Sipplingen bekommt drittes Naturbad am Bodenseei
30. Januar 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, NATUR, WASSERTEMPERATUR BODENSEESeit 1987 „Das schöne Dorf am See“ –
Mit Bürgermeister Anselm Neher kam der Innovationsschub-

SIPPLINGEN. fsf/ Nach Hagnau und Unteruhldingen bekommt Sipplingen am Überlinger See das dritte Naturbad am Bodensee. Ab der Saison 2008 heißt es „Eintritt frei“. In die Renaturierung des 6000 qm Strandbades aus den 50er Jahren investieren das Land und die Gemeinde über 220.000 Euro. Zwei private Investoren sowie ein Betreiber investieren noch einmal an die 700.000 Euro in eine neue Gastronomie. Mit dem frei zugänglichen Naturbad wurden seit 1989 über 1, 5 Kilometer Ufer, einst eine Betonpromenade, zu einer Flachwasserzone renaturiert. Mit dem Naturbad will Sipplingen, 1987 „Das schöne Dorf am See“ ausgezeichnet, ordentlich im Tourismus punkten.
Die Idylle „pur“ wird nach Planung des Landschaftsarchitekten Rene Fregin aus Herdwangen das Naturbad Sipplingen. Seit Frühjahr 2007 wird das einstige Strandbad renaturiert, wobei das Ufermauerwerk sowie Treppe zertrümmert und mit über 5000 Kubik Kies aus Pfullendorf und Singen zugedeckt wurden. 200 Meter Rohrschacher Sand- Sitzsteine terrassieren das 6000 qm Naturbad mit einer gut 4000 qm Liegewiese mit drei Umkleidekabinen sowie zwei Duschen, einem gepflasterten Wasserspielplatz in Form eines Groppen- Fisches mit einem Zieh- und Stauwerk, Wasserglocke und Rad, einem gut 12 x 5 Meter Fischerkutter, Sandkasten und einer Flachwasser- Badezone aus kleinsten Kiessteinen. Gepflanzt wurden Silberweiden und ein hoch wachsender Gräsergarten angelegt. Ein 40 Mater langer Steg mit einer Ponton- Sonnenbadeplattform von 9 x 5 Meter führt in den See. Um die Idylle zu vervollkommnen wird der Hornle- Bach mit einer Brücke zur Gastronomie mit 80 Innen- sowie 100 Außenplätzen mit einer großen Terrasse freigelegt. Die Kosten für das Natur- Erlebnisbad liegen bei 220.000 Euro, wovon die Gemeinde gut 70.000 Euro übernimmt, das Land Baden-Württemberg 75.000 Euro aus Mitteln „Umweltprogramm Bodenseeraum“ und gut 75.000 Euro aus Lotterie- und Glückspiel.
Unter dem einstigen Bürger- meister Kurt Binder wurde 1989/90 die 500 Meter lange Promenade in Sipplingen rena- turiert, zu einer Zeit wo eine Bürgerinitiative aus der Höri- Gemeinde Gaienhofen gegen derartige Planung am Bodensee revoltierte. Sie argumentierten, dass durch die Flachwasser- zonen der Bodensee zur „Müll- kippe“ verkommt. Die Wasser- wirtschaftsämter, das Seenfor- schungsinstitut sowie Umwelt- schutzverbände hielten dage- gen: Durch die Flachwasser- zonen können die Wellenberge auslaufen, womit die Erosion gestoppt wird, des weiteres wird mehr Sauerstoff angereichert und gilt als Laichplatz für Fische. Der heutige Sipplinger Bürgermeister Anselm Neher, seit dem Jahre 2001 im Amt; ist ein Verfechter der Flachwasserzonen, wobei für ihn die Promenade und das Naturbad oberste Priorität hat. Nach Jahren Stillstand gibt er der Gemeinde Sipplingen einen Innovationsschub als touristische Perle am Bodensee, wobei Auszeichnungen anstehen.
Im Bild der Landschaftsarchitekt Rene Fregin (rechts) und Bürgermeister Anselm Neher (links).
Bild: (C) Fritjof Schultz – Friese
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