Otto Rifesser aus dem Tal der „Herrgottschnitzer“ im Konstanzer Lago
16. Dezember 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, KONSTANZ, KUNST UND KULTURDer 70jährige Holzbildhauer arbeitet nach alter Tradition ohne vorfräsen mit Stecheisen –
Sein Lebenswerk ist eine Weihnachtskrippe in Größe zwei auf vier Metern mit 70 Figuren
KONSTANZ. fsf / Seit fünf Jah- ren schnitzt der bekannte Holz- bildhauer Otto Rifesser aus dem Tal der „Herrgottschnitzer“, dem Grödnertal, zur Weih- nachtszeit im Konstanzer Shop- Center Lago Krippenfi- guren. In seinem Dorf Gröden, in den italienischen Dolomiten mit höchstem Berg den Lang- kofel mit 2178 Metern, ist er der Star. Dabei ist der heute 70-jährige seit fünf Jahren in Pension. Im Sommer dieses Jahres hat er sein Lebenswerk eine Krippe in Größe zwei auf vier Metern mit gut 70 Figuren in Größe von gut 17 Zentimetern begonnen. Es ist eine Berglandschaft mit einer Burg wo eine Krippe mit der heiligen Familie eingeführt ist. Zu Weihnachten 2010 will er die Krippe aus Zirbenholz fertig geschnitzt haben. Im Auftrag der Firma „Wandera Hans-Joach- im“ aus Nittenau, die Holz- schnitzereien, Kunstgewerbe und Geschenkartikel vermarkten und im Lago fünf Tische sowie Regale angemietet haben, schnitzt der Meister aus dem Grödnertal mit Stecheisen Krippenfiguren. Er gehört nicht zur neuen Generation, deren Motive von Christus am Kreuz oder andere Heilige vorgefräst sind. Er arbeitet nach alter Tradition wie es ihm seine zwei Meister gelehrt haben. ,
Das Grödnertal in den italienischen Dolomiten gilt zurecht als das Tal der „Herrgottschnitzer“, 80 Holzbildhauerwerkstätten mit gut 120 Mitarbeiter schnitzen hier zu-meist religiöse Motive wie Christus am Kreuz, die Heilige Familie, Apostel und immer wieder Krippenfiguren. Dabei wird das „Handwerk“ zunehmend durch die Digitalfräse technisiert. Das Motiv wird zunehmend vorgefräst, wobei der Holzschnitzer nur noch den letzten Schnitt beziehungsweise die Feinheiten gibt. Gegen die Technik spricht sich Otto Rifesser aus, er setzt auf die traditionelle alte Schnitzkunst. Mit 15 Jahren ist der heute 70-jährige in die Lehre gegan-
gen. In Zeiten seiner Selb- ständigkeit hat er den Heiligen Josef mit Kind in Größe 1,35 Meter sowie andere Altarfigu- ren geschnitzt. Er war hand- werklich als Meister geschätzt. Seit fünf Jahren ist er jetzt in Rente. Seine bekannte Werk- statt hat er geschlossen, wobei er keinen Nachfolger gefunden hat. Der Sohn hat es vorgezogen im Büro einer großen Holzschnitzer-Firma zu arbeiten. Hier wird maschinell gearbeitet. Um das Eisen nicht aus der Hand zu legen schnitzt Otto Rifesser für die Firma „Wandera Hans Joachim“, die im Lago Konstanz seit sechs Jahren in der Adventszeit Weihnachtspyramiden, Krippen, Räuchermännchen, Nussknacker sowie Laubsäge-Artikel wie Engel-Fensterbilder und andere verkaufen. Die Mitarbeiterin der Firma Inge Denk: „Wenn es so läuft wie heuer sind wir zufrieden“.
Weitere Infos unter: www.wandera-schnitzereien.de

Bilder: Fritjof Schultz-Friese / U.
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