Beuys-Schülerin Judith Froeb besucht ihre „Altheimer-Drachen“
15. Februar 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GESCHICHTE, HOBBY, KUNST UND KULTUR, ÜBERLINGENFarbenprächtiges Kostüm hat seine Entstehung in mittelalterlicher Sage –
Von Düsseldorf zum Sri Aurobindo-Ashram nach Überlingen Bodensee
ALTHEIM / ÜBERLINGEN. fsf / Die einstige Düsseldorfer Beuys- Schülerin Judith Freob, heute 74 Jahre und wohnhaft in Überlingen, hat 1986 das Edel-Fasnachts- Kostüm den „Altheimer-Drachen”, der in seiner Farbenpracht an Azteken erinnert, entworfen. Dabei ist sie nicht nur Kostüm-Schneiderin, sondern Ideenmacherin der neuen Narren-Gruppe. 13 Jahre wurde ihr Häs auf der Straßen- fasnacht im Bodensee-Hinterland von gut 30 Narren, mehrheitlich Frauen getragen, dann entschied man sich für eine einfachere Version mit Holzmaske. Der Altheimer-Drachen geht auf eine alte mittelalterliche Sage zurück, wo berichtet wird, dass ein feuriger Drache im Alteheimer Tal sein Unwesen trieb, wobei sein Rastplatz im Gailhofer- Tobel auf einem großen Stein gewesen sein soll. Zwei junge Burschen wollen ihn nach nächtlichem Tanzvergnügen beim Abflug gesehen haben. Starr vor Schreck sollen sie ernüchtert sein. Die ersten zwei Drachen-Kostüme hat Judith Froeb, die zwei Jahre in Altheim bei der Adler-Wirtin Isolde Pfaff wohnte, geschneidert. Weitere 26 bunte Häs hat Wilhelmina Schroff aus sieben Meter Stoff geschneidert. Die “Altheimer Drachen”, jetzt mit grünem Kleid und Holzmaske, gehören zu den “Narren-Freunden Linzgau”, einer losen Vereinigung von Fasnet-Gruppen.
Die Künstlerin Judith Froeb ist seit gut 20 Jahren in Überlingen zuhause, wobei für sie ihre Erinnerung an Düsseldorf mit Studium an die Kunstakademie bei Josef Beuys gegenwärtig ist. Nach dem Studium beginnt für sie die „Aus-Zeit”. Sie meditiert im Sri Aurobindo- Ashram in Indien. Für wenig Geld mietet sie ein Häuschen am Meer. Dann zieht es sie wieder nach Düsseldorf und schließlich an den Bodensee. Hier wird sie in die Kunstszene aktiv und gibt Unterricht im alten Turm der Überlinger Stadtbefestigung. Für verschiedene Varietekünstler modelliert sie Marionetten wozu auch die Bert Brecht-Interpretin Jutta Müller gehört.
Das Wiedersehen mit „ihren Altheimer Drachen” hat die „grande dame” der Kunst Judith Froeb gefreut, wenn auch ihr farbenprächtiges Kostüm 1999 nach 13 Jahren abgelegt wurde. Für die Straßenfasnacht war das Häs in Farben Rot, Gelb, Gold, Weiß mit Grundfarbe Grün für den Anzug nicht geeignet. Der kunstvollen Drachenhaube mit Larve sowie roten Hörnern ist einer Holzmaske gewichen. Seit 11.November 11 Uhr letzten Jahres ist Petra Kanderski Vorsitzende der „Altheimer-Drachen”. In der Gruppe sind 35 Hästräger sowie 15 Kinder, die ab 14 Jahren das komplette Kostüm mit Larve bekommen. Die nächsten Termine für die Alteheimer-Drachen sind in der Straßenfasnacht am 22. Februar in Aach-Linz sowie am Rosenmontag in Pfullendorf, dann heißt es mit Narrenruf „Durri-Durri-Ho-Ho”. Gesungen wird dazu das Drachenlied mit Text von Horst Hermann sowie Noten von Rolf Schwab.
Narrenmarsch der „Altheimer Drachen” 
In Altheim wird es berichtet,
daß Drachen man gesichtet,
Es war im Gailhöfer Tobel,
so wird’s noch heut erzählt.
Vom Burgstall sah man sie schweben,
zu Hohenbodmann`s Höhen.
Drum singen die Altheimer Drachen,
an Fasnacht dieses Lied.
Durri, Durri, ho ho ho,
ja wir Drachen rufen so.
Durri, Durri, ho ho ho,
dieser Ruf macht uns so froh.
Allezeit sind wir fit,
machen jeden Blödsinn mit.
Ja die Fasnacht, das ist klar,
die finden wir so wunderbar.
Bei Vogler`s Wiese ihr Leute,
dort sieht man es noch heute,
da liegt das Zeichen der Narren,
der große Drachenstein.
Dort ruhten aus mal die Drachen,
doch wir wollen tanzen, lachen,
so laßt die Gläser erklingen,
und stimmet alle ein.
Durri, Durri, ho …………….
Bilder: Fritjof Schultz-Friese / Verein Altheimer Drachen
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