Konstanzer Seenachtsfest geht Richtung Schweiz
9. August 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, KONSTANZ, KREUZLINGEN, MUSIK, TOURISMUSGrößtes Seefeuerwerk Europas am Bodensee für viele zu teuer –
Massen zieht es zu Kreuzlinger Event „Fantastical“ mit Eintritt frei

KONSTANZ / KREUZLINGEN. fsf/ An die 10.000 Besucher weniger als im letzten Jahr verzeichnet das 60. Konstanzer Seenachtsfest mit größtem europäischem Seefeuerwerk. Vielen Besuchern waren die 16 Euro Eintritt zu hoch. Sie zog es zu den Schweizer Nachbarn nach Kreuzlingen mit Event „Fantastical“, die sich über Sponsoren und Gastronomie finanzieren. Der Eintritt ist frei. Ein weiterer Negativ-Aspekt war für die Veranstalter in Konstanz, der Stuttgarter Event- und Festivalmanagement GmbH, das regnerische Wetter bis kurz vor Zündung des Musik-Feuerwerks mit Hollywood-Klassikern. Noch einen drauf setzte das Konstanzer Bürgeramt mit Verbot von Spirituosen auf dem Festgelände sowie in der Innenstadt, womit vor allem Jugendliche abgeschreckt werden sollten. Für gut 100 Wirte galt der Paragraph 19 des Gastronomiegesetzes wo es heißt, „aus besonderen Anlässen kann der gewerbsmäßige Ausschank von alkoholischen Getränken im örtlichen Bereich vorübergehend teilweise oder ganz verboten werden, wenn es zur Aufrechthaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist“ . In Konstanz und Kreuzlingen kamen zusammen 55.000 Besucher, wobei mit 100.000 gerechnet wurde.
Die Konstanzer Polizei spricht von einem ruhigeren Verlauf des Seenachtsfestes als im letzten Jahr. Es kam zu einem halben Dutzend Körperverletzungen und 15 Platz-verweisungen, was bei dem Großevent minimal ist. An die 200 Polizisten mit Ver-stärkung aus dem Kreis Konstanz, der Grenzwacht und Schweizer Kantonspolizei patrouillierten über das Festgelände. Es galt Massenschlägereien wie noch vor Jahren zu verhindern. Das eigentliche Ergebnis über das Seenachtsfest 2009 wird noch in der Bilanz-Pressekonferenz bekannt gegeben, an der die medizinischen Dienste wie DRK beteiligt sind.
Für den Vorsitzenden der DEHOGA Kreis Konstanz Wolfgang Daub war das Spirituosen-Verbot durch die Stadt Konstanz ein Affront gegen die Wirte: „Es gilt das Jugendschutz- gesetz. Spirituosen erst ab 18 Jahren“. Im Verbot sieht er primär einen Symbolcharakter und „bringt nichts. Zum anderen trinken sich nach seiner Aussage die Besucher, zumeist Jugendliche, vor dem Fest oder bei Anfahrt auf Promille, was sich nicht verhindern lässt “. Für viele Konstanzer Wirte hatte das Spiri- tuosen-Verbot für Verwirrung gesorgt. Es erinnerte sie an das staatliche Diktat des Nichtrauchergesetzes. Ein Konstanzer Wirt: „Was mache ich wenn ein Gast zum Kaffee einen Cognac wünscht, mache ich mich dann strafbar?“ Kurz vor dem See- nachtsfest ruderte das Konstanzer Bürgeramt zurück und überließ es der Verantwortung der Gastronomie.
Als durchweg positiv wurden die die Konstanzer Stadtwerke mit Gratis Bus-Shuttle am Sternenplatz bewer- tet, wo sich die Massen zur Rückfahrt in die jeweiligen Stadtgebiete bis Dettingen trafen. Ordner und Polizei sowie Lautsprecher und Lichttafeln ordneten die Seenachtsbesucher zu den Roten Arnolds.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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