Der Schweizer „Berchtoldstag“ freut den Konstanzer Einzelhandel
2. Januar 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, KONSTANZ, KREUZLINGEN, SCHWEIZ, TOURISMUSAlle 2496 Parkplätze in der Innenstadt mit sieben Parkhäusern sowie Döbele belegt -
Ordnungsamt musste Klein Venedig als Sonderparkplatz mit 200 KFZ- Plätzen ausweisen

KONSTANZ. fsf / Der Schweizer Feiertag, der „Berchtoldstag“ am 2. Januar macht’s möglich, sämtliche sieben Parkhäuser der Stadt Konstanz sowie der Großparkplatz Döbele mit gesamt 2496 Stellplätzen waren auf Stunden besetzt. Das Ordnungsamt schilderte als Notbehelf den Festplatz „Klein Venedig“ als Parkplatz mit 200 KFZ- Plätzen aus. Für den Konstanzer Einzelhandel ist der reformierte Schweizer Feiertag ein Glücksbringer nach Weihnachten. Gefeiert wird der „Berchtoldstag“ im alemannischen Sprachraum, wobei der Ursprung des Namens nicht ganz klar ist. Die Kirche kann keinen Heiligen Berchtold nachweisen, auch fehlt der viel behauptete heidnische Ursprung im Zusammenhang mit einer Göttin Berchta oder Perchta, angeblich der Frau Wotans, die in der Zeit der Rauhnächte ihr Unwesen treibt und mit wilden Bräuchen gebannt wird. Im Schweizerischen Idiotikon wird erwogen, das Wort zur burgundischen Königin Berta zu ziehen, die in der Westschweiz vielfach als Kirchengründerin gilt. Der schweizerische Berchtoldstag stünde damit in der Nachfolge zu Epiphanie (6. Januar) und wäre herkunftsmässig und volkskundlich vom österreichisch- bayerischen Tag zu unterscheiden. Wie auch ist der 2. Januar in den reformierten Kantonen der Schweiz ein Zusatzfeiertag zum Neujahrstag, wie es der Ostermontag zu Ostern, der Pfingstmontag zu Pfingsten und der Stephanstag zu Weihnachten sind. In Konstanz wird am Berchtoldstag „schwyzerdütsch“ gesprochen und mit Franken bezahlt. Der Einzelhandel bis Gastronomie gehen von gut 60 Prozent Schweizer Käufern beziehungsweise Gästen aus.
Für die Schweizer aus dem Thurgau sowie reformierten Kantonen ist der „Berchtoldstag“ in Konstanz einkaufen zu Dutyfree- Preisen. An der Grenze lassen sie sich den Einkauf abstempeln und holen sich die Mehrwertsteuer zurück – billiger geht’s nicht! Auf Platz Klein Venedig konnten sie zudem gratis parken.
Bild: Fritjof Schultz-Friese
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