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Bodensee-Fischer-Demo bei „34.Naturschutztage“ von BUND und NABU

4. Januar 2010 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, BREGENZ, NATUR, UMWELT

Die Petri-Jünger machen für Rückgang der Äsche den Kormoran verantwortlich -

Naturschutzverbände kontern: ” Die Klima- Veränderung mit Erwärmung ist Schuld”

NABU Fischer-Demo 01-10 -P-053_1

RADOLFZELL. fsf / An die 500 Fischer und Sympathisanten aus den Bodensee-Anrainerländern Deutschland- Schweiz trugen symbolisch bei den „34. Naturschutztagen“ der Umweltschutzverbände BUND und NABU die Äsche zu Grabe. Mit Trauermusik der Bürgermusik Reichenau, Plakaten und Friedhofskreuzen demonstrierten sie in der Stadt und schließlich vor der Tagungshalle „Milchwerk“. Sie machen den Kormoran, den vermeintlichen Fischräuber, den die Umweltschutzverbände zum Vogel Jahres 2010 erklärt haben und für dessen Schutz proklamieren, für den Rückgang der Bodensee-Äsche verantwortlich. Die Verbände kontern mit wissenschaftlicher Diagnose der Klima –Veränderung gleich Erwärmung des Bodensees, die den Bestand des Fisches gefährdet, wobei dieser in kühlen und fließenden Gewässern laicht.  Zur Demonstration hatte der Badische Landesfischereiverband e.V. aufgerufen. Der Sprecher Stefan Rieble: „In einer bespiellosen Hetzkampagne versucht der NABU die Öffentlichkeit gegen die Fischer aufzubringen“.

NABU Fischer-Demo 01-10 -P-016_1Seit der Vergrämung von Kor- moran-Brutpaaren im Radolf- zeller Naturschutzgebiet „Aach- ried“ im April 2008 ist Krieg zwischen den Naturschützern und den Bodenseefischern. In einer nächtlichen Aktion hatten Mitarbeiter des Präsidiums für Natur und Fischereirecht sowie Vertreter des Landesfischer- eiverbandes sowie örtliche Fischer, mit Genehmigung des baden-württembergischen Minis- teriums für Ernährung und Länd- liche Entwicklung, 55 brütenden Kormorane in ihren Nestern mit Scheinwerfern aufgeschreckt. Gedacht war die Störung in einer frostigen Nacht durchzuziehen damit die Eier auskühlen, doch die Aprilnacht war mehr lau. So gab es keinerlei Nachweise für die Scheinwerfer-Abtreibung, zu- mal die Nester zu hoch waren. Die rechtliche Genehmigung zur Vergrämung im Naturschutz führte zu heftigen Protesten in der Bevölkerung waren doch etliche Vögel, die unter allgemeinen Artenschutz stehen, bereits geschlüpft. Von September bis März ist der Kor- moran, der für die Petrijünger als „Fischräuber“ gilt, zum Abschuss freigegeben. In der Jagdperiode 2008/09 wurden am Bodensee-Untersee 107 Kormorane geschossen. Ein Jahr zuvor waren es gerade 48 Vögel. An die 500 Gramm Fisch soll der gut 80 bis 90 Zentimeter große schwarze Vogel, der an die 40 Meter tief tauchen kann, am Tag verdrücken. Für die Berufsfischer angeblich ein hoher Schaden, zumal durch die Reinhaltung des Bodensees, Abnahme des Phosphatgehaltes, der Fischbestand an Menge und Größe abnimmt. In einer Publikation heißt es, dass sich am gesamten Bodensee ganzjährig an die 2000 Kormorane aufhalten.In Hochrechnung der Bodenseefischer fressen die Vögel am Tag 1000 Kilo Fisch und ganzjährig damit an die 365 Tonnen. Ihren Fang geben die 137  hauptberuflichen Petri-Jünger im Jahr mit gut 617 Tonnen an. Nach ihren Worten stiehlt ihnen der Fischräuber Kormoran mehr als die Hälfte des Fanges und ist damit ein erklärtes Feindziel, der ihre Existenz gefährdet.

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Mit der Äsche am Kreuz sowie in Größe 1,70 Meter auf der Bahre demonstrierten die Bodensee-Fischer bei Tagung der „34.Naturschutztage“ von BUND sowie NABU in Radolfzell. Auf Plakaten „Schützt die Äsche“, „Genozid unter Wasser“, „Schutz heimischer Fischarten vor Schutz nicht heimischer Vögel“ und „Kormoran“ Bestanderhöhung auf Kosten und Arten“. Die Fischer machen die Naturschutzverbände für den Rückgang des Speisefisches durch Schutz des Kormorans verantwort- lich.  Ausgebuht wurde der Landesvorsitzende des NABU Dr. Andrea Baumann, als er behauptete, dass der Kormoran zum Bodensee gehöre wie die Mainau sowie das Schilf. Die Landesvorsitzende des BUND Brigitte Dahlbender erklärte den Fischern, dass der Rückgang der Äsche mit der Klima- Veränderung in Folge Erwärmung des Bodensees zu tun habe. Der Kormoran ist nicht der Schuldige! Die Äsche, die im Untersee in Flachwasserzonen laicht, braucht kühles fließendes Wasser. Das ist immer weniger gegeben, so die BUND Vorsitzende. Als Extrem führt sie den heißen Sommer 2003 an, wo Tausende Äschen durch die Erwärmung mit geringem Sauerstoffgehalt im Wasser verendeten.

Bilder: Fritjof Schultz-Friese


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