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Trockenbau

Denkmal- und Umweltschützer fordern Abbau vom Mainau–Palmenhaus

25. Februar 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, NATUR, UMWELT

Glaspalast seit 1998 am Barockschloss anno 1746 geduldet –
Gemeinderat Konstanz entscheidet am Donnerstag

MAINAU. fsf/ Die Zukunft des Mainau-Palmenhauses am Barockschloss anno 1746 steht auf der Kippe. Umweltschützverbände und Denkmalschutz brandmarken den ganzjährigen Glaspalast als Schandfleck. Sie verlangen, dass das Glashaus mit einer Länge von 39 Metern Höhe und Breite von 32 Metern, mit einer Grundfläche von 1.270 qm, jeweils im Frühjahr wieder abgebaut wird. Geplant war der Glaspalast 1998 als Überwinterung für Palmen und exotische Solitärpflanzen. Die hohen Auf- und Abbaukosten von jeweils 150.000 Euro sowie Rückgang im Tourismus erlaubten einen zeitlichen Bestand. Am Donnerstag will der Konstanzer Gemeinderat im Bauausschuss über das Palmenhaus entscheiden, wobei die Mainau einen Antrag bis 2016 als feste Installation gestellt hat.

Das erste Palmenhaus baute Fürst Esterhazy 1828 auf der Mainau für Zitrusge-wächse und Feigenspalier. Im Jahre 1867 perfektionierte Großherzog Friedrich I. diese Methode zu einer „demontablen Orangerie“. Er war ein leidenschaftlicher Sammler von fremdländischen Pflanzen, die er von seinen Reisen mitbrachte. Für die Kanarische Dattelpalme baute er als erster ein mobiles Palmenhaus zur Über-winterung. Als Graf Lennart Bernadotte 1932 die Mainau vererbt wurde sammelte er wie seine Vorgänger exotische und kostbare Pflanzen aus aller Welt. 1954 waren die Orangerie sowie das Palmenhaus von Fürst Esterhazy zu klein, so dass man die Gebäude zusammen baute. 1968 wurde das „alte Palmenhaus“ gebaut, das für den heutigen Bestand längst zu klein ist.

Das neue Palmenhaus am Barockschloss mit einer wellenförmigen Glas –Dachkonstruktion ist mehr als nur ein Überwinterungspalast für frostempfindliche Pflanzen. Es ist gut zehn Mal im Jahr Event, von der Saison-Eröffnung mit Orchideenschau bis Weihnachtsdinner. Die Kulisse sind rund 65 Palmen in 20 verschiedenen Sorten, wie der exotischen Hanfpalme, Dattelpalme, Livingstonien, Kentien, Bergpalmen, Washingtonien bis Zwergpalmen. Es ist eine der größten und wertvollsten Palmen- Sammlungen der Welt. Bei Abbau des „Glaspalastes“ sind die tropischen Pflanzen wie die Kanarische Dattelpalme von 1888, ein Geschenk des Grafen von Bodman an Großherzog Friedrich I., gefährdet.
Sollte der Konstanzer Gemeinderat am Donnerstag die bisherige Duldung des ganz-
jährigen Palmenhauses widerrufen, muss die Mainau in Herbst und Frühjahr jeweils 150.000 Euro in eine Fachfirma für den Auf- und Abbau investieren.

Lufbild: (C) Fritjof Schultz – Friese

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