Der „Fixstern“ Gräfin Sonja Bernadotte ist erloschen
28. Oktober 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, INSEL MAINAU, NATUR, PROMIS, TOURISMUSÜber 200 Trauergäste aus Gesellschaft, Politik und Adel auf der Mainau -
Das schwedische Königshaus hat bis dato nicht kondoliert
MAINAU.fsf/ Die lachsrosafarbenen Rosen „Sonia” bedeckten den Sarg von Gräfin Sonja Bernadotte in der St. Marien Kirche der Mainau. Über 200 Trauergäste aus Gesellschaft, Politik und Adel waren gekommen um der einstigen Inselherrin, die am Dienstag letzter Woche 64-jährig an Krebs gestorben war das letzte Geleit zu geben. Der Kinderchor des Schwäbischen Chorverbandes, Kinder / Jugendliche zwischen 11 bis 13 Jahren, sangen fröhliche französische Lieder, wie es Gräfin Sonja gewünscht hatte. „Seid fröhlich” waren ihre Worte auf dem Sterbebett im Klinikum Freiburg. Das Streichquartett der Konstanzer Philharmonie, unter ihnen der Intendant Florian Riem am Cello, spielten Mozart und Bach. Mit bewegter Stimme sprach der älteste Sohn von Graf Lennart und Gräfin Sonja Bernadotte, der 33-jährige Graf Björn: „Für uns war unsere Mutter ein Fixstern, der unser Leben beleuchtete. Dieser Stern ist für uns fünf Kinder erloschen”.
Zu den geladenen Gästen gehörte am Samstag letzter Woche der baden-württembergische Landtags-präsident Peter Straub, die Sozialministerin Monika Stolz und Ex- Ministerpräsident Erwin Teufel mit Ehefrau Edeltraud sowie Freunde der Familie wie Schauspielerin Liselotte Pulver und Kammersängerin Anneliese Rothenberger. Der Adel aus der Region war vertreten durch Prinz und Michael von Baden, Graf William Douglas, Graf Wilderich von und zu Bodman mit Sohn Johannes Freiherr von und zu Bodman. In einer be- wegten Rede sprach die Vorsitzende des Vorstandes der „Graf Lennart Bernadotte Stiftung”, die Thüringer Landtagspräsidentin Dagmar Schipanski über Gräfin Sonja Bernadotte: „Ihr Geschäftssinn war es die Natur mit der Umwelt und Kunst zu verbinden, mit ihr hatte der im Jahre 2004 verstorbene Graf Lennart Bernadotte eine ideale Partnerin”.
Nach dem gut einstündigen Gottesdienst mit Predigt durch den evangelischen Dekan Dieter trugen die Söhne Graf Björn und Christian sowie die Schwiegersöhne Romuald Ruffing und Philipp Haug sowie Graf Lennarts Enkel Stephan Streahl und der einstige Mainau-Geschäftsführer Theo Leutenegger den Sarg zum Fahrzeug des Beerdigungsunternehmen „Concordia”, wobei dieser bei Abtransport kurz Halt an der Büste von Graf Lennart Bernadotte machte. Der legendäre Inselherr war am 22. Dezember 2004 95-jährig eingeschlafen.
Am Sonntagnachmittag verabschiedeten sich die gut 300 Mitarbeiter der „Mainau GmbH” von ihrer einstigen Chefin Gräfin Sonja Bernadotte. Beigesetzt werden soll diese Mitte der Woche in der Gruft St. Marien, wo bereits der Ehemann Graf Lennart Bernadotte sowie Verwandte des russischen Hochadels (Mutter und Onkel von Graf Lennart) sowie die Eltern von Gräfin Sonja, Wolfgang und Anita Haunz, liegen. Die letzte Verab-schiedung findet im engsten Familienkreis statt, hierbei ist noch offen, ob das schwedische Königshaus mit Carl Gustav sowie Silvia vertreten sind. Bisher wurde von der Verwandtschaft kein Beileid ausgesprochen.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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