Medien-Klapperstorch „Maxi“ aus Andalusien zurück
14. März 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, NATUR, Schweiz, TOURISMUSSeit 1978 ist „Meister Adebar“ auf Affenberg Salem am Bodensee zuhause –
Störche vom Elsass sowie Baseler -Zoo waren das erste Brutpaar
SALEM / BODENSEE. fsf/ Der Medienstar vom Affenberg Salem, der weltweit erste Sender- storch „Maxi“ ist zurück aus Andalusien. Zum neunten Mal besetzt sie einen zehn Meter hohen Strommast in der Gemeinde Tüfingen. Hier hat sie bereits kopuliert, ist mit einem unberingten Männchen fremdgegangen, bis sich ihr Partner vom letzten Jahr durchsetzte. 23 Junge hat Maxi, 1999 vom Naturhis- torischen Museum Fribourg in Avenches / Schweiz besendert, bisher auf die Welt beziehungsweise ins Nest gebracht. Via Satellit über GPS verfolgen die Wissen- schaftler ihre Flugroute. Die ersten acht Win- ter verbrachte sie in Nordafrika, wobei sie jetzt Südspanien vorzieht. Am 20. Januar hat sie ihr Überwinterungsquartier verlassen und ist über dem französischen Departement Ain in der Schweiz in der Stadt Zürich gelandet. Hier übernachtete die Störchin im Gehege des Zoos bis sie an den Bodensee weiter flog. Seit 1978 sind auf dem Affenberg Salem, dem größten europäischen Berberaffenfreigehege, die Klapperstörche zuhause, wozu auch die Außenhorste wie Tüfingen gehören.
Drei Jahre war der Klapperstorch „Maxi“, benannt 1999 nach dem großen Schweizer Ornithologen Max Bloesch, männlich. Dann brütete er / sie im Jahr 2002 vor laufender Video-Kamera auf dem Affenberg Salem. Die Touristen konnten am Bildschirm die Aufzucht der Storchenbabys verfolgen, damit war das Geschlecht klar. “Maxi” ist weiblich. 1976 gab es in Baden-Württemberg gerade noch 15 Brutpaare, heute sind es 350. Jeder fünfte bis sechste Storch kommt von diesen vom Affenberg Salem. und wurde hier beringt. Auf dem Affenberg selber sind 18 Horste in Baumkronen sowie Dächern und 22 Außenhorste im Umkreis von 15 Kilometern wie auf dem 35 Meter hohen Fabrikschornstein in Mühlhofen. Über die Wintermonate sind an die 20 Adebare auf dem Affenberg geblieben. Die Kollegen sind im August letzten Jahres zur Überwinterung in den Süden geflogen. Die Jungstörche fliegen gut vier Wochen früher. Von diesen erleiden an die 90 Prozent den Tod durch Stromleitungen, Züge, Autos oder andere. Ihre Überwinterungsgebiete sind Spanien, Gibraltar, Marokko, Algerien, Senegal bis Elfenbeinküste. Am Tag legen sie vielfach an die 300 Kilometer mit einer Fluggeschwindigkeit von 150 Stundenkilo- metern zurück, wobei sie geschickt die Thermik ausnutzen.
Am 5. Juli 1999 wurde „Maxi“ als Welt erster Storch vom Na- turhistorischen Museum Fri- bourg Schweiz mit Projekt “SOS – Storch”, wo es um die Wie- deransiedlung des Weißstor- ches geht, im Gefieder eine Glasfaserantenne mit Solar- zelle implantiert. Es geht darum den Vogel wissenschaftlich vom Artverhalten bis zur Flug- mroute zu erforschen, wo bis dato die Erkenntnisse fehlten. Mit GPS wird der Vogel geortet und am Bildschirm verfolgt. Ein Jahr später folgten 24 weitere Störche mit Sendern. Von diesen überlebte nur „Urli”.. Seit Jahren ist auch er auf dem Affenberg Salem zuhause. Das Touristenareal im Bodenseehinterland gehört heute in Süddeutschland zu einer der größten Storchenstationen. Den Anfang machten 1978 ein Storchenpaar aus dem Baseler Zoo sowie dem Elsass. Bereits vier Jahre später zogen vier Brutpaare 16 Junge groß. Im letzten Jahr kamen 100 langstacksige Vögel zur Welt. Die Störche sind neben den Berberaffen sowie dem Dammwild die Touristenattraktion auf dem Affenberg Salem mit jährlich an die 320.000 Touristen.
Bilder: Heide Bürgermeister / Fritjof Schultz-Friese
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