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Bodensee-Woche

Nach der Olympiade Peking jetzt London 2012

26. August 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, NATUR, PROMIS

Planstatt Senner

Überlinger Landschaftsplaner Johann Senner plant weltweit Parks und Gärten-
Mit Firmierung „Planstatt” Büros in Dubai, Shanghai und Mumbai

ÜBERLINGEN / PEKING. fsf/ Im Park der technischen Universität in Peking, vor der Sporthalle, in denen die Olympia-Meisterschaften in Badminton und Rhythmischer Sportgymnastik ausgetragen wurden, steht das Schild: „Planstatt Senner – Lu Weihong”. Mit dem Partnerbüro in Shanghai hat der 51-jährige Überlinger Landschaftsplaner Johann Senner im Jahre 2004 den internationalen Wettbewerb der Pekinger Stadtregierung für die sechs Hektar Parkplanung für die Olympia-Stätte gewonnen. Der Park ähnelt in seiner Form einem riesigen Tennisschläger. Er basiert auf einer ökologischen Gesamtkonzeption zur Luftreinhaltung  und  Regenbewirtschaftung mit Weiden, Röhricht und Lotus in Wasserläufen und Seen. In Hainen stehen Laub-bäume wie Kirschen und Eichen. Nach der Olympiade soll der Park öffentlich zugänglich sein und als grüne Lunge für den Uni-Campus dienen. Der Landschaftsarchitekt vom Bodensee, dessen Planungsphilosophie in Teilen an den legendären Fürsten Hermann von Pückler- Muskau erinnert, unterhält Büros in Dubai, Shanghai und Mumbai (Bombay). Für die Olympiade 2012 in London wurden bereits erste Gespräche geführt.

Der Landschaftsarchitekt Johann Senner kommt aus einer bäuerlichen Familie aus Grosselfingen. Nach dem Abitur in Hechingen studierte er in Nürtingen Landschaftspflege. Sein Mentor war der bekannte Land-schaftsarchitekt Prof. Hans Luz, bei dem er in den 80er Jahren während der Landesgartenschau in Baden-Baden seine Lehrjahre absolvierte. Als Grundsatz galt hier: „Alle Dinge ändern sich im Garten, was bleibt sind die Bäume. Aus diesem Grunde müssen dese richtig positioniert in Gruppen gepflanzt und wohl proportiert werden”.
Nach Mitarbeit in verschiedenen Büros machte er sich vor 21 Jahren im Bodenseehinterland im Salemer Tal  mit Firmierung „Planstatt” selbstständig. An vier Bürostandorten beschäftigt er heute mehr als 35 Mitarbeiter: Landschaftsarchitekten, Biologen, Stadtplaner und Ingenieure. Er gilt mittlerweile weltweit als der „Ökopapst” in der Landschaftsplanung, wobei er die gewachsene Natur in die Park- und Gartenlandschaft als wesentlichen Gestaltungsgrundsatz einbezieht.

Johann Senner

Auch in China gilt der 51-jährige Johann Senner aus Überlingen als Kapazität. An Universitäten von Peking und Shanghai hält er Vorträge wie „Nachhaltiger Umgang mit dem Gut ‚Wasser’ in der Landschaftsökologie und Freiraumgestaltung”.
An der Welt- Expo in Shanghai 2010 beteiligt er sich an verschiedenen Wettbewerben, wobei „M8″, ein Zwei- Hektar-Park über der Metroliner bereits realisiert wurde. In Xian, wo die weltberühmte lebensgroße Terrakotta- Armee steht, ist ein Straßenboulevard mit Quartier-Parks zu realisieren. In der Kaiserstadt Hangzhou steht eine Parkanlage vor dem Regierungsgebäude sowie vor einem Hotelkomplex an. Für die Messe in Chongquing, mit 32 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Welt, hat Senner seinen Wettbwerbs-beitrag mit dem Stuttgarter Architektenbüro Prof. Wulf & Partner abgegeben.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten in Dubai plant der Überlinger einen Business-Park zwischen zwei Bürotürmen sowie für den Tourismus eine Kette von Grünzonen in Oasen.

Bitter ist für den Überlinger Landschaftsplaner Johann Senner, mit weltweiter Reputation, das Scheitern der “Bodensee- IGA 2017″, an der er federführend war. Die Ursachen hierfür sieht der Landschaftsarchitekt in persönlich und politisch motivierten Einzelinteressen.  An der Internationalen Gartenausstellung mit Thema „Wasser verbindet”, wollten sich die Bodensee- Anrainerländer Deutschland, Österreich, Schweiz mit 23 Städten mit einem Gesamtvolumen von 300 Millionen Euro beteiligten, wobei alleine das Land Baden-Württemberg 65 Millionen Euro bereits zugesagt hatte. Für Johann Senner war das Konzept eine einmalige Chance die gesamte Bodenseeregion als eine Marke ökologisch aufzuwerten. Der Trost für ihn: „Die meisten Städte und Gemeinden am Bodensee wollen jetzt trotz entgangener Zuschüsse in Eigenregie weitermachen”.

Bild: Fritjof Schultz-Friese / Masterplan Planstatt Senner, Olympiagelände Peking (Badminton und rythmischer Sportgymnastik)

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