„Operation Walküre“ bei Konstanzer Telefon-Sammler Schmidt
30. Januar 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GESCHICHTE, HOBBY, KONSTANZ, MEDIEN, POLITIK, RECHT, SOZIALES, TECHNIKEx- Postdirektor hat Geschichte der Fernmeldetechnik gesammelt -
Technischer Ratgeber für Stauffenberg-Film mit Tom Cruise
KONSTANZ / BERLIN. fsf / „Adolf Hitler ist tot” tickert am 20.Juli 1944 über den Lorenz-Lochstreifensender Baujahr 1936 im Stauffenberg- Spielfilm „Operation Walküre” mit Tom Cruise. Bei dem Konstanzer Telefon- Sammler, dem Ex-Postdirektor Hans-Dieter Schmidt steht baugleicher Typ. Im September 2007 hat sich der Chefrequisiteur der Achten Babelberger Film GmbH Joey Weber das technische „Know-How” für eine Fernmeldeeinrichtung mit 35 Sendern vom Konstanzer Sammler geholt, wobei eine Authentizität bis ins Detail vorgeschrieben war. Seit seinem zehnten Lebensjahr sammelt der 72-jährige Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik Telefone, Fernschreiber, Bild- funkgeräte und andere technische Übermittlungsgeräte. Er gilt in Deutschland in der Historie der Fernmeldetechnik als erste Adresse und gehört zu den größten Sammlern.
Der Telefon-Sammler Hans-Dieter Schmidt hat in der Muttermilch die gelbe Post gehabt, der Vater war bei der Reichsrundfunkgesellschaft in Berlin als Techniker für die Schaltung der ersten Fernsehausstrahlung und die Mutter im mittleren Postdienst tätig. Eine Generation davor baute Großvater die ersten praktikablen Telefone. Damit war für Junior Hans-Dieter Schmidt der Beruf vorgegeben. Er studierte Nach- richten- und Wirtschaftswissen- schaften, hier unter anderem bei Professor Martin Hebel, der das erste automatische Fernwahlnetz in Europa entwickelt hat. Nach der Referendar- Zeit bei der Post machte Hans-Dieter-Schmidt sein Staatsexamen für den höheren Fernmeldetechnischen Dienst. Zur beruflichen Karriere gehört für ihn die Sammlerleidenschaft für Telefone und Nachrichtenübermittlungsgeräte jegler Art. Sein ältestes Telefon ist von 1881 der „Typ Berlin” mit Kurbel und Sprechmuschel im Nussbaum-Holzkasten sowie Kopfhörer. Seine Sammlung umfasst Hunderte analoge Geräte bis Ende des 20.Jahrhunderts, hierzu gehört auch eine Orts- vermittlungsstelle mit gut 500 Anschlüssen, wo die Telefonistin „Ingeborg” mit Sprechzeug, Kopfhörer und Mikrophon (Post intern „Ziegengeschirr) die Anrufer durch Stöpseln verband.
Zur Sammlung von Hans-Dieter Schmidt gehören entsprechende Fachlektüre sowie Be- dienungsanleitungen
für die Fernmeldeeinrichtungen. Nach seinen Worten wurden von der Uni Konstanz vom Studienzweig „Literatur, Kunst und Medien” bereits zwei Dutzend Baccalaureat- sowie Master-Arbeiten über seine Sammlung in Bezug zur Zeitgeschichte und Technik geschrieben. Studenten haben über den Telefon-Sammler Hans-Dieter Schmidt mit Exponaten einen Film gedreht, der demnächst im alternativen ZEBRA-Kino in der Konstanzer Cherisy-Kaserne gezeigt werden soll.
Der Wunsch des 72-jährigen Hans-Dieter Schmidt, ist es, dass seine Fernmeldesammlung komplett von einer Stiftung für ein Museum in der Region übernommen wird beziehungsweise er diese an einen Sammler verkaufen kann. Über Jahre hat vergeblich bei der Stadt Konstanz um Räumlichkeiten gebeten. Hier hieß es praktisch „kein Anschluss unter dieser Nummer”.
Wer den Telefon-Sammler Hans-Dieter Schmidt kontaktieren will geht auf die E-Mail: schmidt-telefon@t-online.de oder   Telefon 07531- 33 119 – Fax 07531- 33 129
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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