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Markgraf von Baden behält Weinkeller im Schloss Salem

6. März 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, FRIEDRICHSHAFEN, GESCHICHTE, POLITIK, TOURISMUS

Größter deutscher Privatwinzer mit Rebflächen am Bodensee und Ortenau-
„Seine Königliche Hoheit hat Ministerpräsident Oettinger über den Tisch gezogen”

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SALEM / STUTTGART.fsf / Bei Verkauf von Schloss Salem sowie Kunstschätze an das Land Baden-Württemberg für 60,8 Millionen Euro behält Seine Königliche Hoheit, der Markgraf von Baden, nicht nur Teile der Prälatur, sondern auch den landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau sowie die Weinkellerei mit Brennerei auf 1500 Quadratmetern. Im historischen Kellergewölbe aus dem Jahre 1620 stehen 80 Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von 1,4 Millionen Litern. Der Markgraf ist mit 145 Hektar, davon am Bodensee 110 Hektar, der Rest in der Ortenau, der größte deutsche Privatwinzer. Angebaut werden zu 60 Prozent Weißwein Müller-Thurgau bis Burgunder sowie 40 Prozent Rotwein Spätburgunder. Die Geschäfte Landwirtschaft sowie Weinanbau schreiben gegenüber der defizitären Schloss-anlage schwarze Zahlen. Im Kaufvertrag festgehalten ist ein Sitzrecht im hochgotischen Münster für die markgräfliche Familie, wobei die Kirche aus dem Jahre 1285-1425 mit wertvoller Alabastereinrichtung an das Land Baden-Württemberg geht.

Für den SPD-Landtagsabgeordneten  des Bodenseekreises Norbert Zeller hat Seine Königliche Hoheit die Regierung von Ministerpräsident schloss-salem-2_1Oettinger über den Tisch gezogen. Dem entgegnet Prinz Bernhard von Baden, Geschäfts- führer des markgräflichen Hauses: „Salem ist keine Schrottimmobilie!”. Der Sozialdemokrat und Partei sehen es anders: „Einen symbo- lischen Euro und mehr nicht”. Sie  weisen auf die langfristigen Sa- nierungskosten der Schlossanlage mit gut 47 Millionen Euro hin, wobei diese bedeutend höher sind als der Kaufpreis für das Schloss mit 25,8 Millionen. Der Kapitalbedarf, so Zeller weiter, liegt im Jahr bei rund zwei Millionen Euro.
Als sofort bauliche Maßnahme liegen hierbei die Dachsanierung sowie die Restaurierung des Kaisersaals mit wertvoller Stuckdecke. Für letztere alleine werden Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro veranschlagt, wobei das markgräfliche Haus für seine Repräsentations- zwecke ein Drittel sowie das Land zwei Drittel zu zahlen hat. Empört ist Norbert Zeller, -„es ist ein dicker Hund”, dass es im Vertrag eine  versteckte  Kaufsumme für historische Steinmetz- sowie Holzarbeiten von Ornamenten sowie Putten am Haus gibt, wo das Land gesondert zahlen muss. Hier soll  der Betrag, so Zeller,  noch ermittelt werden. “Kurz. der Markgraf hat gezockt, was letztendlich der Steuerzahler zahlen muss, so der Sozialdemokrat aus Friedrichshafen. Der Finanzexperte der Genossen Nils Schmid: „Ministerpräsident Günther Oettinger war offensichtlich bereit jede Summe für die Immobilie zu zahlen, Hauptsache er bekommt das Problem vom Tisch”.

Am 18. März soll noch einmal um über den Kauf von Schloss Salem im Plenum gestritten werden, wobei es mehr um die poltische Hygiene geht, was rechtlich keine Relevanz hat. Entschieden haben CDU und FDP mit 84 von 139 Stummen. Einen Tag später geht es bereits zum Notar. Ein Teilbetrag von 30 Millionen Euro ist bereits am 1. März geflossen, der Rest für den Kauf von Schloss Salem soll in elf Monaten folgen, wobei es dann nicht der letzte Betrag an das Haus Baden ist.

Bilder: Fritjof Schultz-Friese


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