Online-Zeitung / Boulevard - Aktuelles - Tourismus
FSF-Medienverlag / Bodensee-Nachrichten
Redaktionsbüro Baden-Württemberg
Anzeige
Pfahlbauten

Die ersten drei Berberaffen-Babys auf Affenberg Salem

2. Juni 2010 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, MOBILITY, NATUR, TOURISMUS

Makaken aus Marokko und Algerien gehören im Washingtoner- Artenschutzabkommen zu den stark gefährdeten Tieren –

Baron Gilbert de Turckheim hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht die bedrohte Art in Freigehegen zu schützen


SALEM. fsf / Drei Berberaffen sind dieser Tage im größten Affenfreigehege Euro- pas, dem Affenberg Salem, im westlichen Bodenseehinterland, auf die Welt gekommen. Weitere Junge werden im Juni erwartet. Im letzten Jahr waren es 17 Babys. Recht staksig mit schwarzem Fell, das sich nach gut einem halben Jahr bräunlich färbt, klammern sie sich an die Weibchen und Männchen. Von beiden werden sie liebevoll be- hütet. Die Babys sind soziale Vermittler. Männchen können sich in dieser Zeit mittels der Babys problemlos  an andere Männchen auch an Ranghöhere  annähern, wasw ansonsten nicht ohne weiteres möglich ist. Es würde sprichwörtlich „Keile setzen“. Sie nehmen das Baby in die Mitte und kommunizieren miteinander. Das Artverhalten ist ansonsten bei keiner Affenart bekannt. Nach Kintzheim / Elsass 1969, Rocamadour / Südfrankreich 1974 ist der Affenberg Salem 1976 das dritte Affenfreigehege des elsässischen Barons Gilbert de Turckheim, der er sich zur Lebensaufgabe gemacht die Berberaffen, die im Washingtoner Artenschutzabkommen zu den stark gefährdeten Tieren gehören, zu schützen. Im Jahr 2005 folgte das vierte Gehege in Trentham Mittelengland. Gerade 10.000 Tiere leben heute noch in Marokko im Mittleren Atlas bis 2000 Meter im Gebirge sowie in Algerien in der Kleinen und Großen Kabylei. In den Ländern wurden sie als Landplage erschlagen und von Viehherden an Wasserstellen vertrieben. Gut zehn Prozent des Weltbestandes hat Baron Gilbert de Turckheim in seinen vier Gehegen, wo sie wissenschaftlich erforscht werden und Touristen-attraktion sind.

Mit der Saison 2010 gibt es Klein-Gibraltar auf dem Affenberg Salem. Über 150 Tonen Findlinge aus dem Raum Tettnang wurden auf der Aussichtsplattform des 600 Meter Rundwegs angekarrt. Es erinnert an den bekannten englischen Premiers Winston Churchill, der hat das englische Militär verpflichtet auf 6,5 Kilometer Gibraltar die gut 200 Berberaffen zu pflegen und Füttern. Sollte diese aussterben, so eine Legende, ist die Herrschaft der Briten auf Gibraltar beendet ist . So sind die englischen Militärs als Affenpfleger verpflichtet.

Theoretisch werden die Berberaffenweibchen bis 23 Jahre alt, wobei sie mit 3,5 Jahren ge- schlechtsreif und mit sechs Jahren voll ausge- wachsen sind. In Ausnahmefällen werden sie bis 30 Jahre was an die Hundert Menschenjahre ent- spricht. Mit Geschlechtsreife können sie jedes Jahr ein Baby bekommen. Zwillinge sind äußerst selten, wobei meistens diese  meistens nicht über- lebensfähig sind. Mitte der 80er Jahre wurden nach einer Überpopulation in der Gehegen Kintzheim, Rocamadour und Salem Hunderte Tiere über den Flughafen Paris in ihre Ursprungsländer ausge- wildert. Seitdem ist in sämtlichen Gehegen die kontrollierte Fortpflanzung eingeführt. Das Affen- weibchen bekommt eine Empfängnisverhütung in den rechten Arm implantiert.

Auf dem Affenberg Salem mit 20 Hektar Freigehege leben drei Berberaffenclans. Die Gruppe “F” mit 80 Makaken hat ihr Streifgebiet am zentralen Platz auf der Lichtung. Sie ist die größte Gruppe . Die Clans gehen sich gegenseit aus dem Weg, ansonsten kann es zu Kämpfen kommen. Mit lautem Geschrei und Zähnefletschen wird der Eindringling gejagt bis er Unterlegenheit signalisiert. Die Gruppe „H“ mit 60 Tieren begrüßt die Touristen am Eingang, wobei sie sich wie ihre Artgenossen im gesamten Freigehege von Besuchern mit Popcorn fütrtern lassen. Sie sitzen vielfach Spalier am Weg auf dem Geländer.

Der Affenberg Salem ist mit über 300.000 Besuchern im Jahr die „Nummer 3“ im Bodensee-Tourismus nach der Bodensee-Schifffahrt sowie der Blumeninsel Mainau. Der Park kooperiert mit den Pfahlbauten Unteruhldingen sowie Schloss Salem. Zu den drei Touristik-Unternehmen pendelt mehrfach am Tag der Erlebnisbus. Neu ist seit diesem Jahr der Schweizer Partner mit „SBB- Railaway“. Gebucht werden kann ein Paket mit Bahn- oder Bus- sowie Schifffahrt inklusive Tourismus-Eintritt.

Bilder: Fritjof Schultz-Friese


Share

Weitere evtl. interessante Artikel:

  1. Gezielte Empfängnis auf Affenberg Salem
    - Ab November ungestörte Liebe im größten europäischen Freigehege -...
  2. Bundestagswahl auf dem Affenberg Salem
    Parteiführer „Adonis“ hat vorzeitig geschmissen jetzt Neuwahl - Seit 1976...
  3. Rangkämpfe und Brunftzeit auf Affenberg Salem
    Berberaffen der Gruppe F haben noch immer keinen neuen Anführer...
  4. Inge Sielmann große alte Dame des Naturschutzes auf Affenberg Salem
    Größtes europäisches Berberaffenfreigehege sponsert Naturschutzprojekte – Park bis 8. November...
  5. Affenberg Salem kooperiert mit Heinz Sielmann-Stiftung
    Jeton zur Rettung der Berberaffen in Algerien oder Naturschutz- Ornithologe...


Anzeige
Bodensee-Woche

Schreibe einen Kommentar

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben