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Pfahlbauten

Mauer der Stadtbefestigung Meersburg wird saniert

18. Juni 2009 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, ARCHÄOLOGIE, GESCHICHTE, MEERSBURG, TOURISMUS

Erste Stadt in Deutschland als Gesamtanlage unter Denkmalschutz –
Schönste Stadt am Bodensee hat über eine Millionen Tagesgäste im Jahr

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MEERSBURG. fsf/ Kein Umweg mehr in Meersburg am Bodensee für Touristen zur ältesten bewohnten Burg Deutschlands aus dem 7.Jahrhundert sowie Schlössern der einstigen Bischöfe. Die Sanierung der Stützmauer der alten Stadtbefestigung steht nach zwei Jahren vor dem Abschluss. Das salzhaltige Regenwasser hatte die historischen Stützmauer mit Höhe bis 13 Metern im Burggraben mit gut 500 Quadratmetern sowie Brücke zerfressen. Der Rohrschacher Sandstein zerbröselte den Steinmetz vielfach in den Händen. Große Flächen mussten ausgewechselt und Ent- wässerungskanäle gesetzt werden. Unterbrochen wurden die Arbeiten immer wieder durch archäologische Funde wie Amphoren, Krüge und Flaschen, die in das Mauerwerk verbaut waren. 42 Anker bis sieben Meter lang wurden in die Stützmauern zur Stabilisierung getrieben. Die Kosten der Sanierung liegen bei 816.000 Euro, wobei die Stadt 575.000 Euro trägt und 241.000 Euro durch den Ausgleichsstock sowie Sonderförderprogramme aus Bund und Landesdenkmalamt.

Seit 52 Jahren steht die Bodenseestadt Meersburg als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Es ist die erste Stadt nach meersburg-mauer-06-09-p-046_1dem Zweiten Weltkrieg deren Altstadt komplett und nicht nur einzelne Häuser unter Schutz gestellt wurden. Hierzu gehören das Alte und Neue Schloss, Reit- hof und Seminar, die historischen Fachwerk- häuser in der Steigstraße sowie Rathaus und Teile der alten Stadtmauer mit Türmen und Toren.
Von besonderer ge- schichtlicher Bedeutung ist das Alte Schloss beziehungsweise die Meersburg, – das Wahr- zeichen der Stadt -. deren Entstehung bis in das 7. Jahrhundert zur Zeiten des Merowinger- Königs Dagobert I. (605-639) zurückgeht. Das trutzige Gebäude liegt majestätisch auf dem Molassefels über dem Bodensee. Es war Sitz von Bischöfen und in Privatbesitz des Ritters Joseph von Lassberg. Die Schwägerin Annette Droste von Hülshoff, die große deutsche Dichterin, schrieb hier ihre weltbekannten Verse wie die „Judenbuch”.

Die Chronisten schreiben im Jahre 1334 von einer Bischofsfehde in Meersburg, die zur Folge hatte, dass der Burggraben von Todtnauer-Bergknappen vertieft beziehungsweise in kürzester Zeit „ainen wyten graben by der Pfarrkirche by der mure (Stadtmauer)..dem wyler (Weiler) zur beschirmung”, also ein tieferer Wehrgraben gegraben sowie die Mauern verstärkt wurden. Das Landesdenkmalamt geht davon aus, das der „Halsgraben vor der Burg in dieser Zeit die heutige Tiefe erhielt”.

wvf-altesschlossvnordwesten-um1825_1Der Großherzogliche Amtsvorstand Amtmann Scheer weist bereits im Jahre 1853 bei einer Visitation in Meersburg auf die Feuchtigkeit der Brücke zur Burg sowie in der Stützmauer der Stadtbefestigung hin, wobei diese in den Folgejahren immer wieder geflickt wurden.
Um die Feuchtigkeit in den Griff zu bekomme wurde in den 80er Jahren der Mühlbach, der das mit 7,8 m Durchmesser größte deutsche oberschlächtige Mühlrad der Schlossmühle antrieb, umgelegt. Die Mühle im 17.Jahrhundert in den alten Wehrgraben gebaut, war bis 1952 in Betrieb und ist jetzt Pension. Das Wasser des Mühlrades wird heute durch den Überfluss vom Marktbrunnen angetrieben.

Zur Sanierung Bernd Engesser vom Stadtbauamt der Stadt Meersburg: „Der Zustand von der Brücke sowie der Stützmauer der Stadtbefestigung bei der Burg waren im katastrophalen Zustand. In vorigem Jahrhundert haben die Handwerker den Mörtel aus Kalk, Stand und Wasser angerührt und eine nicht sichtbare Wand mit Ziegelsteinen gemauert. Es war ein Pfuschwerk, das dem sauren Regen sowie Salzungen im Winter nicht standhalten konnte”. Die Bauleitung hat als Fachmann der Ingenieur Uwe Edel, der in Abschnitten auch die Überlinger Stadtmauer saniert.

Bilder: Fritjof Schultz-Friese  / Stadtarchiv Meersburg – Stich



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