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Konstanzer Seenachtsfest 2008 in der Zuschauer-Kritik

12. August 2008 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN

Schweizer Nachbarstadt sieht sich mit Gratis-Feuerwerk als Sieger –
An die 100.000 Besucher in beiden Städten ohne Randale

KONSTANZ / KREUZLINGEN. fsf/ Harsche Kritik muss der Konstanzer Seenachtsveranstalter Jürgen Wünsche von Event- und Festivalmanagement  GmbH (EFM) aus Stuttgart für das Feuerwerk „Tango unterm Konstanzer Sternenhimmel“ hinnehmen, wobei die Besucherzahlen im Gegensatz zum letzten Jahr mit 10.000 Plus auf gut 50.000 Gäste getopt wurden. Zum einen soll der Eintrittspreis mit 15 Euro zu hoch gewesen sein und zum anderen die Europa-Premiere mit Abschuss von Pyrotechnik aus einem Hubschrauber ein Flop, das kaum gesehen wurde. Als Sieger im Seenachtsfest 2008 sieht sich die Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen mit dem Gratis-Event „Fantasical“, die nicht nur länger feuerten, sondern auch noch die besseren Feuerwerksraketen gehabt haben wollen. Die beiden Städte Konstanz und Kreuzlingen rechnen zusammen mit gut 100.000 Besuchern, was ein Rekord gegenüber den letzten Jahren darstellt. Das Fazit der Polizei-direktion Konstanz sowie der Bundespolizei: „Ein verhältnismäßig ruhiges Event außer kleinen Scharmützeln, wobei die Alkoholexzesse gerade bei Jüngeren zugenommen haben“.

Seenachtsfest Feuerwerk Als zu martialisch und Sicherheitsbedenken war im Vorfeld der Abschuss von Feuerwerkskörpern aus einem EuroCopter von Oberbürgermeister Horst Frank, Polizei und dem Landratsamt in die Kritik geraten, wobei die vermeintliche Europa-Premiere kurzfristig angesetzt war. Die Weltpremiere will der Helikopter, der Baureihe BO 105 von Messerschmidt-Bölkow-Blohm, im April dieses Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Abu Dhabi gehabt haben. In der Pilotenkanzel der 45-jährige Schweizer Jürg Fleischmann von „Sky- Media“ Zürich, der mit acht Hubschraubern eine kleine Flotte für Pyro- Stands am Himmel für Krimi und Action sowie als Plattform für weltweitere Fernsehstationen unterhält.

Die Regionalzeitung SÜDKURIER Ausgabe Konstanz schreibt: „Feuerwerk aus einem Helikopter – muss das sein? Die als Europa-Premiere angekündigte Attraktion entpuppte sich als Flop“. Die Redakteurin schreibt, dass das Sicherheitsrisiko für die gut 100.000 Besucher im Konstanzer sowie Kreuzlinger Seenachtsfest-Areal in keiner Relation zu den pyro-technischen Effekten stand, wobei diese aus dem Hubschrauber kaum zu sehen waren. In einer Blitz-umfrage teilten viele Besucher die Meinung, dass sie den Hubschrauber am Nachthimmel förmlich gesucht haben.
Über die Europa-Premiere, Abschuss von Feuerwerkskörper aus 300 Metern Höhe, antwortet der Kreuzlinger Veranstalter von „Fantasical“ Thomas Gut lapidar: „ Mir hönd ihn gesäe..“ was so gut heißt: „was soll’s!

In der Nachbesprechung des Konstanzer Seenachtsfestes 2008 zeigte sich am Sonntagmorgen der Veran-stalter von EFM- Stuttgart Jürgen Wünsche zufrieden., wobei für ihn die Besucherzahlen entscheiden. Der städtische Ex-Veranstalter des Events Norbert Henneberger von Tourist- Info zeigte sich gleichfalls beglückt, kann die Stadt doch an die 30.000 Euro sowie eine fette Provision einstreichen. Auch die Polizei-direktion Konstanz ist mit dem Verlauf des Festes zufrieden, wobei 300 Beamte deeskalierend eingesetzt waren. Der Pressesprecher Michael Aschenbrenner nannte vier vorläufige Festnahmen, drei Körperver-letzungen und zwei Platzverweise. Der Inspektionsleiter von der Bundespolizei Kai Wetzel, zuständig für die Landkreise Konstanz, Bodenseekreis, Tuttlingen, Ravensburg und Sigmaringen, spricht von einem relativ ruhigen Verlauf, es wurden lediglich 30 Gleisüberschreitungen geahndet und 30 Platzverweise ausge-sprochen. Im Gegensatz zur Polizei sieht die Sprecherin vom DRK Anja Wischer das Seenachtsfest 2008 als äußerst stressig an. Die 120 Hilfskräfte mussten 187 Mal bis Sonntag früh 4.30 Uhr ambulante Hilfe bei Kreislaufproblemen, Schnitt- und Stichwunden, Verbrennungen sowie bei Asthma und Diabetes leisten. Sie waren stationär mit Zelten auf Platz Klein Venedig, am Hafenzoll, Stadtgarten, Marktstätte sowie zwei Hilfsstellungen in der Seestraße.

Im Gruppenfoto von links nach rechts:
Kai Wetzel Bundespolizei, Jürgen Wünsche Veranstalter EFM, Norbert Henneberger Tourist- Info Konstanz, Anja Wischer DRK, Michael Aschenbrenner Polizeidirektion Konstanz.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese

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