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Konstanzer Wirte gehen gegen das Nichtrauchergesetz auf die Straße

6. November 2007 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, RECHT

DEHOGO unterstützt Klage vor dem Bundesverfassungsgericht –
Bis Jahresende wird mit großem Beizensterben gerechnet –

KONSTANZ. fsf/ Punkt 11 Uhr stellten sich vor dem historischen Konstanzer Schnetztor 18 Einraum- Wirte mit Gästen zum Protest gegen das Nichtraucher-gesetz auf. In den Händen ein Rauch- Gebots und Verbotsschild. Die Wirte fordern die Politik zur Korrektur des Ländergesetzes vom August auf. Gleich Spanien soll den Beizen die Entscheidung überlassen sein: Raucher oder Nichtraucher mit entsprechender Kennzeichnung. Rechtliche Unterstützung bekommen sie von der DEHOGA (Deutschen Hotel- und Gaststättenverband), die in Konstanz 150 Wirte, im Kreis 340, in Baden-Württemberg 12.000 und in Deutschland über 100.000 Gastronomien vertreten. Der örtliche Vertreter Wolfgang Daub: „Durch das Nichtrauchergesetz haben die Wirte einen Rückgang von über 50 Prozent. Es geht um die Existenz. Gegen das Gesetz bereiten wir derzeit eine Verfassungsklage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vor. In der Zeit der Prüfung fordern wir eine einstweilige Anordnung auf Aussetzung. Wir unterstützen die Wirte der Einraum-Kneipen. Ihnen soll die Entscheidung Raucher oder Nichtraucher überlassen bleiben“.


Der 8.Oktober ist für die Macher des Nichtrauchergesetzes ein schwarzer Tag. Am Abend kontrollierten in Konstanz die Polizei und Ordnungsdienst die Einraum Bierbeize „Täuble“ von Wirt Georg Hermanutz. Während die Gäste ängstlich ihre Kippen ausdrückten paffte der Schweizer Rentner Hanspeter Müller (Hampi) seine Zweite. Mit „Schweizer Raucher aus Konstanz abgeschoben“ wurde er zum Medien-Star in türkischen, französischen, Schweizer und deutschen Zeitungen und TV-Sendern. Der 66jährige wurde zum Robin Hood unter den Rauchern. Seit elf Jahren ist er Stammgast im „Täuble“, wo die Gäste zwischen 50 und 80 Jahren sind und von diesen 95 Prozent Raucher. Zu einem guten Bier gehört für sie die Zigarette. Bei Durchsetzung des Nichtrauchergesetzes geht für den Beizenwirt Hermanutz das Licht und die Gäste aus, denn er kann den 80qm Raum mit längster Theke in Konstanz nicht teilen. Hatte er anfangs ein Gästerückgang von über 50 Prozent und Existenzangst, ist das „Täuble“ am Schnetztor jetzt proppevoll. Die Bierbeize ist bundesweite Kommandozentrale für den Widerstand gegen das Nichtrauchergesetz, der Wirt und Hauptfeldwebel der Reserve Hermanutz ist in seinem Element, gibt Interviews vor laufenden Kameras: „Ich kann meine Gäste nicht entmündigen, es sind erwachsene Menschen. Ihnen das Rauchen zu verbieten heißt sie zu kleinen Kindern zu degradieren. Das Täuble ist ihr Stadtteil-Wohnzimmer, es ist ihr soziales Umfeld“.


Zur Kommandozentrale „Täuble“ gehören im Bermuda- Dreieck Ecke Kreuzlinger Straße / Schnetztor die Einraum – Gastronomien „Am Schnetztor“ mit Wirtin Imola Walburga, eine geradezu intime kleine Beize mit gut 29 qm mit gut 20 Sitzplätzen, hier sind die Gäste zwischen 35 und 40 Jahren, das „Schweizer Eck“ mit Wirtin Brunhilde Jauernig mit 50 qm und gut 35 Sitzplätzen, wobei die Gäste hier zwischen 30 und 80 Jahren sind sowie die „Zimbrischstube mit Chantal Kimmel mit 34 qm und 27 Plätzen. In den Beizen wird zu 95 Prozent geraucht. Die Räumlichkeiten in einen Raucher und Nichtraucherbereich zu trennen ist unmöglich. Bei Durchsetzung des Nichtrauchergesetzes heißt es einhellig: „dann sind wir pleite und gehen stempeln“.
Der Geschäftsführer der Konstanzer DEHOGA Wolfgang Daub: „Das Rauchverbot gilt generell in Discotheken, wobei ein Nichtraucherbereich vom Gesetzgeber erst gar nicht in Frage kommt. Eine Konstanzer Groß-Disco hat zu Helloween ein Umsatzrückgang von über 50 Prozent der Gäste. Die jungen Partymacher weichen jetzt auf Österreich und die Schweiz aus, wo ein Nichtrauchergesetz in Diskussion ist, doch mit Entscheid ähnlich wie in Spanien. Hier entscheidet der Gastronom über Raucher- oder Nichtraucherlokal. Für Deutschland fordern wir für unsere Mitglieder den gleichen Entscheid. Die Politik muss aufhören ignorant über Existenzen ‚es wird sich schon alles regeln’, zu entscheiden“.
In der Streitfrage zum Nichtrauchergesetz ist die Geschäftsstelle bereit die Mitglieder zu unterstützen:
Fon 07531- 22 678 Fax 07531- 16 510 www.daub@dehogabw.de

Bilder : (C) Fritjof Schultz – Friese

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