Hafenkrieg zwischen Konstanz und Lindau scheint beendet
24. Oktober 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, GESCHICHTE, KONSTANZ, LINDAU, TOURISMUS2003 kauften Stadtwerke Konstanz von der Deutschen Bahn Immobilien und Schiffe -
Seit sechs Jahren kämpft Lindau um Vorkaufsrecht für ihre historische Hafen-Anlage

KONSTANZ / LINDAU. fsf / Der Hafenkrieg zwischen Konstanz und Lindau scheint beendet. Im Jahre 2003 kauften die Stadtwerke Konstanz, eigenständige GmbH, von der Deutschen Bahn für 12,5 Millionen Euro 12 Hafenanlagen am Bodensee nebst Immobilien sowie 15,5 Schiffe zum Schnäppchenpreis. Dabei der weltbekannte Lin-dauer Hafen mit Löwe und Leuchtturm. Die Stadt Lindau legte mit Oberbürgermeister Petra Meier to Bernd Seidl fristgerecht nach Paragraph 24 BauGB ihr Vorkaufsrecht ein. Sechs Jahre wurde um die historische Hafenanlage mit Löwe und Leuchtturm gestritten. Der Gang vor das Oberverwaltungsgericht war gewiss. Jetzt scheint ein Kompromiss gefunden. Die Kontrahenten haben zu Mittwoch 28. Oktober auf das Motorschiff „MS Karlsruhe“ im Lindauer Hafen geladen. Als sicher scheint, dass sich die Parteien auf ein Nutzungsrecht für die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), zuge-hörig den Stadtwerken Konstanz, geeinigt haben. Zur Disposition steht dem weiteren eine Kaufsumme von 1,8 Millionen Euro.
Den Lindauer Bürgern ist ihre historische Ha- fenlange heilig, hierfür würden sie einen See- krieg unter Anführung von „Mutter Courage“, der erfolgreichen Oberbürgermeisterin Petra Meier to Bernd Seidl, riskieren. Gebaut wurde der Hafen im Jahre 1812 vom bayerischen König Maximilian I. und vom Sohn König Maximilian II. im Jahre 1854 vollendet. Von See grüßt der sechs Meter hohe Bayerische Löwe mit Wappen und der 33 Meter hohen Leuchtturm. Die Hafenanlage mit 46.000 qm gilt als schönste am Bodensee. In der weltweit bekannten Kulisse legen in der Saison täglich an die 30 Touristenschiffe aus den Anrainerländern mit gut 350.000 Pas- sagieren jährlich an. Die Tourist- Information spricht von über einer Millionen Tagesgästen im Jahr, die auf der Promenade zwischen Gotik, Renaissance bis Barock flanieren. Die Hafenanlage ist sprichwörtlich das „Filet- stück“, die „Ansichtskarte“ der bayerischen Bodensee-Metropole.
Entrüstet ist die Lindauer Oberbürgermeis- terin Petra Meier to Bernd-Seidl über das Angebot der Stadtwerke Konstanz den bayerischen Löwen auf der Mole, gebaut von dem königlichen Steinmetz Prof. Johann Halbig für einen symbolischen Euro zu kaufen. Ihre wörtliche Antwort: „Ein Löwe braucht ein Gehege und das ist in diesem Falle der Lindauer Hafen“. Am Mittwoch fällt hierüber die Entscheidung, wobei die Siegerin mit Oberbürgermeisterin Petra Meier to Bernd-Seidl schon feststeht.
Im Bild die Lindauer Oberbürgermeisterin Petra Meier to Bernd-Seidl mit Portrait des Bayerischen Königs Maximilian I., dem Erbauer des Lindauer Hafens.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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