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Heinz-Sielmann-Stiftung investiert 1,5 Millionen Euro in Biotop-Bodensee

15. Januar 2008 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, INSEL MAINAU, MEDIEN, NATUR, POLITIK, PROMIS, SOZIALES, TOURISMUS, UMWELT

Grenzüberschreitende Projekte bis in den Kanton Schaffhausen-
Im Kuratorium Königliche Hoheiten, Wissenschaftler und Cine- Promis-

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BODMAN fsf/ Bis in das Jahr 2010 wird die Heinz-Sielmann-Stiftung in den Biotop-Verbund Bodensee rund 1,5 Millionen Euro investieren, wobei es um 90 Projekte geht. Zu den Großprojekte der Naturstiftung, gegründet im August 1994 von dem international bekannten Tierfilmer Prof. Heinz Sielmann, der im Jahre 2006 verstarb, gehören in den kommenden Jahren die „Sielmanns-Naturlandschaft Döberitzer-Heide“ bei Berlin mit 3.500 Hektar, einem ehemaligen Truppenübungsplatz von der Kaiserzeit, Roten Armee bis Bundeswehr sowie das so genannte „Grüne Band Eichsfeld-Werratal“ an der innerdeutschen Sektorengrenze von der Ostsee bis Thüringer-Wald auf 1000 Kilometern, wovon die Stiftung an die acht Kilometer mit Ausdehnung auf 130 Kilometer betreut.

Die Kosten der Renaturierung liegen für die Großprojekte bei rund 15 Millionen, wovon der Bund sowie die Länder den „Löwenanteil“ übernehmen. Das Spendenaufkommen der Heinz-Sielmann-Stiftung lag im Jahre 2007 bei rund 6,8 Millionen Euro, wobei die Naturstiftung in Deutschland zu den seriösen „Top- Ten“ gehört.

„Who is who“ hieß es bei der Kuratoriumssitzung Biotop-Verbund Bodensee der „Heinz-Sielmann-Stiftung“ auf Schloss Bodman am Bodensee. Eingeladen hatte Graf Wilderich von und zu Bodman die „Kollegen“ Fürst Heinrich zu Fürstenberg, Prinz Bernhard von Baden, Gräfin Sonja Bernadotte, die Voith-Tochter Dr. Cornelia Hahn, die Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek, den Künstler Bruno Epple, die Leiterin der Internatsschule Schloss Salem Prof. Dr. Dr. Eva Marie Haberfellner sowie Politiker, Landrat, Bürgermeister bis Landschaftsplaner.
Für 2008 hat die Lenkungsgruppe eine Investition von 300.000 Euro für Projekte wie die Sicherung der Steiluferlandschaft bei Sipplingen, Brutgebiet der Bienenfresser bei Herdwangen, Streuobstbestände in der Mauracher Bucht, Öffnung des Hangen-bachs bei Salem- Weildorf, Renaturierung des Eisweihers bei Stockach veranschlagt. Das Land bezuschusst die Projekte mit weiteren 200.000 Euro. Im Etat ist der grenzüberschreitende Schutz der Rebhühner bis in den Kanton Schaffhausen.

Die Stiftung hat im Bodenseeraum bisher 600.000 Euro investiert, wobei der „Sielmann- Weiher“ bei Billafingen im Bodenseehinterland zu den Vorzeigeprojektengehört. Aus einer Wiese, vor Jahrzehnten ein verzweigtes Biotop, dann zugeschüttet für mehr Agrarfläche, wurde durch Ausbaggerung ein lebendiger Biotop mit einer Wasserfläche von 1,3 Hektar. Ein Jahr später gab es bereits erste Bruterfolge bei den Schwarzkehlchen und der Kolbenente. Für die Zugvögel ist der Weiher mit Fröschen und Fischen sowie Insekten zum Rastplatz geworden. An die 100 verschiedene Pflanzenarten, wie die rote Lichtnelke und die Wollkratzdistel, finden hier jetzt ihr Wachstum Der Weiher steht mit drei anderen Biotopen in Verbindung, so dass die Amphibien wandern können. Der „Sielmann-Weiher“ trägt wesentlich zur Klimaverbesserung bei, wobei er durch Tiere und Fauna zum Naherholungsgebiet geworden ist.

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Vorsitzender der Lenkungsgruppe der Heinz Sielmann-Stiftung „Biotop-Verbund Bodensee“ ist der bekannte Ornithologe Prof. Peter Berthold, früherer Leiter der Vogelwarte Radolfzell- Möggingen, Außenstelle des Max Planck-Instituts, dieser:„Seit den 70er Jahren ist am Bodensee der Vogel Wiedehopf verschwunden, der Raubwürger seit gut zehn Jahren. Das Rebhuhn ist durch Herbizide in der Landwirtschaft akut vom Aussterben bedroht. Der Gartenrotschwanz ist dabei sich zu verabschieden, früher war er in jedem Hausgarten anzutreffen. Auch die Dorngrasmücke fehlt. Der Berglaubsinger ist am Verschwinden begriffen. Den Vögeln fehlen die Habitate, die natürlichen Futter – und Schutzräume. Ein einzelner Biotop hat als Naturschutzgebiet keine Chance. Nur im Verbund hat die Population von Tier und Fauna eine Chance zu überleben. Sie muss im stetigen Austausch stehen. Der Sielmann-Weiher ist Beweis einer gesunden Natur, binnen drei Jahre sind die nachgewiesenen Vogelarten von 115 auf 152 gewachsen. Mit drei Schwarzkehlchenpaaren brüten hier schon zehn Prozent des Bestands im Bodenseekreis“.

Bilder: (C) Fritjof Schultz – Friese

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