Picasso-Fälscher und Kampusch- Verfolger Vogel vor Konstanzer Landgericht
30. August 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, INSEL MAINAU, KONSTANZ, PFAHLBAUTEN UNTERUHLDINGEN, RECHT, TOURISMUSKranke Rentnerin Barbara M-K aus Engen über Darlehen mit 77.700 Euro in den Sozialstand gezockt -
Als „Staatssekretär“ Bodensee-Liebesinsel vor Radolfzell an leichtgläubigen Heizungsbauer verkauft?
KONSTANZ / TENGEN. fsf / Am Dienstagnachmittag 31. August steht der gerichtsbekannte Thomas Vogel aus Tengen vor dem Landgericht Konstanz. Im Zivilprozess geht es um 77.700 Euro, die der 46-jährige einer kranken Rentnerin aus Engen bis in den Sozialstand abgegaunert hat. Hintergrund ist der Picasso-Fälscher Prozess von 2007. Internationale Schlagzeilen machte der Vorbestrafte im Januar dieses Jahres als Verfolger des österreichischen Verliesopfers Natascha Kampusch. Er behauptete von der jungen Frau Sex-Videos zu besitzen und die Mutter Brigitte Sirny wäre Mittäterin der achtjährigen Entführung. Von der Illustrierten Stern wollte er für die vermeintlichen Beweise 200.000 Euro. Nach einem internationalen Ermittlungsverfahren erklärte der Grazer Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher, dass die angeblichen Beweise durchweg „erstunken und erlogen sind“ und es Aufgabe der Konstanzer Justiz ist Anklage zu erheben, da der Tatbestand von deutschen Boden ausging. Vordem machte Vogel als vermeintlicher Staatssekretär eines wirren King Marduk aus Tübingen in der Bodenseeregion Schlagzeilen. Hier wurde die deutsche Exklave Büsingen okkupiert und der Bürgermeister abgesetzt. Terrorisiert wurde die Bodenseeinsel Mainau und die Pfahlbauten Unter- uhldingen sowie andere Touristik-unternehmen am Bodensee. Geradezu erpresserisch wurde das Vermögen des Pfahlbauvereins gefordert. Noch in den Ermittlungen ist der mögliche Verkauf der Liebesinsel vor Radolfzell an einen Heizungsbauer aus Überlingen am Ried, der hierfür zum Hofmeister von King Marduk ernannt wurde. Für die Insel sollen 130.000 Euro gezahlt worden sein. Ein Insider: „Vogel hat den Heizungsbauer mit mindestens 300.000 Euro gerupft, derzeit kommen seine Oldtimer dran“.
Im Zivilprozess vor dem Landgericht am Dienstag um 15,30 Uhr klagt die 59-jährige Barbara M-K. aus Engen auf Prozesskostenhilfe gegen Thomas Vogel aus Tengen auf Rückzahlung einer Dar- lehenssumme von gesamt 77.700 Euro. Dieser hatte der gesundheitlich schwer geschädigten Frau aus Geschäft „Art und Design“ Singen sowie Picasso-Verkauf im Steigenberger Inselhotel Konstanz sowie zeitgleich Versteigerung über Ebay erleichtert. Für den Leihbetrag hatte er ihr 33 Prozent Zu- gewinn versprochen. Mit Verkauf des Bildes „Gitarre und Kerze“ wollte Vogel an die 20 Millionen Euro machen. In spektakulären Picasso-Prozess wurde Vogel vor dem Amtsgericht Konstanz im Oktober 2007 wegen Betrug und Urkundenfälschung auf drei Jahre und 15 Monate auf Bewährung verurteilt. Auf Strafanzeige gegen Thomas Vogel wegen Betrug bekommt Barbara M-K. von der Staats- anwaltschaft Konstanz die Antwort: „Gegen den Beschuldigten wurde wegen einer anderenTat eine Strafe ausgesprochen. Die Strafe, die wegen der angezeigten Tat verhängt werden könnte, fiele daneben voraussichtlich nicht beträchtlich ins Gewicht“. Polizeibeamte wissen, der Wiederho- lungstäter Thomas Vogel aus Tengen hat an die 55 Strafanträge im Register. Der Weg der Barbara M-K. bleibt ist der Zivilprozess um die Forderung einzuklagen. Der erste Termin fand am 19. März 2009 statt, wobei der Richter Dallinger die Klage wegen nicht schlüssiger Vermögensverhältnisse sowie ohne Prozesskostenhilfe abwies. Nach Beschwerde durch den bekannten Konstanzer Anwalt Dr. Christian Krähe, der die Geschädigte vertritt, hat das Oberlandesgericht Freiburg die Klage an das Landgericht Konstanz mit Prozesskostenhilfe zurück gewiesen. Der gerichtsbekannten Tengener wird durch den Konstanzer Anwalt Klaus Frank vertreten, der bereits im Picasso- Prozess für ihn tätig war.
Der zweite Anlauf vor dem Landgericht in Forderung Barbara M-K. gegen den Picasso-Fälscher und Kampusch- Verfolger Thomas Vogel scheint eine Farce. Drei Tage vor Klagetermin letzten Jahres wird der Betreuungstermin Thomas Vogel vom Vor- mundschaftsgericht Singen in vier Punkten in Sorge für die Gesundheit bis Vermögen rechtskräftig. Sein Betreuer ist der „Freund“ (so Vogel), der Anwalt Klaus Frank. In einem Internet-Gästebuch schreibt Thomas Vogel am 19. Dezember 2009, was ihm zuzuordnen ist, „Gesundheitsfürsorge und Finanzen. Bin dadurch endlich versichert. Habe kein Stress mehr mit Unterhaltszahlungen und Finanzamt. ..Ämtern und Behörden. Zudem ist mein Freund in gemeinsamer Absprache mein Betreuer. Glaube mir, ich selber habe den Antrag beim Amtsgericht Singen gestellt und dem Gutachter was erzählt um meine Ziele zu erreichen“. Neben der Betreuung legt Vogel seit Jahren obligatorisch den Offenbarungseid ab. Bei Gerichtstermin in Forder- ung Barbara M-K. erklärte er im letzten Jahr, dass er Hartz IV beantragt hat. Der Tengener scheint sich geradezu perfekt gegen jeden Schuldner abgesichert zu haben. Nicht pfändbar! Die Forderungen von etlichen Gläubigern sollen bei über 500.000 Euro liegen, wobei Strafver- fahren bei der Staatsanwaltschaft Konstanz anhängig sind.
Zur Karriere des Tengener Thomas Vogel gehören im Februar 2007 „400.000 Klicks“ auf Domain Brigitte Mohnhaupt und ein Haus für die EX- RAF- Terroristen im Grünen (Spiegel) und die geistige Erleuchtung auf einem Hühnerei (Bild-Zeitung: Ich Eier-kopp). Mit der verwischten roten Stempelfarbe zu einer vermeintlichen Madonna mit Kind auf einem Frühstücksei will er an die 50.000 Euro über Ebay machen. Für den Käufer aus Sachsen entsteht im März 2007 ein Schaden von 8.000 Euro.
Im Anhang die Links
Thomas Vogel- Kampusch – TV-ORF
http://www.youtube.com/watch?v=ajfE8L2RU48
Thomas Vogel – Manfred Wagner Liebesinsel Radolfzell (Heizungsbauer – Hofmeister von King Marduk
http://www.youtube.com/watch?v=3_m3xIKWiDs
Aufmacherfoto: Thomas Vogel mit Picasso-Fälschung
Bilder: Fritjof Schultz- Friese
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