Am Tauftag der Fähre „FS 2010“ 8. Mai drei Stunden kein Transfer Meersburg-Konstanz
29. April 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, KONSTANZ, MEERSBURG, MOBILITY, TECHNIK, TOURISMUSSchwimmende Bodensee-Brücke hat in 82 Jahren 72 Millionen KFZ und 264 Millionen Passagiere befördert –
MTU-Motoren neuester Generation „Ironmen“ lassen das Schiff förmlich über das Wasser gleiten
KONSTANZ. fsf / Am Samstag den 8. Mai ruht von 12,30 bis 15,30 Uhr der gesamte Fähr- verkehr zwischen Meersburg und Konstanz auf dem Bodensee. Sämtliche Fähren fahren an dem Tag zur Taufe der 13. Superfähre und bilden auf Seemitte einen Stern. Mit 82 Metern ist die neue futuristische Fähre der Baureihe 2010 das längste Schiff auf dem Bodensee. Getauft werden soll das elf Millionen Euro teure Schiff, gebaut in der Bodan-Werft Kressbronn im Obersee, auf den Namen einer Konstanzer Partnerstadt. Die Fähre ist in Design und Konstruktion ähnlich der im Jahr 2005 getauften „Tabor“, die mit 72 Metern zehn Meter kleiner ist als die neue Baureihe. Die Ladekapazität der Fähre „2010“ liegt bei vier 64 PKW-Bahnen oder drei für LKW bis 400 Tonnen. Das Schiff ist zugelassen für 700 Passagiere. Mit der neuen Fähre, der schwimmende Brücke, sollen die Wartezeiten in den Häfen erheblich verkürzt werden.
Die noch namenlose neue Fähre “FS 2010″, angetrieben von zwei MTU-Diesel Mechanischen Ag- gregaten mit jeweils 1000 PS starken Motoren „Ironmen“, liegt ruhig im Wasser. Kein Vibrieren wie beim kleineren Schwesterschiff „FS Tabor“. Die Motoren neuer Generation sind für den Dauereinsatz auf Arbeitsschiffen oder Mienen im Einsatz. Dabei gilt der Fährbetrieb durch ständigen „Stopp and Go“ als extrem belastend. Für Antrieb und Steuerung sorgen die bewehrten Voith-
Schneider-Propeller als Ruder und Vortrieb. Die optimierte Form des Schiffes mit einem Wulst beziehungsweise der Delphin-Schnauze bringt eine Ersparnis von 20 Prozent Treib- stoff. Als revolutionär gilt der neue Russparti- kelfilter, an die 99 Pro- zent der Schadstoffe werden aufgefangen. Das neue Schiff „FS 2010“ ist qualitativ hoch- wertiger und durch- dachter als das kleine Schwesternschiff „Tabor“. Das beginnt beim Treppenaufgang, der nicht bestürzend steil sondern begehbar ist. Der Gastraum ist gleich einer Lounge aufgeteilt und mit dunklen Riemenböden ausgelegt. Die großformatigen Panoramafenster mit 350 Quadratmeter Glas geben eine freie Sicht auf den Bodensee.
Seit 1928 verbinden die Stadtwerke Konstanz die Städte Meersburg-Konstanz mit einer schwim- menden Brücke. Seit 15 Jahren restauriert der gemeinnützige Verein „Rettet die Meersburg-Ex- Konstanz“, die erste Binnenseefähre Europas. Von 1928 bis Außerdienstellung 1963 hat das Schiff über 36 Millionen Autos sowie 5,4 Millionen Nutzfahrzeuge und 150 Millionen Personen über den Bodensee befördert. Seiner Zeit waren es am Tag 32 Überfahrten, heute heißt es 286 Mal am Tag 4, 5 Kilometer Konstanz- Meersburg. Seit 1928 haben die Bodensee-Fähren 409 Mal die Erde umrundet. Durch die schwimmende Brücke sollen laut Stadtwerke Konstanz über vier Milliarden Autokilometer eingespart worden sein.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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