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Skulpturenwettbewerb „Artist at Work“ auf der Mainau

14. Juni 2010 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, HOBBY, INSEL MAINAU, KUNST UND KULTUR, TOURISMUS

Auktionator Karrenbauer versteigert Kunstwerke am 16. Juni zu Gunsten Internationalem Kinderhilfswerk



MAINAU. red./ Es wurde gehämmert, gegossen und modelliert: während der vergangenen Woche gestalteten 10 junge Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und der Schweiz Skulpturen aus Sandsteinbeton vor den Augen der Mainau-Besucher. Am gestrigen Sonntag, 13. Juni 2010, wurden die Sieger des Wettbewerbs durch eine Fachjury ermittelt und geehrt. Ziel des Wettbewerbs war es, Ideen im Umgang mit Santuro Sandsteinbeton umzusetzen und somit die künstlerische Seite dieses Baustoffs zu beleuchten. Für die Arbeiten stand den Teilnehmern der Werkstoff als zu bearbeitender Quader oder als flüssiger Beton zum Gießen eigener Formen zur Verfügung und konnte mit anderen Materialien ergänzt werden.

Von heute an werden die Kunstwerke in einer viermonatigen Ausstellung in den Parkanlagen der Mainau ausgestellt und am 16. Oktober unter der Leitung des Konstanzer Auktionshauses Karrenbauer bei einer öffentlichen Auktion versteigert. Der Erlös geht zu einem Teil an das internationale Kinderhilfswerk Plan International Deutschland. Die 4-Köpfige Jury um Prof. Ulrich Klieber, Rektor Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design in Halle, gab bei der feierlichen Preisverleihung im Palmenhaus der Insel Mainau gleich zwei erste Sieger bekannt. „Das Niveau dieses Wettbewerbs war sehr hoch und es wurden sehr unterschiedliche, interessante Ansätze umgesetzt“, begründet Klieber die Vergabe von zwei ersten Preisen.

Einen der ersten Preise erhielt die 25-jährige Lilith Becker, die an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart studiert. Sie hat sich für den Wettbewerb ein gesellschaftskritisches Konzept ausgedacht: 5 Masken, die menschliche Gesichter mit Lebensmitteln wie Eier, Wurst oder Obst im Mund zeigen, sollen uns zum Nachdenken bringen. Gehen wir mit Lebensmitteln verantwortungsvoll und bewusst um? „Diese Frage ist aktueller denn je. Um das zu begreifen, reicht der Blick in die überladenen Discounter und Supermärkte unserer Zeit“, sagt die junge Künstlerin. Sie glaubt, dass viele nicht mehr wissen, wo Lebensmittel herkommen und wie viel Arbeit in ihrer Produktion steckt. Der Titel des Kunstwerks „4/14/30/40/15“ ist ein Verweis auf den deutschen Pro-Kopf-Verbrauch der dargestellten Lebensmittel.

Der zweite erste Preis ging an den Schweizer Nachwuchskünstler Ramon Feller, der an der Hochschule der Künste in Bern studiert. Hinter dem Titel „Untitled (Fünf Wort zwei Klammern)“ verbirgt sich ein Kunstwerk, das – dargestellt durch Bambusstangen – das Thema Natur und Zivilisation aufgreift. Gezeigt wird, dass die Natur sich letztlich gegen die Zivilisation durchsetzt. „Beide Kunstwerke erscheinen zunächst plakativ und einfach, werden aber immer stärker, je länger man sie betrachtet. Das ist nicht bei allen plakativen Kunstwerken der Fall“, erklärt Prof. Ulrich Klieber die Wahl der Jury.

Platz zwei belegte Annina Thomann aus St. Gallen mit einem Kunstwerk aus unterschiedlichen Gartenzwergen, Platz drei ging an Johannes Fötsch aus Halle an der Saale. Sein Entwurf „nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen“ erinnert an das bekannte Bild der Affen, die sich Ohren, Augen und Mund zuhalten.

An die Sieger wurden Preisgelder von insgesamt 3.500 Euro überreicht. „Alle Arbeiten sind fast poetisch. Hier zeigt sich wunderbar, wie Künstler quasi als Seismographen auf die Gesellschaft reagieren und dies in ihren Kunstwerken umsetzen“, freut sich der Jury-Vorsitzende über den gelungenen Wettbewerb. Der Kunstwettbewerb entstand auf Initiative von Albrecht Braun, geschäftsführender Gesellschafter der Firma „braun – Ideen aus Stein“ mit Sitz in Amstetten und Tübingen. Albrecht Braun stellt mit „Artist at Work“ den künstlerischen Umgang mit SANTURO® Sandsteinbeton in den Mittelpunkt. Weitere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen unterstützen den Nachwuchswettbewerb, der 1999 erstmals stattfand. Ideeller Träger des 4. Kunstwettbewerbs „Artist at Work“ ist das Europäische KulturForum Mainau e.V., Schirmherrin ist Gräfin Bettina Bernadotte.

Mitglieder der Jury sind: Prof. Ulrich Klieber, Rektor Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design in Halle, Prof. Dr. Ludger Hünnekens, Rektor Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, Dr. Barbara Stark, Leiterin Städtische Wessenberg-Galerie in Konstanz, und Hans Thomann, Künstler aus St. Gallen. Zu den Sponsoren von „Artist at Work“ gehören: braun- Ideen aus Stein, Mainau GmbH, Dyckerhoff AG, Harold Scholz & Co. GmbH, BetonMarketing Süd GmbH, Badische Staatsbrauerei Rothaus AG, NOE-Schaltechnik Georg Meyer-Keller GmbH + Co. KG, Nagel Baumaschinen Ulm GmbH, Mediaplan Bader GmbH, Medienservice Laupheim und Mareis Druck Weißenhorn.

Die Kunstwerke des Wettbewerbs „Artist at Work“ sind noch bis zum 16. Oktober im Mainau-Park zu sehen.

Bild:  Mainau Presse

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