In Konstanz / Staad nach Umbau neuer Fähreshop mit Schnellimbiss
29. Mai 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, KONSTANZ, MEDIENNach 50 Jahren muss 85-jährige Josephina Kronenbitter ihren Kiosk aufgeben-
Neuer Pächter Rüdiger Niedzwietzki ist zugleich Fährewirt auf sechs Schiffen

KONSTANZ / STAAD. fsf/ Die 86-jährige Josephina Kronenbitter ist als Konstanzer Fähre-Kioskbetreiberin eine Institution. Generationen haben bei ihr die Tageszeitung, Illustrierte, ein Sandwich oder ein Bier gekauft. 50 Jahre hat sie den Medien „gedient“. Am 12. Juni ist ihr letzter Tag am Fährehafen Staad. Ihr Nachfolger Rüdiger Niedzwietzki baut seit Wochen den ehemaligen Kiosk mit einer Investition von 200.000 Euro zu einem modernen Fähreshop mit Schnellimbiss um, wo am 13. Juni die große Eröffnung ist. Bis dahin haben die Stadtwerke, die Fährebetriebe, der betagten Josephina Kronenbitter einen gelben Container als Ersatzkiosk aufgestellt, der am Stichtag an den Harken kommt und abtransportiert wird.
Der 57-jährige Rüdiger Niedzwietzki ( S.Bild links ) ist kein Unbekannter in Konstanz. Seit 1993 bewirtschaftet er die sechs Bodensee-Fähren mit 15 Festangestellten sowie 40 Teilzeit. In den gut 15 Minuten Überfahrt Konstanz- Meersburg verkauft er Vesper, Kaffee, Bier, Wein, Schnaps, heiße Würstle sowie Kuchen und Eis. Er ist erfolgreich. Die Stadtwerke sind mit dem Schiffs- Gastronomiepächter zufrieden. Auf zehn Jahre mit Verlängerung hat Rüdiger Niedzwietzki den einstigen Fährekiosk gepachtet, wobei er gut 200.000 Euro in einen totalen Innenausbau mit 87 qm investiert. Das äußere Haus darf nicht verändert werden, da es als Bauhausstil unter Denkmalschutz steht. Architekt für den Umbau ist der Dipl. Ing. Peter Rohde, der sich als Innenarchitekt mit den Fähren „FS Kreuzlingen“ im italienischen Stil sowie der Großraumfähre „FS Tabor“ mit einer schiffsförmigen Bar und der „FS Fritz Arnold“ im Retro- Design mit Kirschbaumtäfelung und Lederpolstern einen Namen gemacht hat.
Der neue Fähreshop von Rüdiger Niedzwietzki mit 28 Sitzplätzen soll schlicht und modern sein. Eine Ähnlichkeit mit einem Tankstellenshop soll vermieden werde. Das Angebot gleich einem Schnellimbiss, einer Bäckerei sowie Kiosk mit Tageszeitungen sowie Illustrierten. In Vitrinen stehen Fähre-Modelle. Die Öffnungszeiten sind mit 6 Uhr in der Frühe bis 24 Uhr nachts den Bedürfnissen der Fähregäste angepasst. Dabei hat der Fähreshop die Chance zum Treff für die Anwohner von Staad sowie der Segler am angrenzenden Hafen zu werden.
Für die 86-jährige Josephina Kronenbitter, der nachgesagt wird, dass sie im Fährekiosk schläft (haust), ist ihr Nachfolger Rüdiger Niedzwietzki ein Albtraum. Nach ihren Worten zerstört dieser ihre Existenz und damit ihr Leben. Sie will noch lange nicht aufhören und hofft jetzt auf einen 400.— Euro Job.
Am 13.Juni eröffnet der neue Fähreshop in Konstanz / Staad mit dem Schiffsgastro- nomen Rüdiger Niedzwietzki (im Bild links), der über 200.000 Euro in den Ländebau investiert hat. Architekt des Totalumbaus ist Peter Rohde rechts), der sich einen Namen durch den Innenausbau der Fähren „FS Fritz Arnold“, „FS Kreuzlingen“ sowie der „FS Tabor“ gemacht hat. Für die einstige Fähre-Kioskpächterin, die 86-jährige Josephina Kronenbitter (Bild), ist die Nachfolge ein Albtraum. Nach 50 Jahren soll sie aufhören, wobei sie weiter machen will.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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