Am Vatertag Ausflug mit Bart-Freak Peter Katschke und Familie
21. Mai 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, GESCHICHTE, HOBBY, KONSTANZ, KUNST UND KULTUR, MEDIEN, PROMIS, SOZIALES, TOURISMUSSabrina stylt Papas Grauen in sechs Röllchen an der Seite und unten spitz -
In der Rosgartenstraße Stammplatz in mitleidenswerter Haltung

KONSTANZ / IMMENSTAAD. fsf/ Der 64-jährige Bart-Freak Peter Katschke aus Konstanz, sechster bei der Internationalen Deutschen Bartmeisterschaft im Freistil, hat sechs Kinder. Sabrina die jüngste hat Papa zum Vatertag den Grauen 12-Jahre Bart in drei Rollen je Seite und nach unten spitz gestylt. Mit Dandy-Montur macht Peter was her. Mit seiner „Familie” von der „Zimbritzschstube”, „Täuble” und „Schweizer Eck” schippert er um 9,40 Uhr mit der „MS Karlsruhe” über den Bodensee. Peter Katschke hat zum „Vatertag” den neunten Ausflug zum Hotel / Restaurant „Helmsdorf” in Immenstaad organisiert. Hier gibt es Ochs am Spieß, Bier und guten Wein. Für Musik spielt lautstark eine Trachtenkapelle. Der Höhepunkt ist für Peter Katschke einmal Kapitän der „MS Karlsruhe” zu spielen, wobei die BSB-Schiffsführer Rocko Fazzari und Jürgen Fehr den „bärtigen Stargast” nicht aus den Augen lassen. Der Alltag ist für den Peter Katschke Kampf ums Überleben. Um „Hartz IV” aufzubessern sitzt er nachmittags mit dem 12-jährigen Husky in Büßerhaltung, den Kopf gesenkt, Ecke Rosgarten- Augustinerstraße in Konstanz und lässt sich beschenken. Er bettelt nicht. Wenn Hundi einen Euro in den Topf bekommt gibt er Pfötchen.
Peter Katschke gehört zu den Persönlichkeiten von Konstanz. Man muss ihn ganz einfach kennen. 25 Jahre hat er als Kellner im „Engstler’s- Biergarten” gearbeitet und dabei nach seinen Worten mindestens zehnmal die Erde umrundet. Geboren wurde er in Lauenburg Pommern, heute Polen. Aufwachsen ist er in Ostfriesland.in Leer, wo er zur Schule gegangen ist. Da es die Eltern nicht happig hatten musste er frühzeitig eine Lehre als Maler antreten, die ihm ganz und gar nicht paßte. Er wurde Nachtportier im Überseehotel in Bremen, dann Kellner im Schwarzwald in Höchenschwand im „Sonnenhof”. Es folgte Leutelauchingen im Kreis Waldshut im „Asprion”. Von Süden Deutschlands ging es auf die Nordseeinsel Helgoland, wo in einem Kurhotel arbeitete. Von hier wieder zurück nach Jestetten als Bedienung in einem Sportcenter. Konstanz wurde schließlich sein Zuhause.
Seit 12 Jahren lässt Peter Katschke seinen Bart wachsen. Er hat die stolze Länge von gut 30 Zentimetern, wobei er als Pflege nur die Spitzen schneidet. In der ehemaligen „Lammklause” in der Augustiner-Gasse in Konstanz schloss er mit dem „Oberschnauz” (Bartträger), dem Wirt Udo Fritzsche Freundschaft. Der ist mit Kaiserlichen Backenbart „Franz Joseph”, 55 Zentimetern nach innen gerollt, Vize-Olympiasieger, Internationaler Deutscher Meister, Vize-Europameister, Internationalen Deutscher- Vize-Meister sowie Vize-Weltmeister und Vize-Europameister. In der „Lammklause” trafen sich die Bartträger aus dem Dreiländer-Eck, Deutschland, Österreich und Schweiz. Es wurde insgeheim zum Vereinslokal „Zum Schnauz”. Für Udo Fritzsche und Kollegen wie Peter Katschke gilt die Mitgliedschaft im „Bart- und Schnauzerclub Hesel- Ostfriesland”. Die Zugehörigkeit der Konstanzer „vom Bodensee an die Waterkant” ist durch eine falsche Anmeldung ein Zufall, doch man fühlt sich Zuhause. Vorsitzender im Club der Nordlichter ist der 47-jährige Hanspeter Jan mit „Kaiserlichen Backenbart”, der amtierende Europameister ist. Peter Katschke behauptete sich im März bei der Internationalen Deutschen Bartmeisterschaften mit 6.Platz in der Kategorie Freistil.

Der Ausflug mit Familie ist für Peter Katschke am „Vatertag” obligatorisch, wenngleich die Väter zunehmend in der Minderheit sind. Dabei Bruni die Wirtin vom „Schweizer Eck”, Tante Martha, die vitale 80-jährige aus Kreuzlingen und Heidi aus „Heidiland”, Verstärkung bekommen sie von Sigi dem Küchenmetzger von der Gastronomie „Untere Sonne”, vom Wirt der „Steinernen Kugel” Olaf Dietrich, Heinz Roth und Werner Söffka, der norddeutsch „Bölkstoff” (nach Werner Comic – Bier für Bölckstoff) genannt wird. Es ist ein bunter verwegener Haufen, denen die Promille am „Vatertag” in den Kopf steigen. Doch den Tag gibt’s nur einmal am Tag. Prosit!
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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