Naturata Überlingen gründete vor drei Jahren „Fair- Breeding“
11. März 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, NATUR, OBST ANBAU BODENSEE, ÜBERLINGEN20 Partner in Deutschland, Schweiz und Luxemburg unterstützen biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung –
Verein Kultursaat mit zertifizierten Ökolandbetrieben contra genmanipuliertem Gemüse
ÜBERLINGEN / ECHZELL-BINGENHEIM .fsf / Mit „Fair- Breeding“ biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung machen in Deutschland, Schweiz und Luxemburg 20 Geschäfte der Naturata- Gruppe sowie Bioläden Front gegen genmanipuliertes und pollensteriles Gemü- se. Kooperationspartner ist der gemein- nützige Verein Kultursaat in Echzell-Bingenheim dem 19 zertifizierte Ökoland- baubetriebe angeschlossen sind wie der Ralzhof in Salem Tüfingen im Bodensee- hinterland. Die Initiative geht aus von „Natu- rata International – Gemeinsam Handeln e.V.“ Überlingen von den Gründern Heinz Knauss, Sibylle Kauf und Roland Majerus aus, wobei es darum geht elementare Gemüsesarten wie den Blumenkohl in seinem ursprüng- lichen (nachbaufähigen) Form zu erhalten., die vom Ökolandbau guten Gewissens ver- wendet werden kann. Bei der Naturkost -Leitmesse “Bio-Fach” in Nürnberg über- reichte Heinz Knauss dem Geschäftsführer von „Kultursaat e.V.“ Michael Fleck einen Scheck über 12.500 Euro. Der Betrag kommt zustande durch eine freiwillige Abgabe der “Fair-Breeding” Partner in Höhe von 0,3 Prozent Verkaufsumsatzes von Obst und Gemüse. Dabei haben sich die Partner auf zehn Jahre verpflichtet in biologisch-dynamische Gemüsezüchtung zu investieren ohne irgendwelche Rechte daraus abzuleiten. Die einzigartige Partnerschaft von Einzel- bis Großhandel ist jetzt im dritten Jahr. Zwei Jahre benötigt der Blumenkohl als Hauptgemüse von der Aussaat über Jungpflanzenzucht, Feldanbau und Samenernte bis zur erneuten Aussaat des (dann einmalig selelktierten) hochwertigen Gemüses. Im Herbst soll die erste Sorte aus dem Projekt auf den Markt kommen - der Blumenkohl ist praktisch das Logo von „Fair- Breeding“.
Heinz Knauss, Gründer von Naturata- Überlingen sowie Namensgeber von mittlerweile 16 Bio- Vollsortimentern in Deutschland, Schweiz und Luxemburg: „Wir haben erkannt, dass wir heute die unabhängige Gemüsezüchtung fördern müssen, wenn wir in zehn Jahren noch unseren Kunden Kohl, Möhren und Tomaten anbieten wollen, die zum Ökolandbau passen. Dafür sind wir die Partnerschaft mit den Kultursaatgut- Gemüsezüchtern eingegangen und haben ‚Fair-Breeding’ ins Leben gerufen“. Weiter erklärt Knauss: „Zur Sicherung samenfesten Blumenkohls haben die Gmüsezüchter von 24 Marktsorten Saatgut gekauft damit die Sorten vor dem Verschwinden gerettet sind. Von diesen wurden bis jetzt 20 gesichert und nach ihrem Marktwert nach ökologischen Anbaubedingungen eingeordnet. Sie werden unterschieden in drei Kategorien, hier von unmittelbar einsetzbar über geeignet für Züchtungsprojekte bis nicht mehr anbautauglich (weil sie nicht mehr den Marktnotwendigkeiten entsprechen). Bisher wurden 12 Sorten in die Erhaltung übernommen, frisches Saatgut wurde gewonnen und es geht weiter. Bei drei Sorten finden Vorbereitungen zur behördlichen Registrierung (dauerhafte Sicherung) statt. Dabei wird der gemeinnützige „Kultursaat e.V.“ als offizieller Erhaltungszüchter ´beim Bundessortenamt gemeldet. Zwei Sorten aus der Sicherungsarbeit finden sich bereits im Angebot für den Erwerbsanbau durch die Bingenheimer Saatgut AG. Ab Spätsommer 2010 darf der erste Blumenkohl aus dieser Arbeit in den Läden erwartet werden. Ein Zuchtprogramm wurde gestartet zur Anpassung der Linien an sich verändernde Bedürfnisse und Bedingungen sowie zur Entwicklungen neuer Sorten unter anderem durch Kreuzung“.
In der Präambel von „Fair- Breeding“ (Faire Züchtung) heißt es: „Saatgut hat eine Schlüsselfunktion für die Landwirtschaft und den Gemüseanbau. Durch den wirtschaftlichen Anpassungsdruck wurde die Sortenvielfalt enorm reduziert. Mit Blick auf auf die Nahrungsqualität ist das Kulturgut heute durch technische Eingriffe (CMS, Zellfusion und Gentechnik) sowie auch Hybridzüchtungen massiv degeneriert und nicht mehr nachbaufähig. Besondere Merkmale dieses so genannten „technischen Fortschrittes“ ist die Tatsache, dass die Landwirte und Gärtner zunehmend in die Abhängigkeit einiger weniger global tätiger Konzerne geraten, die damit immer weitere Teile der Lebensmittelbranche bestimmen“. Im Schlusssatz heißt es dann: „Hier muss eine Mitverantwortung der Marktpartner für eine solche unheilvolle Entwicklung erkannt werden. Nur gemeinsam kann ihr positiv entgegen gewirkt werden“. Die Antwort ist „Fair- Breeding“ mit dem Partner „Kultursaat e.V.“. Der Geschäftsführer Michael Fleck: „Wir sind dabei an 15 anderen wichtigen Marktkulturen wie Auberginen, Chicoree, Möhren bis Zucchini biologisch-dynamisch zu züchten“.
Bild: Fritjof Schultz-Friese / U.
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