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Pfahlbauten

Kaiserliche Parkanlage am Bodensee wiedereröffnet

19. August 2008 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, ARCHÄOLOGIE, EVENT, GESCHICHTE, KUNST UND KULTUR, PROMIS, TOURISMUS

Napoleon Museum Bodensee

Für 30.000 Gulden kaufte EX- Königin Hortense Schloss mit Land-
Kaiser Napoleon III. verbrachte Kindheit und Jugend auf Schloss Arenenberg

SALENSTEIN / THURGAU. fsf/ Wo die flüchtige Ex-Königin von Holland,  Hortense de Beauharnais, Schwägerin des verbannten Franzosenkaisers Napoleon Bonaparte, mit dem europäischen Hochadel lustwandelte, der spätere Napoleon III. seine Kindheit und Jugend verbrachte, wird ab Sonntag das gemeine Volk durch die restaurierte Parklandschaft spazieren. In die Rekonstruktion der elf Hektar Parklandschaft Schloss Arenenberg am Schweizer Bodensee, nahe Konstanz, hat die Schweizer „Stiftung Napoleon III.“ 1,65 Millionen Euro investiert. Der Landschaftspark mit Grotten und Eremitagen geht auf den bekannten französischen Landschaftsarchitekten Jean-Jacques Rousseaus sowie dem Fürsten Hermann von Pückler- Muskau zurück. Es ist die älteste Parklandschaft der Schweiz.

Luftaufnahme Bodensee

Im Jahre 1817 kauft die EX- Königin Hortense de Beauharnais, nach Flucht durch Halb- Europa, das ländliche Anwesen oberhalb vom Bodensee, auf dem thurgauischen „Narrenberg“, dem Konstanzer Bürgermeister Johann Baptist von Streng für 30.000 Gulden ab. Den herrschaftlichen Landsitz ließ sie zu einem Schloss umbauen sowie die Hanglage zu einer der schönsten Parklandschaften in Europa. Hierzu gehörten drei Springbrunnen mit gefassten Quellen, zwei Eremitagen (Lusthäuser), mehrere Grotten, ein Glaciere (Eiskeller im Erdreich), ein Belvedere (Aussichtspunkt auf den Untersee mit der Insel Reichenau) und zwei Metallzelte im separatem Parkteil für Festivitäten. Hierzu gehörte auch die nachempfundene Grabstätte von Napoleon Bonapartes mit der berühmten Trauerweide von St. Helena. Ein Wegnetz führte zum Schiffsanleger am Rhein. Der Sohn von EX- Königin Hortense de Bauharnais, die 1837 starb, Louis Napoleon, der später Kaiser Napoleon III., komplettierte den Park mit einem Wegenetz. 1843 verkaufte der Kaiser das Schloss mit Park, wobei seine Frau, die Kaiserin Eugenie das Anwesen 1855 zurückkaufte und im Jahre 1906 dem Kanton Thurgau schenkte. Diese richteten die Touristenattraktion, das „Napoleon- Museum“ Schloss Arenenberg, das Top-Highlight am Bodensee, ein.

Eine Sensation war für die kantonalen Archäologen die gute Beschaffenheit der einstigen Attraktionen im Lustgarten der Familie Napoleon. Der letzte kaiserliche und spätere kantonale Obergärtner Georg Alfons Simon hatte sie mit einer dicken Humusschicht zugedeckt, worüber später nach Hausbau eine Schutthalde geschüttet wurde. Durch Ölgemälde, Fotografien sowie Planung der Architekten waren die Standorte der Grotten sowie Eremitagen und andere Köstlichkeiten bekannt. Jetzt ist wieder eine 20 Meter lange und sechs Meter hohe Sandsteinwand mit Tuff und Tropfstein zu sehen, aus den Quellen sprudeln. Aus einer Brunnenschale schießt eine 20 Meter hohe Fontaine.  
Von den elf Hektar Parklandschaft wurden bisher an die 50 Prozent rekonstruiert. Für die Fertigstellung werden zehn Jahre gerechnet. Entscheidend an der Planung beteiligt ist der Kurator des Napoleonmuseums Dominik Gügel mit Stellvertreterin Christine Egli.

Nach Rekonstruktion des thurgauischen Napoleon-Parks am Bodensee, Schloss Arenenberg, rechnet der Kurator Dominik Gügel mit Stellvertreterin Christine Egli mit gut 1000 Besuchern am Tag. In die älteste Parklandschaft der Schweiz mit elf Hektar hat die Schweizer „Stiftung Napoleon III.“ 1,65 Millionen Euro investiert, wobei zur Wiedereröffnung gerade 50 Prozent, wie zu Zeiten der EX- Königin Hortense de Beauharnais (im Bild), mit Grotten und Eremitagen zurückgebaut wurden.

Weitere Infos unter: www.napoleonmuseum.tg.ch
Bilder: Fritjof Schultz-Friese

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