Medizin- Nobelpreisträger Harald zu Hausen spricht an Uni-Konstanz
11. Dezember 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, KONSTANZ, MEDIEN, PROMIS5. Wissenschaft- trifft- Wirtschaft-Tag mit Forschern und Ärzten –
Bodenseeumspannender Verbund BioLAGO lädt am 18. Dezember ein
KONSTANZ. red /„Innovationen vorstellen, Wissen austauschen, Unternehmergeist wecken“ – unter diesem Motto lädt der bodenseeumspannende Verbund BioLAGO am 18.12.2009 zum “5. Wissenschaft- trifft- Wirtschaft-Tag”(WtW) an der Uni Konstanz! Das jährliche Begegnungsforum für Ver- treter aus Forschung und Industrie ist die größte Veranstaltung für die Lebenswissenschaften (Life Sciences) in der multinationalen Bodenseeregion. Schwerpunkt des diesjährigen Meetings im Rahmen von „Jahr der Wissenschaft 2009“ ist die „Gesundheitswirtschaft“ und die „Umsetzung von der Idee zum Produkt“. Als besonderen Ehrengast begrüßt der BioLAGO e.V. den Krebsforscher und letztjährigen Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Gemeinsam mit Forschern und Ärzten aus Deutschland und der Schweiz wird er über Per- spektiven einer Impfung gegen Krebs debattieren. Weiterer Höhepunkt ist der Gastvortrag von Dr. Gunter Meister (Max-Planck-Institut für Biochemie), der sich mit Erbgut im Zusammenhang mit der Entstehung von Krankheiten wie Krebs befasst.
Der WtW-Tag ist zentraler Treffpunkt und Kooperationsbörse für Wirtschaftsunternehmen und wissenschaftliche Institutionen am internationalen Bodensee, die auf den Gebieten Medizin(technik), Pharmazie, Diagnostik, Nahrungsmittel- und Umwelttechnologie tätig sind. Hinter der Veranstaltung in diesem Jahr steckt ein frisches Konzept. Neben einer kompakteren Gestaltung des Vortrags- programms wurde mit “Gesundheitswirtschaft – von der Idee zum Produkt” erstmals ein Schwerpunkt gesetzt, der in mehreren Foren unter verschiedenen Aspekten aufgegriffen wird. „Die Gesund- heitswirtschaft ist mit einem Jahresumsatz von über 260 Milliarden Euro und einem Anteil von 12,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt einer der größten Sektoren der Volkswirtschaft in der BRD. Auch die technologieorientierten Unternehmen am Bodensee leisten hierbei einen wichtigen Beitrag. Mit der Vernetzung beim WtW-Tag möchten wir bewirken, die in der Region vorhandenen Innovations- potentiale noch mehr zu nutzen“, so BioLAGO-Geschäftsführer Andreas Baur. Zahlreiche Vertreter aus Forschung und Industrie aus Deutschland und der Schweiz werden einen Tag lang ihre aktuellen Forschungsergebnisse sowie Produkte präsentieren und über laufende Kooperationen am Bodensee berichten. Darunter z.B. die Stockacher ESE GmbH, die ein weltweit neuartiges Gerät im Handtaschenformat entwickelt hat, mit dem im Eiltempo bis zu acht Personen auf einen der häufigsten, Antibiotika- resistenten Krankenhauserreger (ca. 50.000 Infektionen und 1.500 Todesfälle im Jahr in der BRD) getestet werden können.
Guter Einfall da – aber wie geht’s weiter?
Im Mittelpunkt des WtW- Tags steht ebenfalls die Vorstellung erfolgreicher Unternehmensstrategien anhand von Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen. Darüber hinaus werden Vertreter von Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen über wichtige Schritte und Werkzeuge bei der Umsetzung von Ideen „aus dem Labor“ in marktfähige Produkte aufklären sowie Strategien der Unternehmensgründung und Hochschul-Ausgründung darstellen. Studierende haben Gelegenheit, Karrieremöglichkeiten und Berufswege in der Life-Science-Branche kennen zu lernen und zu möglichen Arbeitgebern direkt Kontakt zu knüpfen.

WtW-Special: Panel-Diskussion mit Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen!
Highlight des diesjährigen Wissenschaftler-Unternehmer-Meetings ist eine Panel-Diskussion mit Prof. Harald zur Hausen, dessen Besuch in Konstanz auf Initiative der vhs Konstanz-Singen ermöglicht wurde. Der 73-jährige war 2008 für die Bestätigung seiner These, dass humane Papillomviren (DNA-Viren) eine Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielen, mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt worden. Gemeinsam mit Forschern sowie Ärzten der Region, darunter dem Immunbiologen Prof. Marcus Groettrup, Prof. Alexander Bürkle, Prof. Peter Öhlschläger (Uni Konstanz), Prof. Alexander Knuth (Krebslaboratorium des Universitätsspitals Zürich), Prof. Thomas Cerny (Kantonsspital St. Gallen) und Dr. Thomas Kündig (Dermatologische Klinik Zürich) wird er über Aussichten auf eine Impfung gegen Krebs diskutieren.
keynote-Vortrag von Max-Planck-Forscher
Ein weiterer Höhepunkt der Gastvortrag von Dr. Gunter Meister, der derzeit eine Forscher-Gruppe am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München leitet. Meister beschäftigt er sich mit den Grundlagen der Aktivität unserer Gene und untersucht die Frage, wie eine fehlerhafte Steuerung von RNA-Erbgut an der Entstehung von Krebs beteiligt sein könnte. Unter dem Titel “Inhibitorische Nukleinsäuren: neue Ansätze für Therapielösungen wird” gewährt er Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse.
Über BioLAGO – www.biolago.org
Lebenswissenschaften und Biotechnologie bieten wertsteigernde Verfahren für unsere Gesundheit und Umwelt und sind zunehmend für die Wirtschaftsentwicklung in Europa von Bedeutung. Moderne Biotechnologie gehört längst zu unserem Alltag. Ihre Verfahren finden sich in vielen Bereichen wie Ernährung, Medizin oder Umweltschutz. Waschmittel werden genauso mit Hilfe biotechnologischer Methoden hergestellt wie Vitamine, Lebensmittelzusatzstoffe oder Antibiotika.
Die internationale Bodenseeregion verfügt ein facettenreiches Life-Science-Umfeld mit Forschungsinstitutionen (u.a. Universität Konstanz, Biotechnologie Institut Thurgau, VIVIT-Institut Dornbirn) und Unternehmen (Nycomed, Vetter Pharma, GATC Biotech), die sich Ende 2007 zum Verein BioLAGO zusammengeschlossen haben. Mit derzeit über 65 Mitgliedsorganisationen vereint das länderübergreifende Netzwerk rund 5.700 hochqualifizierte Arbeitsplätze, darunter etwa 500 Wissenschaftler in forschungs- und entwicklungsorientierten Hochschulen sowie Instituten. BioLAGO bringt Forscher und Unternehmer zusammen und treibt die Umsetzung innovativer Ideen in marktfähige Produkte voran, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Hierzu dient unter anderem der jährliche Wissenschaft-trifft-Wirtschafts-Tag”(WtW) an der Universität Konstanz.
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