Die Engel sind der Weihnachts-Hit bei Konstanzer Kunstglaser
12. Dezember 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, KONSTANZ, KUNST UND KULTURDer 48-jährige Glaskünstler Braunwarth gehört beruflich zur aussterbenden Spezie –
Auftragarbeiten für Klöster und Kirchen, Restauration sowie Tiffany
KONSTANZ. fsf / Die Engel sind der Weih- nachts-Hit bei dem Konstanzer Kunstglaser Roy Braunwarth. Über 200 himmlische Helfer hat er aus opalesenten und coloresenten Gläsern mit Bleimantel gefertigt, wobei die Christmas- Saison bei ihm bereits im August bei 30 Grad Wärme begonnen hat. Auf dem Weihnachtsmarkt gehen die Engel weg wie warme Semmeln, jetzt sind Kreuze dran. Der 48- jährige Handwerker gehört zur Spezies eines aussterbenden künstlerischen Berufes, wozu viel Geduld, Fingerfertigkeit und Dis- ziplin gehören, was nicht in unsere Zeit passt. Seit 25 Jahren ist er in dem Beruf selbst- ständig. Sein erster Auftrag war in Konstanz in der Jungerhalde eine modern geome- trische Treppenhausverglasung über drei Ge- schosse. Seine Reverenzen sind Auftrags- arbeiten von Kirchen und Pfarreien wie der Andachtsraum im Kellergewölbe des Kloster Zoffingen sowie Gewerbe wie das indische Restaurant Maharani, das Hotel Graf Zep- pelin mit Restauration von Jugendstilver- glasung historischer Stadtansichten und andere. Für Auftragsarbeiten wie einer Tiffany-Lampe bestehend aus Hunderten Gläsern braucht er vielfach an die zwei Wochen. Die Hauptmotive seiner künstlerischen Arbeiten sind christliche Motive wie Jesus und Mariendarstellungen. Des weiteres Wappenscheiben, Fenster mit Ornamenten sowie saisonale Motive wie Fasnacht und Ostern und immer wieder Sternzeichen, diverse Berufsbilder sowie Firmenlogo. Die Glasmalerei übernimmt eine bekannte Malerin, die seit Jahren mit Roy Braunwarth zusammen arbeitet.
An die 80 Prozent der kostbaren Gläser bekommt der Konstanzer Kunstglaser Roy Braunwarth aus Amerika, wo sich Firmen weltweit spezialisiert haben. Er ist in
die Handwerkerrolle eingetragen, was ihn qualitativ auszeichnet. Seine Kunden kommen aus der Schweiz bis St. Gallen und auf deutscher Seite aus dem Hegau bis Allgäu. Seine mögliche Konkurrenz sitzt in Rottweil und Überlingen. Der Konstanzer ist sich be- wusst, dass er zu einem aussterbenden Beruf gehört, der sehr viel Fingerfertigkeit und vor allem Geduld benötigt. Auf jedes seiner Kunstwerke ist er stolz, ist doch jedes ein Unikat und keine Massenware. Die Engel-Saison in bunt schimmernden Gläsern geht für ihn zu Ende, jetzt kommen die Narrenzünfte, die ihre Meschkerle und Larven bestellen.. und dann kommt Ostern in Glas mit Häschen, Schafen und immer wieder christlichen Motiven.
Weitere Info unter: www.glasart-konstanz.de
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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