Größter Schoko-Weihnachtsmann und Konditorjubiläum
23. Dezember 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, GESCHICHTE, INSEL MAINAU, KONSTANZ, TOURISMUSKonstanzer Konditormeister Reinhard Mayer seit 1984 auf Cafe Bohe -
Feinste Kuchen und Weine in unverändert nostalgischer Einrichtung
KONSTANZ.fsf / 60 Zentimeter groß und 2,5 Kilo schwer ist in der Schoko-Weihnachtsmann von Konditor- meister Reinhard Mayer von Cafe- Bohe in der Wessenbergstraße in Konstanz. Er dürfte der Größte und wohl auch leckerste in der Stadt sein. Er ist aus bester Schweizer Schoko- lade hergestellt. Im Schaufenster ist der Weihnachtsmann der Hingucker neben feinsten Pralinen und anderen Leckereien. Am 1. Januar 2009 feiert der 50-jährige Konditormeister ein süßes Jubiläum. Seit 1984 ist er auf dem Cafe Bohe das gleichzeitig als Weinstube konzessioniert ist. In der Fasnachtszeit ist die Lokalität mit nostalgischer Einrichtung, – seit 1949 nichts verändert -, eine Hochburg der Narretei. Das Gästebuch weist hoch- karätige Prominenz von Schauspiel bis Politik auf. An den Wänden hängt signiert die gräfliche Familie Bernadotte von der Mainau. Zum „Rosenkönig” Graf Lennart hatte der Konditormeister Reinhard Mayer ein inniges Verhältnis. Der schwedische Graf liebte den Baumkuchen von Cafe Bohe, der zu jedem Frühstück gehörte.
In der Familie von Reinhard Mayer hieß es „das
Handwerk hat goldenen Boden”. Mit 14 Jahren begann er die dreijährige Lehre als Bäcker, es folgten zwei Jahre Konditor und 1,5 Jahre als Koch mit Abschluss. Er arbeitete in der Bäckerei Fischer in All-mansdorf, auf der Mainau als Koch, in Reutlingen, Stuttgart und Florida Key West. Dann zurück nach Konstanz, wo er seit 1984 Pächter vom Cafe und Weinstube Bohe ist. Im Gastraum scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, die handge- fertigten Mosaiktische und Stühle hat er vom Vorgänger übernommen. Es ist Platz für 40 Personen. Für den heute 50-jährigen Reinhard Mayer hat das Cafe Bohe „Seelen- verwandtschaft”, denn der erste Inhaber hieß gleichfalls Mayer und hatte im Jahre 1862 die erste Zuckerbäckerei in der Stadt Konstanz aufgemacht. Aus dieser Zeit stammen noch alte Blei- und Zinnformen für Osterhase und Weihnachtsmann. Über den 1. Und 2. Weltkrieg konnten sie gerettet werden, wobei seiner Zeit die Metalle für Waffen und Munition eingezogen wurden. Die Formen sind heute Schätze alter Backkunst in Vitrinen. Den Weihnachtsmann aus 38 Prozent Kakao hat Reinhard Mayer in eine Plexiglasform gegos- sen, wobei er die Augen, Bart und Kleidung mit weißer Schokolade geschminkt hat. Auf seine Konditor-Spezialität, Baumkuchen aus Butter-Biskuitmasse im offenen Feuer in drei Lagen auf einer Eichenwalze gebacken, ist er besonders stolz. Für die Backkunst hat er Wochen im Voraus Kundenbestellungen, wobei sein bester Kunde Graf Lennart Bernadotte im Jahre 2004 an Altersschwäche verstarb. Doch die Tradition bleibt: die gräfliche Mainau-Familie hat zu Weihnachten einen Baumkuchen von Reinhard Mayer bestellt.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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