Salemer Jungstörche sammeln sich für Flug nach Afrika
11. August 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, NATUR, SALEM, TOURISMUS
Promi- Senderstorch „Maxi“ brütet seit 2002 am Bodensee –
Bruterfolg auf Affenberg mit 105 „Adebare“
SALEM / BODENSEEKREIS. fsf/ 105 Jungstörche wurden Im Juni auf dem Affenberg Salem mit Ringnummer der Vogelwarte Radolfzell beringt. Jetzt sammeln sich die Jung-Adebare zum Abflug nach Afrika. Vier Wochen später folgen die Alten. Nach Aussage des Regierungspräsidium Karlsruhe Ulrich Mahler, Referat Artenschutz, brachten in diesem Jahr gut 380 Brutpaare in Baden-Württemberg an die 600 Jungen auf die Welt beziehungsweise ins Nest. Von den Jungvögeln überleben nur an die zehn Prozent den Flug in den Süden mit Rückkehr nach Europa. Die Störche werden Opfer von Überlandleitungen mit Stromtod, Zügen, Autos und Wasserreservoirs, die fälschlich als Landeplätze geortet werden. Seit den 80er Jahren unterstützt das Land Baden-Württemberg die Wiederansiedlung des Weißstorches, der 1975 fast gänzlich ausgestorben war. Führend in der Wiederansiedlung ist seit 1978 die Storchen-station des Affenbergs Salem, wo der Klapperstorch neben den Berberaffen zur Touristenattraktion geworden ist.
Spektakulär ist jedes Jahr die Beringung von Jungstörchen auf dem 37 Meter hohen Schornstein der ehemaligen Speck’ schen Fabrik in Uhldingen-Mühlhofen, wobei hier ein „Zivi“ die Ringe von einer Drehleiter mit Korb anlegt. Die Störche gehören zur Außenstation des Affenbergs Salem, wozu auch „Maxi“ gehört. Dem Weißstorch wurde im Jahr 1999 als weltweit erster Vogel eine GPS-Antenne in das Gefieder gepflanzt. Das Projekt mit anfänglich 24 Störchen geht von dem Naturwissenschaftlichen Museum Fribourg in der Schweiz aus, die Via Satellit den Flug des Vogels bis nach Afrika verfolgen. Seit sechs Jahren nistet „Maxi“, benannt nach dem bekannten Schweizer Ornithologen Max Bloesch, am Bodensee. War es einst im Touristenareal auf dem Affenberg Salem mit einer Live-Schaltung per Video-Kamera, ist es jetzt ein Telegraphenmast in Tüfingen. Hier ist sie seit dem Jahre 2002 „nesttreu“, wobei es in diesem Jahr drei verschiedene Partner gab, dabei hat sich der „Alte“ vom letzten Jahr durchgesetzt. 19 Junge hat Maxi bisher aufgezogen.
Die Wiederansiedlung des Storches am Bodensee geht auf dem Affenberg Salem 1978 mit einem „Meister Adebar“ aus dem Baseler Zoo sowie dem Elsass zurück. Bereits vier Jahre später zogen vier Brutpaare 16 Junge groß. In diesem Jahr nisteten auf dem Affenberg Salem mit Hofgut Mendlishausen sowie Bäumen 18 Brutpaare. In den Außenstationen mit Gemeinden Tüfingen, Frickingen, Mimmenhausen, Daisendorf, Grasbeuren und Deisendorf waren es 20 Brutpaare. Die 105 Jungen sind ein absolut Rekord. Für die Störche gibt es zweimal am Tag, um 11 und 16,45 Uhr auf dem Affenberg Salem eine Zufütterung mit Eintagskücken und Fischlein. Das eigentliche Futter holt sich der Weißstorch mit Insekten, Würmern, Schnecken bis Mäusen aus Feuchtgebieten sowie vom Feld.
Jetzt ist täglich mit dem Abflug der Jungstörche nach Afrika, mit Route über Frankreich, Spanien und Gibraltar zu rechnen. Die weitesten Rückmeldungen kommen aus gut 5000 Kilometern Entfernung aus Ghana, Mali oder Senegal. Hier bleiben die Störche an die drei Jahre bis sie geschlechtsreif sind. Keiner der staksigen Großvögel kehrt im Gegensatz zu den Alten an den Bodensee zurück. Von den gut 380 Brutpaaren in diesem Jahr, so Dr. Roland Hilgartner vom Affenberg Salem, ist jeder sechste beziehungsweise siebente Partner ein Weißstorch vom Affenberg Salem.
Adresse
Affenberg Salem-Mendlishausen GmbH
D- 88682 Salem
Telefon 0049-Â (0)7553- 381
Telefax 0049-(0)7553- 6454
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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