Schwere Sturmschäden bei Pfahlbauten Unteruhldingen
27. Mai 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, ARCHÄOLOGIE, BOULEVARD, GESCHICHTE, PFAHLBAUTEN UNTERUHLDINGEN, TOURISMUS, UMWELT, WETTER„Steinzeit -Uhldi” Mathias Krauss muss sich neues Zuhause suchen –
Dach Birnau abgedeckt sowie Segler im Naturschutzgebiet gestrandet

UNTERUHLDINGEN / BIRNAU. fsf / Der Orkan über der Bodensee-Region hat bei den Pfahlbauten Unteruhldingen schwere Sturmschäden angerichtet. Mit 14 Windstärken von über 158 Stunden- kilometern hat er das Zuhause von „Steinzeit- Uhldi” Mathias Krauss der Hornstaader Kultur um 4000 v. Chr. sprichwörtlich platt gemacht und ins Wasser gedrückt. Die Rekonstruktion ist nicht mehr reparabel und soll als Forschungsprojekt im zerstörten Zustand bis Frühjahr erhalten beleiben und dann wieder ausgegraben werden. In Schieflage ist des weiteres das Bronzegießer-Haus der Steinzeit um 1100 v. Chr. von Rietschachen / Bad Buchau sowie das Arbon-Haus (Schweiz) 3.300 v. Chr. Die beiden Rekonstruktionen von 1931 sowie 1998 müssen von Grund auf saniert werden. Der Leiter der Pfahlbauten Unteruhldingen Dr. Gunter Schöbel: „Der Orkan Lothar war im Dezember 1999 dagegen bescheiden, da gab es nur Schilfschäden an den Dächern.
1996 wurde mit dass Hornstaader- „Maus-Haus” mit der TV -Kindersendung eingeweiht. Vermittelt werden sollte der Hausbau der Steinzeit vom Baumschlag, Gerüst / Dachfirst bis zur Lehmwandung bis Boden. 1999 zog der Esslinger Ex- Physikstudent Mathias Krauss als „Steinzeit- Uhldi” in das 21 qm Haus ein. An die zehn Jahre wurde sein Alltag von Wohnen bis Nahrung von der Wissenschaft verfolgt. Vor der erfolgreichen SWR- Sendung „Living Science – Das Experiment: Leben wie vor 5000 Jahren” lebte der Aussteiger die Steinzeit. Im Sommer ließ er sich von Mücken zerstechen und im Winter wärmte er sich an der Feuerstelle im Haus.
Das Haus der Hornstaader- Kultur auf der Höri gehört zur archäologischen Grabung des Landesdenkmalamtes von 1979 bis 1990 wobei zwei Dörfer mit über 40 Häusern der Steinzeit um 4000 v. Chr. ausgegraben wurden.

In Nachbarschaft der Pfahlbauten strandete bei aufkommendem Orkan ein Segler im ältesten Naturschutzgebiet am Bodensee, der Seefelder-Ach. Ein Touristenschiff der BSB versuchte den Havarierten beziehungsweise die Besatzung mit der Längsseite zu retten. Bei der Klosterkirche Birnau wurde das Kupferdach vom Kiosk abgedeckt sowie zwei Autos durch schwere Äste beschädigt.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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