Affenberg Salem weiter die No.3 im Bodensee-Tourismus
2. September 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, NATUR, SALEM, UMWELT
Zehn Prozent des Weltbestandes leben bei Baron de Turckheim-
Kinder wollen „Verwandte“ aus Algerien und Marokko besuchen
SALEM. fsf/ Seit 1976 ist der Affenberg Salem unangefochten die Nummer drei unter den Touristik- Veranstaltern am Bodensee. Die Nummer eins ist die Bodensee-Schifffahrt (BSB) gefolgt von der Blumeninsel Mainau. Der elsässische Baron Gilbert de Turckheim hat das Gehege am Bodensee sowie drei weitere Parks in Kintzheim / Elsass, Rocamadour / Südfrankreich und den „Trentham Monkey Forest“ in Mittelengland gegründet, um die Berberaffen vor der Ausrottung zu schützen. In den Ursprungsländern Algerien und Marokko wurden sie als Landplage erschlagen und vertrieben. Der weltweite Bestand liegt heute bei gut 8.000 possierlichen Tieren, wobei diese nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen auf der Roten Liste stehen. In den vier Parks von Baron Gilbert de Turckheim leben rund 800 Tiere und damit rund zehn Prozent des Weltbestandes.
Um die Überpopulation in den Affenfreigehegen in Salem sowie Frankreich zu stoppen wurden 1980 und 1986 Hunderte Berberaffen in die Ursprungsländer zurückgeführt. Heute bekommen die Affenweibchen ein Implantat zur Geburtenregelung in die Rückenregion gepflanzt. Die 12 Affen-babys 2008 sind eine Sensation und werden von Touristen mit Foto-Klick und Film verfolgt.
Doch wer denkt der Affenberg Salem ist nur „Monkey Hill“ mit vermeintlichen „Verwandten“ irrt. Die zweite Attraktion ist vor gut vier Wochen ausgeflogen, es sind 105 Weißstörche, die in 38 Horsten auf dem Affenberg sowie näherer Umgebung im Frühjahr zur Welt gekommen sind. Sie sind jetzt in Flug nach Afrika. Die Altvögel folgen ihnen in den nächsten Tagen. Unter ihnen der Sender-Storch „Maxi“, dessen Flug seit 1999 vom Naturwissenschaftlichem Museum Fribourg / Schweiz mit GPS gepeilt wird. Der Storch, eine „Sie“, benannt nach dem bekannten Schweizer Ornithologen Max Boesch brütet seit 2002 auf dem Affenberg Salem und hat bereits 19 Junge auf die Welt gebracht.
Die Hauptattraktion auf dem Affenberg Salem sind die Berberaffen, die im Washingtoner Arten-schutzabkommen auf der Roten Liste als „verletzlich“ der „mittleren Gefährdungsstufe“ stehen. Ihr Bestand wird auf gut 8.000 Tiere weiter abnehmend angegeben. Zu 70 Prozent leben sie in Marokko sowie in Algerien im Riff-Atlas Gebirge, in der Kleinen- und Großen Kabylie und in der Schlucht von Chiffa.
Gut 200 Berberaffen sind auf dem Felsen von Gibraltar eine vom Militär gepflegte Touristenattrak-tion. Eine Legende sagt: “stirbt der letzte Affe ist die Herrschaft der Briten, der letzten europäischen Kolonie, beendet”. So hat der einstige Premier Winston Churchill die Pflege der „pelzigen Unter-tanen“ auf dem 6,5 Quadratkilometer großen Territorium verfügt.
Auf dem Affenberg Salem mit 600 Metern Rundweg sitzen die Berberaffen und warten auf die Popcornration durch Touristen, wobei die eigentliche Nahrung Äpfel, Gemüse, Mangos, Ananas, Bananen und Getreide sind.
Um die Makaken zu locken gibt es am Eingang des Parks für die Touristen eine Handvoll Popcorn. Nach dem Rundgang ist die Einkehr in den Souvenir-Shop mit Marchindising, vom Plüschaffen von Hansa- Toys, Affen-Masken, Tassen, Buch bis Plakat obligatorisch. So auch für Julian und Katja aus Pfaffenhofen bei Ulm, die ihren Berberaffen aus Plüsch ganz herzig drücken.
Neu ist dieses Jahr auf dem Affenberg, auf dem Mendlishauser Hof, der Kinderspielplatz mit Klettergerüsten und Schaukeln.
In der Hochsaison sind gut 30 Prozent der Touristen Schweizer Familien mit Kindern.
Weitere Infos unter: www.affenberg-salem.de
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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