In Konstanz philatelistische Top-Rarität: Längste Briefmarkenrolle der Welt mit 128 „Olympia- Stamps“ aus Peking
14. Februar 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, HOBBYNach dem Maschinenbaustudium versuchen 28-jährige Selbstständigkeit mit Asia- Geschäft „Xinyun“ Keying Bai ist Vorsitzende von „Chinesische Vereinigung Konstanz e.V.“ mit über 300 Mitgliedern

KONSTANZ / PEKING. fsf/ Die China-Post hat zu den 29. Olympischen Sommerspielen in Peking vom 8. bis 24. August mit 6,33 Meter auf 0,25 Meter die längste Briefmarkenrolle der Welt herausgebracht. Die Motive der 128 „Stamps“ zu je 80 Fen (0,8 Cent) sind fünf spaßige bunte Puppen und Pandabären mit Titel „Welcome to Peking“, die in den 28 Sportdisziplinen aktiv sind. Die Kosten der philatelistischen Rarität, einer limitierten Auflage von 50.000, liegen bei rund 1.100 Euro und sind im Land der Mitte vielfach schon vergriffen. Eines der wenigen Exemplare haben die 28-jährige Keying Bai und der gleichaltrige Jiang Chuan, die in Konstanz Maschinenbau und Informatik studiert haben, über den sportbegeisterten Vater aus Peking bekommen. Im Dezember letzten Jahres haben sich die beiden Ex- Studenten in der historischen Bodenseestadt mit Geschäft „Xinyun“, auf Deutsch „Glück“ für asiatische Geschenkartikel in der Altstadt selbstständig gemacht. Die zierliche 28-jährige Keying Bai ist zugleich Vorsitzende der „Chinesischen Vereinigung Konstanz e.V.“, der gut 300 Mitglieder angehören.
Seit 1998 sind Keying Bai aus der chinesischen Industriestadt Tai Yuan (Kohle und Metall), gut drei Millionen Einwohner und Chuan Jiang aus der Industriestadt Wuhan (Autobau), gut acht Millionen Einwohner, in Konstanz zuhause. Die Partnerschaft der Konstanzer Fachhochschule mit der Stuttgarter Firma „Koch-Song Maschinenbau“ mit Firmierung in China machte das Studium am Bodensee möglich. Beide besuchten in Konstanz nach dem chinesischen Abitur (12 Klassen) das Auslands-Studien-Kolleg (ASK), das sie beide mit Notenschnitt 2,5 abschlossen, wobei hier bereits das Fachdeutsch für das Folgestudium Maschinenbau gefragt war. Während sie im Maschinenbau blieb studierte er Informatik. Nach sechs Semestern war beiden klar, „das kann es nicht sein“, zumal sie in Deutschland bleiben wollen. (derzeit mit Visa) Über die Industrie und Handelskammer (IHK) beantragten sie mit einem Businessplan Förderung zur Selbstständigkeit. Anfang Dezember eröffneten sie in der Konstanzer Altstadt Neugasse (Nähe Karstadt) das Asia- Geschäft „Xinyun“ mit Geschenkartikeln, Schmuck und Deko. Spezialisiert haben sie sich auf „hand made“, also keine Industrieware, sondern handgeknüpfte Taschen, traditionelle chinesische Kleidung, feine Tücher und Spielzeug. Die Waren kaufen sie bei Exkursionen in China und Tibet. Dabei bleibt die längste Briefmarkenrolle der Welt mit 128 spaßigen Olympia- Motiven, die zugleich das Maskottchen der 29. Sommerspiele sind, eine philatelistische Top-Rarität, wobei sie in kein Briefmarkenalbum passt.
Bild: (C) Fritjof Schultz – Friese
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