns-Naturlandschaft Döberitzer- Heide“ bei Berlin mit 3.500 Hek- tar, einem ehemaligen Trup- penübungsplatz von der Kai- serzeit, Roten Armee bis Bundeswehr sowie das so ge- nannte „Grüne Band Eichsfeld-Werratal“ an der innerdeutschen Sektorengrenze von der Ostsee bis Thüringer-Wald auf 1000 Kilometern, wovon die Stiftung an die acht Kilometer mit Aus- dehnung auf 130 Kilometer be- treut. Die Kosten der Renatu- rierung liegen für die Groß- projekte bei rund 15 Millionen, wovon der Bund sowie die Länder den „Löwenanteil“ über- nehmen. Das Spendenauf- kommen der Heinz-Sielmann-Stiftung lag im Jahre 2007 bei rund 6,8 Millionen Euro, wobei die Naturstiftung in Deutschland zu den seriösen „Top- Ten“ gehört.

In der kommenden Woche vom 19. bis 25 Oktober stellen die Heinz Sielmann-Stiftung sowie die algerische Naturschutzorganisation Amazer N’ Kefrida am Affenberg Salem, am Eingang des Parks zu den Berberaffen, Informationspavillons sowie „Sparbüchsen“ für Jetons auf. Die Jetons im Wert von je 1 Euro erhalten die Besucher am Eingang mit der Eintrittskarte gratis. Mit der Aktion unterstützt der Affenberg Salem beide Naturschutzorganisationen, wobei die Besucher entscheiden welcher Topf voller wird.

Um die Heinz Sielmann-Stiftung vor Ort zu unterstützen reist nächste Woche die Vorsitzende der Naturstiftung Inge Sielmann, die Witwe des bekannten Naturfilmers sowie Gründers der Stiftung an, wobei zur Disposition steht zukünftig Partner vom Affenberg Salem zu sein.

Bilder: Fritjof Schultz-Friese


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