Johannes Dörflinger stellt in Kulturbrücke Fratres aus
7. Juni 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, GESCHICHTE, HOBBY, KONSTANZ, KUNST UND KULTUR, MEDIEN, POLITIK, PROMIS, TOURISMUS, UMWELTTarot- Stelen der Deutscher-Schweizer Kunstgrenze in Galerie in Niederösterreich -
Konstanzer im Guggenheim-Museum und in weltweit renommierten Ausstellungen

KONSTANZ / FRATRES. fsf/ Vor 20 Jahren fiel der eiserne Vorhang, die Grenzbefestigungen, zwischen Österreich und Tschechien. Am 21. Dezember 2007 folgten die Schlagbäume zu einem offenen Europa. Bis Ende Juni stellt der internationale bekannte Konstanzer Künstler Johannes Dörflinger zehn seiner Torat- Skulpturen der weltweit ersten Kunstgrenze zwischen Deutschland- Schweiz, der Städte Konstanz-Kreuzlingen, in Größe 70 Zentimeter in der Kulturbrücke Gutshof Fratres in Niederösterreich nähe Walskirchen an der Thaya aus. Der barocke Ausstellungsort aus dem 15.Jahrhundert, gegründet 1995 von Dr. Peter Graf Coreth sowie Dr. Christoph Ferch als kulturelle Plattform, wobei es um die Überwindung der Grenzen geht, liegt direkt an der Grenze zu Tschechien. Ziel ist es, durch zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen die Grenzregion Österreich-Tschechien kulturell zu beleben, wobei das hochgesteckte Ziel ein Kulturaustausch über die Grenzen von Europa ist.
Im April 2007 wurde auf der EU-Außengrenze Deutschland-Schweiz, der Städte Konstanz- Kreuzlingen, die weltweit erste Kunstgrenze mit 22 acht Meter hohen Tarot-Stelen auf 300 Metern eröffnet. Es brauchte Zustimmung der Regierungen in Brüssel, Berlin und Bern. Die Kunstgrenze ist ein weltweites Novum von Politik bis Kunst. Wo vordem ein gut zwei Meter Grenzzaun die Deutsch-Schweizer Städte als Fortführung der einstigen Nazi-Grenze trennte, stehen heute die hohen Arkana des Tarots von Magier bis Narr aus rot schimmerndem Edelstahl. Es ist eine Arbeit des international bekannten Konstanzer Künstlers Johannes Dörflinger.
Gleich Dörflinger war für Salvador Dalli und Niki de Saint Phalle das Tarot eine künstlerische Herausforderung. Für den einen malerisch surrealistisch und für die andere in üppigen Formen und poppiger Farbe.
Seit 1975 beschäftigt sich der Konstanzer Johannes Dörflinger mit den Trümpfen des Tarots, das seine kultische Entstehung im 14. Jahr- hundert mit einer Prozession in Norditalien hat. Seine ersten Arbeiten sind 22 Granolithos in gepünkelter Zellstruktur auf Papier, die heute in der bekannten Tate-Galerie in London hängen. Es folgten 1988 Tarot- Handsiebdrucke auf Karton, die dem international bekannten Künstler Oskar Schlemmer für das triadische Ballett gewidmet sind. Sie sind im Metropolitan Museum in New York ausgestellt. Weitere diesbezügliche Arbeiten von Dörflinger sind im Guggenheim-Museum, gleichfalls in New York, zu sehen. Mit der Kunstgrenze auf der EU-Außengrenze Deutschland-Schweiz vollendet der Konstanzer Künstler den Zyklus des Tarots.
Die Idee zur Kunstgrenze kommt von den Bürgermeistern aus D- Konstanz Horst Frank sowie Josef Bieri aus CH- Kreuzlingen. Nach Wegfall des letzten Grenzzaunes in Europa suchten sie eine künstlerische Lösung für die zukünftig offene Grenze. Hierfür bot sich ein erfolgreicher Broker beziehungsweise Banker als Investor mit gut 700.000 Euro an. Gegründet wurde die „Johannes- Dörflinger- Stiftung” mit Sitz in Kreuzlingen, wobei der Künstler Johannes Dörflinger mit der Kunstgrenze beauftragt wurde.
Im Gutshof Fratres in Niederösterreich stellt Johannes Dörflinger zehn Tarot- Stelen in Kleinformat sowie zehn große
Polaroid- Transformationen auf Aluminium-Platten, die in Bezug zur Tarot stehen, mit Thema; “Der Mensch im Beziehungsgeglecht” bis Ende Juni aus. Begleitend zu Dörflinger finden weitere Aus- stellungen sowie Vor- träge mit Schwerpunkt Europa sowie die Fi- nanzkrise mit hochka- rätigen Künstlern sowie Dozenten statt.
Weitere Infos unter www.kulturbruecke.com .
Bilder: Fritjof Schultz-Friese 1/ Kulturbrücke Fratres 2
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