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Nach 70 Jahren Mahnmal für Widerstandskämpfer Elser in Konstanz

8. November 2009 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, GESCHICHTE, KONSTANZ, KREUZLINGEN, POLITIK, SOZIALES

In Bodensee-Metropole gelebt und hier versuchte Flucht in die Schweiz -

Durch frühe Abreise des Führers detonierte Zeitzünder 13 Minuten zu spät

Georg Elser Mahnm.. 11-09. -P-042_1

KONSTANZ / MÜNCHEN. fsf/ Späte Würdigung für den vermeintlichen Hitler-Attentäter Johann Georg Elser in Konstanz. 70 Jahre nach dem versuchten Sprengstoffanschlag gegen den Diktator am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller, wobei dieser durch frühe Abreise dem Anschlag entkam, wurde eine Büste des Widerstandskämpfers in der Bodensee-Metropole an der Grenze zur Schweiz enthüllt. 13 Minuten früher als geplant reiste der Führer durch Schlechtwetterlage ab und nahm statt dem Flugzeug den Nachtzug nach Berlin. Um 21,20 Uhr detonierte die Bombe, acht Menschen starben, darunter sieben Nazi-Schergen aus der Führung. Gleichfalls mit der Bahn abgereist war Johann Georg Elsner nach Konstanz, seiner einstigen Heimatstadt. Von hier wollte er nach dem Attentat in die Schweiz fliehen. An der deutschen Grenze, Straße Schwedenschanze verweilte er, als über Lautsprecher die Rede des Führers Adolf Hitler hörte, was ihm zum Verhängnis wurde. Er wurde von der deutschen Grenzwacht aufgegriffen und der Gestapo übergeben. Am 9. April 1945 wurde er durch Genickschuss im KZ Dachau hingerichtet.

Der Tischler und KP- Mitglied Georg Elser kannte sich gut in Konstanz aus. Zwischen 1925 und 1932 hat er hier gelebt. Er arbeitete in einer Uhrenfabrik, was ihm später bei Herstellung des Zeitzünders für die Bombe half. Er war Mitglied der Konstanzer Naturfreunde und des Trachtenvereins „Oberrheintaler“ sowie im Zitherclub. In der Nachgeschichte gilt er als geselliger Typ, der gerne das Tanzbein schwang. Johann Georg Elser war ein einfacher Arbeiter mit politischem Durchblick, er sah den Untergang von Deutschland durch das verbrecherische Nazi- Regimes. Hatte die Reichs- Pogromnacht mit Brandstiftung der Synagogen mit Deportation der Juden erlebt sowie Verfolgung seiner politischen Genossen. Mit dem Anschlag im Bürgerbräukeller in München-Gasteig wollte er den Tod von Millionen verhindern. Seit dem Münchner November-Putsch 1923 hielt hier der Früher traditionell am gleichen Tag und Zeit seine Rede über den glorreichen Nationalsozialismus.

Georg Elser Mahnm.. 11-09. -P-021_1In der Konstanzer Straße Schwedenschanze steht seit Jahren eine „Johann Georg Elser“- Gedächtnistafel, die mit grüner Patina angelaufen ist. Hier heißt es: „In diesem Garten wurde der Tischlergeselle Jo- hann Georg Elser, der von 1925 bis 1932 in Konstanz gewohnt und gearbeitet hatte am Abend des 8. November 1939 verhaf- tet. Kurz danach explodierte im Bürgerbräukeller in München die Zeitbombe mit der Elser Adolf Hitler töten wollte. Der Diktator entkam dem Anschlag. Der Widerstandskämpfer Elser wurde am 9.4.1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet“. Am Tag des versuchten Attentats vor 70 Jahren wurde jetzt in Konstanz, nach Berlin, Freiburg und Heidenheim, eine Büste von Johann Georg Elser enthüllt. Gestaltet hat der Radolfzeller Künstler Markus Daum das plastische Bildnis mit Inschrift „Ich habe den Krieg verhindern wollen“ auf dem Sockel. Enthüllt haben die Büste die Elser Schwiegertochter Isolde Bühl (heute Bad Waldsee) und der Konstanzer Projektleiter sowie Museumsdirektor Tobias Engelsing.

Bilder: Fritjof Schultz-Friese

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