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Schweizer „Hampi“ ist Wilhelm Tell unter den Rauchern

2. November 2007 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GASTRO-FÜHRER BODENSEE, KONSTANZ, MEDIEN, POLITIK, RECHT, SOZIALES

- Bußgeldbescheid wegen Weigerung der Personenangabe –
– keine Strafe wegen Verstoß gegen das Nichtrauchergesetz –
– Konstanzer Einraum- Wirte sind bereit auf die Straße zu gehen –

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KONSTANZ. fsf/ Zum „Wilhelm Tell“ der Raucher ist der Schweizer Hanspeter Müller aus Kreuzlingen avanciert. Vom Konstanzer Ordnungsamt hat er einen Bußgeldbescheid in Höhe von 72,63 Euro wegen Verweigerung der Personalien gegenüber der deutschen Polizei erhalten und nicht wegen Verstoß gegen das Nichtrauchergesetz. Es ist der gleiche Betrag, der ihm am 8. Oktober bei der Kontrolle in der Beize „Täuble“, abgenommen wurde. Während die anderen Gäste ihre Ziga- retten ängstlich zerdrückten, sich einer sogar verbrannte, steckte sich der 66-jährige pensi- onierte Fuhrunter-nehmer demonstrativ eine Zweite an. Als er dann von der Polizei der Schweizer Grenzwacht zur Personenkontrolle übergeben wurde, war „Hampi“, wie er in seiner Stammkneipe genannt wird, abrupt stocknüchtern und in den nächsten Tagen der Aufmacher in internationalen Medien „Schweizer Raucher aus Konstanz abge- schoben“.

Der „Täuble“- Wirt Georg Hermanutz: „Hampi ist seit elf Jahren mein Stammgast und ist wie 95 Prozent der Gäste ein Raucher. Ich kann raucher-protest-2-2-015_1diesen das Rauchen nicht verbieten, sie nicht entmündigen, es ver- stößt für mich gegen die Würde eines erwachsenen Menschen“. Er führt weiter aus, dass für die Raucher zwischen 50 und 80 Jahren die Ruppaner- Kneipe Ecke Schnetztor ihr „Wohnzimmer“ ist. Es sind Alleinstehende , Rentner, Hartz IV –Empfänger und Kranke mit Gehhilfe ,oder Gäste die einfach plauschen wollen. Hier finden sie ihre Ansprache. Dabei ist „Onkel Georg“, wie er von seinen Gästen genannt wird, mit längster Theke in Konstanz, ein geduldiger Zuhörer. Im Ausschank hat er 12 Biersorten …“und dazu gehört nun einmal die Zigarette“.Ein Abtrennen der 80 qm Beize mit gut 60 Sitzplätzen in einen Nichtraucherbereich, ist nach Aussage von Hermanutz, nicht möglich. Bei strikter Umsetzung des Nich- trauchergesetzes, so der 51-jährige Wirt, bin ich ruiniert und die Gäste verlieren ihr soziales Umfeld, ihr Zuhause. Mit gleicher Aussage protestieren mittlerweile in Konstanz an die zehn Beizen. Sie sind bereit für ihre Gäste und eigene Existenz auf die Straße zu gehen. Für sie ist es Fünf vor Zwölf.

Dass es für den Wirt Georg Hermanutz um das Ganze geht, demons- triert er mit einem Bierkrug mit einer angeklebten Zigaretten- packung. Am Henkel hat er eine Handschelle befestigt. Sollte er von der Polizei in Beugehaft genommen werden, will er sich an der „Not- ration“ Alk und Zigaretten anketten, ist er doch selbst ein starker Raucher.

Der Konstanzer Raucherprotest ist mittlerweile bundesweite Vorgabe gegen das Nichtrauchergesetz, vom Bodensee bis an die Waterkant .

Bild: (C) Fritjof Schultz – Friese

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