Bodensee-Katamaran bleibt „Subventionsdampfer“
11. Juni 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, KATAMARAN BODENSEEEinstiger Geschäftsführer versprach schwarze Zahlen nach sechs Jahren –
Defizit der Städte-Schnellverbindung liegt bei 950.000 Euro teigend

KONSTANZ / FRIEDRICHSHAFEN. fsf/ Die Katamaran- Reederei Bodensee GmbH feiert den ein Millionsten Fahrgast seit Inbetriebnahme 5.Juli 2005. Dabei fahren die drei Hightech-Doppelrumpfboote „Fridolin“, „Ferdinand“ und „Constanze“ noch immer in Roten Zahlen. Bis Ende letzten Jahres haben sich 950.000 Euro „Miese“ für den Kurs Konstanz- Friedrichshafen angehäuft. Erst bei 1200 Passagieren rechnet sich die Verbindung. Im Schnitt sind es 950 Fahrgäste am Tag, die für die Passage pro Fahrt 9.- Euro zahlen. Für das Defizit müssen die GmbH- Partner, die Stadtwerke der Städte Konstanz und Friedrichshafen, aufkommen. Mit dem Sterntaler-Ticket bis 5. Oktober sollen jetzt an Wochenenden von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen Schwarze Zahlen geschrieben werden. Der Abendkurs 21,02 Uhr und 23,02 Uhr ab Konstanz sowie 20,02 Uhr und 22,02 Uhr ab Friedrichshafen ist für den Kino-Besuch oder Theater oder ähnlich gedacht. Im letzten Jahr nutzten 5000 Passagiere den Nachtschwärmer, wobei die Überfahrt hin- und retour verbilligt bei 12.- Euro liegt.
In eigener Vorgabe über die Halbzeit ist die „Katamaran-Reederei Bodensee“. Der einstige Geschäftsführer Rainer Schöttle hatte Schwarze Zahlen ab dem sechsten Jahr prognostiziert, wobei er sich mit dem Jahre 2010 beziehungsweise danach widersprach: „Selbst wenn wir etwa 250.000 Euro jährlich Verlust machen würden, würde das die beiden Städte nicht umbringen“. Für die Tageszeitung SÜDKURIER mit Chefredakteur Tobias Engelsing ein „Subventionsdampfer“, der sich rechnerisch nicht trägt. Dabei wurde der Bau von zwei Katamaranen mit Kosten von 5,5 Millionen Euro bereits mit 2,77 Millionen Euro subventioniert. Engelsing weiter: „Schöttles Hinweis darauf, die Städte würden’ s im Notfall schon richten, ist politisch keinesfalls akzeptabel: Sie oder ihre Stadtwerke als Reeder richten es eben nicht mehr. Der Katamaran steht unter Erfolgsdruck, er muss seine Notwendigkeit am Kundenmarkt erst beweisen. Die politischen Gremien sind aufgefordert, als Anwälte der Steuer-zahler über diesen Erfolg zu wachen“. Im Schlusswort schreibt der Redakteur: “Hoffen wir, dass die Meilensteine der Bodensee-Schifffahrt nicht zu weiteren Mühlensteinen am Hals der finanziell schon arg gebeutelten Kommunen werden“.
Im Juli verspricht der Pressesprecher der Katamaran-Reederei Bodensee GmbH Sebastian Dix die neuesten Zahlen für die Verbindung Konstanz- Friedrichshafen vorzulegen. Vorab erklärt er, dass das Defizit geringer ausfällt als im Vorjahr.
Bild: (C) Fritjof-Schultz-Friese
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