Fruchtwelt und Agrarwelt vom 19. bis 21. Februar in Friedrichshafen
14. Februar 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, FRIEDRICHSHAFEN, NATUR, OBST ANBAU BODENSEEMesse mit europaweiter Ausstrahlung rechnet mit 16.000 Besuchern plus -

FRIEDRICHSHAFEN (sig) – Ein Stelldichein der europäischen Obstbaubranche gibt es vom 19. bis 21. Februar auf dem Friedrichshafener Messegelände. Zur Messe „Fruchtwelt Bodensee“ kombiniert mit der „agrarwelt“ haben sich 318 Aussteller aus 13 Ländern angesagt und damit sechs Prozent mehr als vor zwei Jahren.
Europaweit gibt es in Sachen Obstanbau und Brennereiwesen, Erntemaschinen, Pflanzenschutz, Baumschulen, Hopfen, landwirtschaftliche Maschinen, Technik oder Direktvermarktung keine vergleichbare Plattform. Einzigartig ist auch das Tagungsprogramm. Integriert in das Messepaket sind unter anderem die 34. Bodensee-Obstbautage, der internationale Brennertag, das achte Brennerei-Seminar oder Verkostungsseminare zum Thema Destillate und Biere. Vorträge gibt es zum Thema Apfelproduktion unter Netz und Sonderschauen zu Edelbrand, Bier und Oldtimern. Bei der zurückliegenden Frucht- und Agrarwelt, die im zweijährigen Turnus stattfindet, wurden 16 000 Besucher gezählt.
Gestern informierte die Messe im Tettnanger Hopfenmuseum über das bevorstehende Geschehen, wobei Pressechef Wolfgang Köhle die Internationalität der Veranstaltung hervorhob, die europaweit ohne Beispiel ist. Projektleiterin Petra Rathgeber sagte, die Kombination der beiden Ausstellungen ergebe durch deren thematische Überschneidungen einen Mehrwert, den Besucher und Aussteller schätzten. In der nunmehr zweiten Auflage finde eine noch stärkere Verzahnung statt.
Der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Obstbau, Dr. Manfred Büchele, berichtete von 1600 Obstbaubetrieben in der Region, die sich in keinem abgeschotteten Markt bewegen könnten, sondern sich internationaler Konkurrenz erwehren müssten. Neun Zehntel der Besucher dieser Messe kämen folgerichtig aus dem Ausland. Thema während der Messetage werden unter anderem Management-Probleme der wachsenden Betriebe sein oder die Hagelschäden, wie sie Ende Mai vergangenen Jahres für hohe finanzielle Einbußen gesorgt haben. Ein Hagelschauer von nur fünfminütiger Dauer könne leicht einen Schaden von 100 000 Euro verursachen, sagte er, der sich dafür ausspricht, die Anlagen der Region mit 70 Prozent Hagelnetzen zu schützen, denn: „Alles andere ist fahrlässig“.
Weil Hagelunwetter in den vergangenen 20 bis 30 Jahren messbar zugenommen haben, wird eine Vortragsreihe am Messe-Sonntag die Auswirkungen des Klimawandels thematisieren. Dabei soll untersucht werden, wie sich Hagelnetze auf das Wachstumsverhalten auswirken. Außerdem werden Fragen zu Anbautechniken und dem optimalen Aufbau einer Netzeinrichtung besprochen.
Ertragreiche Einnahmequellen in der Landwirtschaft, Direktvermarktung, Pflanzenschutz, sinnvolles Zeitmanagement und der Nutzen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sind die Themen der „agrarwelt“. Die Fachmesse für Bio-Energie, regionale Kulturlandschaft und Agrartechnik ist zum zweiten Mal Treffpunkt der Voll-und Nebenerwerbslandwirte aus dem Dreiländereck. Einer ihrer ideellen Träger ist der Maschinenring Tettnang, dessen Geschäftsführer Hubert Hengge berichtete, dass sein Maschinenring das östliche Kreisgebiet abdeckt und 960 landwirtschaftliche Mitglieder (von 1000) hat. Hengge sprach von einem ländlichen „Transfer-Dienstleister“ für die fast ausschließlichen Familienbetriebe, der sich beispielsweise auch um den Gerüstbau für Hagelnetze kümmere, die Bau-Hilfe, den Baumschnitt im Winter, dem Betriebsmittel-Einkauf oder der Beratung, die immer wichtiger werde. Hengge ist überzeugt, zur Einkommensverbesserung der Mitglieder beizutragen.
Einer „spannenden Freizeitbeschäftigung“ geht der Lehrer Jan Henning Gesierich-Kowalski aus Meckenbeuren nach. Er ist nebenbei leidenschaftlicher Haus- und Hobbybrauer, und wird darüber als Mitglied der Vereinigung Haus- und Hobbybrauer auf der Messe (Halle B 3) berichten. Bundesweit haben die Hobbybrauer 600 Mitglieder, die in „Handarbeit“ für einen Bierausstoß zwischen 20 und 3000 Liter sorgen. Weil Bierbrauen keine Geheimwissenschaft ist, werden sie den Messebesuchern Rede und Antwort stehen. Wer Bierbrauer werden möchte, ist mit einer Investition von etwa 1000 Euro dabei. Angemeldet werden muss das Hobby beim Zoll, der als Biersteuer fünf Euro für den Hektoliter nimmt. Dann kann’s schon losgehen.
Die Fruchtwelt Bodensee ist von Freitag, 19. bis Sonntag, 21. Februar, geöffnet. Freitag und Samstag von 9 bis 18 Uhr, Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Die Tageskarte kostet neun Euro und beinhaltet auch den Eintritt für die agrarwelt. www.fruchtwelt-bodensee.de
Bild: Siegfried Großkopf
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