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Pfahlbauten

Will Ministerpräsident Mappus nackten Lenk- Papst aus Konstanzer Bahnhof?

18. Mai 2010 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GESCHICHTE, KONSTANZ, MOBILITY, POLITIK, PROMIS, RECHT, TOURISMUS

Nach Falschmeldung in der Boulevard-Presse nackte Heiligkeit unerwünscht –

Teilbereich im sanierten „Bodensee- Palazzo Vecchio“ wird am 21. Mai wieder eröffnet


KONSTANZ / STUTTGART. fsf / Jetzt sind für den Bildhauer Peter Lenk die Gegner klar. Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus hat persönlich interveniert die nackte Papst-Skulptur aus der Mobilitätszentrale des Konstanzer Bahnhofs, der nach Sanierung, am 21. Mai wieder eröffnet wird, zu entfernen. Aufgepuscht hat die „Schmutz- kampagne“, wie es der Künstler Peter Lenk nennt, die BILD- Zeitung mit einer Falschmeldung „Jetzt gibt es Zoff: nackter Papst Benedikt XVI. in Konstanzer Bahnhof“, wobei diese eine Gegendarstellung abdrucken mussten. Die Skulptur ist Teil der neuen Meter hohen Lenk-Kurtisane Imperia mit Gauklern Kaiser und Papst, die sich seit 1993 auf der Konstanzer Hafenmole dreht. Hier geht es geschichtlich um die einzige Papstwahl auf deutschen Boden, wo in Konstanz von 1414 bis 1418 Papst Martin V. gegen zwei Gegenpäpste gewählt wurde. Eingerufen hatte Kaiser Sigismund das Konzil um eine Spaltung in der katholischen Kirche zu vermeiden. Mit der geistigen und weltlichen Macht waren über 1000 Huren nach Konstanz gekommen, wobei die Imperia als höfische Liebes- dienerin den Hochadel und Geistlichkeit befriedigte. Bei Aufstellung der Imperia protestierten der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel sowie die Kirche gegen die vermeintliche Blasphemie. Durchsetzen konnte sich der einstige Bahnchef der Weißen Flotte Dieter Bögle, dem das Hafenareal unterstand. Dabei spielte die Aussage von Peter Lenk, dass es sich hier um Gaukler handelt die sich spöttisch die Insignien der Macht von Kaiser Sigismund sowie Papst Martin V. angeeignet hatten, eine wesentliche Rolle. Beide nackte Skulpturen hält die Imperia in ihren ausgestreckten Händen. Der Kaiser in purer Nacktheit mit Reichsapfel und Krone und der Papst geradezu keusch mit überschlagenen Beinen mit einer Mitra auf dem Kopf. Um den letzteren geht es, der mittlerweile Schlagzeilen in der Weltpresse macht.

In einem Brandgespräch mit dem Künstler Peter Lenk hat der Konstanzer OB Horst Frank gestanden, dass der Druck den nackten Papst aus der Mobilitätszentrale des Konstanzer Bahnhof zu entfernen von der Landesregierung namentlich Ministerpräsident Stefan Mappus kommt. Geradezu er presserisch, berichten regionalen Medien, soll es um Zuschüsse zur  600-jährigen Konzilfeier von 2014 bis 2018 gehen. Ein nackter Papst, der im Bahnhof Reisende aus aller Welt begrüßt geht nicht. Dabei hatte der Touristen-Chef der Mobilitätszentrale Norbert Henneberger seine nackte Heiligkeit von dem Künstler als Werbung für den anstehenden Event angefordert. Nach Wünschen sollte sogar der Kaiser mit seiner ganzen Pracht dazu kommen.  Doch dafür war kein Platz mehr. Hinter die nackten Skulpturen sollte ein großes Panoramafoto, das die Imperia auf der Konstanzer Hafenmole zeigt, angebracht werden. Es sollte das Gesamtwerk visualisiert werden. In einem Brief schreibt der Touristen-Chef Norbert Henneberger an den Künstler Peter Lenk, dass der nackte Papst am Mittwoch den 19. Mai aus der Mobilitäts- zentrale im Tourismusbereich abgebaut und ihm zwischen 10 und 14 Uhr nach Bodman gebracht würde. Dem hat der Künstler mit Schreiben seines Freiburger Rechtsanwaltes Dr. Götz von Olenhusen vorge- baut, hier heißt es schriftlich, dass ein Eingriff in das Kunstwerk und sei es zum Zwecke der Entfernung ohne die Zustimmung von Peter Lenk nicht zulässig ist, angegeben werden hier §§ 97ff, 14 ff UrhG, §§ 823 Abs1 und 2 1004, 985ff BGB. Dem Konstanzer OB Horst Frank hat Peter Lenk mitgeteilt, dass er hoffe, dass der Touristik-Chef nicht eigenmächtig rechtswidrig handelt. Die Kosten für die Gaukler- Papst Skulptur gibt Peter Lenk mit 20.000 Euro an. Bei falschem hantieren kann es passieren, dass der Steinguss auseinander bricht.  Um der Stadt Konstanz entgegen zu kommen hat Peter Lenk versprochen die Papst-Skulptur mit Größe 1,50 Meter sowie 700 Kilo schwer innerhalb von vier Wochen auf eigenen Kosten abzubauen.

Über Jahrzehnte war der Konstanzer Bahnhof aus der Gründerzeit der Eisenbahn, gebaut im Stile des Palazzo Vecchio in Florenz, aus Schmuddelbahnhof verschrienen. Am Freitag den 21. Mai eröffnet die Deutsche Bahn mit der Schweizer Bundesbahn sowie die Tourist- Information die Mobilitätszentrale im Teilbereich des sanierten Konstanzer Bahnhofs. Offen ist hierbei ob beim offiziellen Termin von Oberbürgermeister sowie Bahnchefs der Lenk-Papst mit einer Stellage verdeckt oder mit einem Tuch versteckt wird, denn bis Freitag dürfte der Papst des geschichtsträchtigen Konstanzer Konzils kaum abgebaut sein.

Bilder: Fritjof Schultz-Friese




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