Konstanz Hochburg für Straßenmusik und Gaukler?
9. April 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, HOBBY, KONSTANZ, MUSIK, SOZIALES, TOURISMUSIm Folklore-Kleidchen wird „Mütterchen Russland” besungen –
Indianergeheul mit Kriegstanz über Lautsprecher verboten

KONSTANZ fsf/ Mit den Touristen kommen die Straßenmusiker an den Bodensee mit Schwerpunkt Konstanz. Seit Jahren sind es zunehmend Personen bis Gruppen aus dem Ostblock, die in Folklore-Kleidchen „Mütterchen Russland” besingen oder gleich Don Schiwago dahin schmelzen. Für das Konstanzer Bürgeramt sind die orga-nsierten Gruppen ungeliebte Unterhalter, erlaubt sind bis zwei Personen. Beanstan- det wird von Geschäften immer wieder die ungeliebte Lautstärke. Nicht erlaubt ist mit Verstärker wie „Indianergeheul mit Kriegstanz” im Hafenbereich. Jegliche Laut-sprecher sowie batteriebetriebene Geräte sind verboten. Im letzten Jahr holten sich 68 Straßenmusiker und Gaukler sowie Artisten eine Bewilligung für öffentliche Plätze im Stadtgebiet. Im Jahr 2007 waren es 98 geliebte oder ungeliebte Unterhalter. Die Dunkelziffer der Unangemeldeten liegt bei 50 Prozent Plus. Für die Straßenmusiker gelten die Geschäftszeiten von 10- 13 Uhr sowie 14-20 Uhr danach ist „tutti” gleich Ruhestörung. Die Verweildauer an einem Platz liegt bei 30 Minuten, danach ist Pause gleichfalls 30 Minuten und Ortswechsel von gut 150 Metern.
Von 68 Anmeldungen im Konstanzer Bürgeramt Abteilung Verkehrswesen waren in der Saison 2008 50 Straßenmusiker, 18 weitere Gaukler und Artisten. Sie holten sich eine Bewilligung auf öffentlichen Plätzen für drei Monat wobei sie in dieser Zeit an zehn Tagen auftreten können. In der Genehmigung müssen sie dieses festhalten. Die Bewilligung kostet 13 Euro sowie 4 Euro am Tag. Kontrolliert werden sie von der Ortspolizei mit elf Mitarbeitern. Bei wiederholten Verstößen kann eine Bewilligung verweigert werden. An Sonn- und Feiertagen ist Auftrittsverbot für das bunte Volk, das zum Teil hiermit den Urlaub am Bodensee finanziert, wobei es zumeist Jüngere sind.
Als Star unter den Straßenmusikern am Bodensee sieht sich der kauzige Jürgen Schubert (Jorgos), der mit der Gitarre und Gesang „Schiffe am Horizont”, „Meer und Wind” sowie „ I am Sailing” und Waterkant- Songs für Fernweh wirbt. Den sesshaften Deutschen mit Schweizer Adresse Kreuzlingen trifft man in Meersburg oder in Kons- tanz an. Seine Ziele waren früher Griechenland, jetzt ist es Hamburg, wo er in Hafenkneipen und Spelunken spielt und sich sein „Input” für die Provinz Konstanz holt.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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