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„Kerosin im Blut“ – Renate Moser und Claus Bernatzik von InterSky zu Gast an der ZU

11. Mai 2010 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BREGENZ, FLUGHAFEN, FLUGHAFEN FRIEDRICHSHAFEN, FRIEDRICHSHAFEN, PROMIS, TOURISMUS, ÖSTERREICH

Weltweit erste Frau die eine Fluglinie gründete – heute größte Private in Österreich

Kein Geld in Bern verdient in Friedrichshafen am Bodensee erfolgreich

FRIEDRICHSHAFEN / BREGENZ. red./ Sie ist die erste Frau weltweit, die eine Fluglinie gegründet und geleitet hat: Renate Moser, Miteigentümerin der Fluglinie InterSky. „Für sie könnte der Begriff Powerfrau erfunden worden sein“ – so der Eindruck eines Gastes nach der Veranstaltung „Familienklatsch“, zu der Renate Moser und ihr Sohn und Geschäftsführer der Fluglinie an die Zeppelin Universität (ZU) eingeladen waren und zwei Stunden lang von der Faszination Luftfahrt schwärmten. InterSky ist die größte private Fluglinie Österreichs, sie fliegt Destinationen in ganz Europa an, hat ihren Sitz in Bregenz und ihre Homebase am Flughafen Friedrichshafen.

Dass die Fluglinie Intersky  einmal 300000 Passagiere im Jahr befördern, vier Flugzeuge besitzen und 30 Millionen Euro Umsatz machen würde, damit hatte die energiegeladene Renate Moser im Gründungsjahr 2001 nicht gerechnet. Damals hatte die frühere Pressesprecherin vom Flughafen Wien die einmalige Gelegenheit, eine Dash 8-Maschine zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon längst mit dem Luftfahrt-Virus infiziert. Trotz vieler Bedenken wagte sie den Schritt in die Männerdomäne und startete im Chartergeschäft auf dem damaligen Heimatflughafen Bern durch. „Viele haben gesagt: ‚Eine Frau im Fluggeschäft, das kann nichts werden’“, schmunzelt Renate Moser angesichts der Tatsache, dass sie schnell das Gegenteil bewies. „Wir haben Kerosin im Blut, wenn man einmal als Unternehmer Luftfahrt gemacht hat, dann kommt man nicht mehr davon los. Es gibt nichts Schöneres für uns“, begründet Renate Moser ihren mutigen Einstieg in das Geschäft. Ihren Sohn hatte sie schnell angesteckt mit der Liebe zum Fliegen: „Luftfahrt ist einfach sexy!“, fügt Claus Bernatzik lachend hinzu.

Das Chartergeschäft erwies sich in Bern zwar als zuverlässig, doch Geld verdienen konnte Renate Moser auf lange Sicht damit nicht. „Damals hat Claus gesagt: ‚Komm’ nach Friedrichshafen!’, er hatte das Gefühl, dass wir dort an der richtigen Adresse sind“, schildert Renate Moser. Die Mutter hörte auf ihren Sohn – mit bekanntem Erfolg. „Wir haben uns von Anfang an als Regionalfluglinie mit familiärem Hintergrund positioniert und fokussieren uns auf das, was wir können. Dabei sind regionale Vernetzung, Kundennähe und Persönlichkeit die wichtigsten Voraussetzungen“, so Claus Bernatzik, der vor seiner Tätigkeit bei InterSky lange Jahre im Tourismusgeschäft, unter anderem als Manager bei Rheintalflug und Eurowings, gearbeitet hat. Im Jahr 2006 übernahm schließlich der Sohn das Ruder von seiner Mutter und wurde Geschäftsführer. Keine leichte Entscheidung für Renate Moser, doch mittlerweile fühlt sie sich im Ruhestand ganz wohl. Das Wort „Ruhestand“ trifft denn auch nur teilweise zu: Gemeinsam mit ihrem Mann Rolf sitzt sie im Beirat des Unternehmens. Ob bei Problemen mit der Aschewolke (dieses Wort ist für Mutter und Sohn mittlerweile ein rotes Tuch) oder der neuen Konkurrenz durch Germanwings – wichtige Entscheidungen trifft der Familienrat gemeinsam. „Egal, ob wir manchmal unterschiedlicher Auffassung sind: Ich weiß, mit meiner Mutter ist man auf der Gewinnerstraße“, sagt Claus Bernatzik am Ende des Gesprächs.

Bild: Veranstaltungsreihe „Familienklatsch“ an der ZU: InterSky-Chef Claus Bernatzik, Prof. Dr. Andreas Wiedemann vom Institut für Familienunternehmen an der ZU und Renate Moser (v.li.).


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