InterSky für fairen Wettbewerb
9. Juni 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, FLUGHAFEN, FLUGHAFEN FRIEDRICHSHAFEN, FRIEDRICHSHAFEN, POLITIKBodensee-Airline sieht Mängel bei geplanter Besteuerung -
“Ökologische Luftverkehrsabgabe ist Wettbewerbsverzerrung”
BREGENZ / FRIEDRICHSHAFEN. red./ Das neue Sparpaket der deutschen Bundesregierung sieht vor, Flugge- sellschaften ab 2011 mit einer „öko- ogischen Luftverkehrsabgabe” zu be- steuern. Die Bodensee- Airline InterSky ortet in der geplanten Abgabe erheb- liche Wettbewerbsverzerrungen. Geht es nach den Plänen der deutschen Bundesregierung sollen ab 2011 alle Fluglinien, die in Deutschland starten eine „ökologische Luftverkehrsabgabe” leisten. Claus Bernatzik, Geschäfts- führer der Bodensee- Airline InterSky, sieht in der geplanten Besteuerung eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung und eine Benachteiligung der deutschen Airlines: „Die Öko-Steuer würde bedeuten, dass Fluglinien, die ab Friedrichshafen fliegen zahlen, jene, die ab Altenrhein fliegen jedoch nicht. Alle, die über einen Umsteige-Hub in Deutschland fliegen – zum Beispiel Düsseldorf-Friedrichshafen und dann weiter Friedrichshafen- Elba – würden künftig diese Abgaben sogar zweimal bezahlen.”
Die Luftverkehrsabgaben werden bereits seit einigen Jahren in England und Holland erhoben. Mit Folgen! Nach Einführung der Abgabe in Holland verzeichneten die grenznahen deutschen Flughäfen wie Düsseldorf, Niederrhein (Weeze) und Köln/Bonn einen Zuwachs an holländischen Passagieren von bis zu 12 Prozent. So eine massive Abwanderungsrate beziehungsweise Verschiebungsrate des Passagierflusses könnte auch Deutschland drohen. Der Zeitpunkt für eine Besteuerung der Airlines sei außerdem ungünstig. Viele Fluglinien hätten noch mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der Aschewolke zu kämpfen. Zudem wird der bereits beschlossene CO2-Emissionshandel ab dem Jahr 2012 umgesetzt. Aber auch hier sieht Claus Bernatzik Wettbewerbsvorteile für Fluglinien, die außerhalb der EU beheimatet sind, da diese nicht in den Handel inkludiert sind. Carrier aus dem Osten würden profitieren. „Die Airlines werden die steigenden Kosten nicht selber tragen können, sie werden sie auf die Passagiere übertragen, was schließlich dem Luftverkehrsstandort Deutschland und den betroffenen Airlines allgemein schadet”, kritisiert Bernatzik.
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