Amerikanischer Taucher findet vor Überlingen Schatzkiste mit Golddukaten
6. Januar 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, HOBBY, MEERSBURG, SPORT, ÜBERLINGENKeine Bodensee-Eisschollen bei 38. Drei-Königs-Tauchen –
Im Jahr über 20.000 Tauchabstiege im Überlinger See
ÜBERLINGEN. fsf / Der 52-jährige amerikanische Elektro-Ingenieur Michael Fisch aus Brühl bei Heidelberg hat in 15 Meter Tiefe vor Überlingen im Bodensee eine Schatztruhe mit 35.000 Golddukaten sowie wertvolle Pokale gefunden. Seit 38 Jahren veranstaltet der Tauchclub Überlingen (TCÜ) eine Schatzsuche am Steilhang vor der Stadt, an dem Hunderte Taucher aus der Schweiz, Österreich sowie Deutschland bis Heidelberg, Freiburg und München teilnehmen. Dabei sind in der Piratentruhe keine echten Klunker sondern Steine im Säckchen und die Pokale bleiben im Besitz des Tauchclubs, der 1971 gegründet und derzeit 27 Mitglieder hat. Überlingen gilt am Bodensee als Tauch-Eldorado, wobei im Seeabschnitt im Jahr 20.000 Tauchabstiegen hochgerechnet werden.
Keine Eisschollen mussten die Taucher beim 38. Drei-Königs-Tauchen vor Überlingen im Bodensee bei Seite
schieben. Die Temperaturen waren mit -4 Grad Luft sowie Wasser +4 Grad moderat. Zum 19. Mal dabei der Amerikaner Michael Fisch, der sich bis dato vergeblich als Schatzsucher vor Überlingen versucht hatte. Jetzt hat es geklappt, in nicht einmal 25 Minuten hat er die 20 Kilo schwere Kiste am Steilhang vor dem Minigolf- platz gefunden. Zum Aufstieg brauchte er noch einmal 16 Minuten. Der 52-jährige ist ein Tauchprofi mit 2000 Abstiegen, davon alleine 400 im Bodensee. Die Hauptsaison ist für ihn sowie andere Hobbytaucher der Winter, wo das Wasser klar ist, sich die Sedimente (Schwebe- teilchen) gesetzt und der Schiffsverkehr ruht. In der Zeit werden unter Wasser Sichtweiten bis gut 30 Meter angegeben, wobei diese im Sommer bei maximal zehn Metern liegen.
Von Schiffswracks im Bodensee kann der amerikanische Taucher berichten, wobei eines vor Meersburg mehr Film-Kulisse ist. Hier liegt am Steilhang eine spanische Gallone in gut neun Metern Länge. Der Schiffsnachbau ist Tauchern bekannt. Die Fundorte von his- torischen Lädinen (Lastenseglern) werden geheim gehalten, damit sie nicht von Souvenir-Tauchern zerstört werden. Die „DS Jura” vor dem schweizerischen Bottighofen ist hier ein fatales Beispiel. Hobby-Taucher haben das Dampfschiff mit Untergang 12. Februar 1864 förmlich ausge- weidet, wobei die Schweizer Regierung das Schiff unter Denkmalschutz stellen will, was durch inter-nationales Gewässer strittig ist.
Nicht ganz zufrieden mit dem 38. Drei-Königs-Tauchen vor Überlingen ist der Vorsitzende des Tauchclubs Überlingen (TCÜ) Roman Biniasch: „Der Schneefall hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir gehen heute von gerade 200 Tauchern aus. Im letzten Jahr waren es Hundert mehr”. Auch vermisst er Sponsoren für das kostenaufwendige Event. Früher haben sich Tauschschulen sowie der Handel beteiligt, was nach seinen Worten mit dem Internet vorbei ist. Man muss jetzt neue Wege suchen.
Das Tauchrevier Überlinger See, ist nach Worten für Roman Biniasch, Vorsitzender vom Tauchclub Über- lingen, nichts für Anfänger. “Durch die Steilhänge sowie vielfach trübes Wasser braucht es Praxis!”
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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