Sozialdemokraten: „Einen symbolischen Euro für Schloss Salem“
24. Februar 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, FRIEDRICHSHAFEN, GESCHICHTE, KUNST UND KULTUR, POLITIK, RECHT, SALEM, TOURISMUSLandesregierung BW will bei Plenarsitzung Kaufvertrag mit Haus Baden offenlegen –
Seine Königliche Hoheit bleibt Besitzer von Prälatur mit 3500 Quadratmetern

SALEM / FRIEDRICHHAFEN. fsf / Nur einen symbolischen Euro will die SPD für Schloss Salem an das bankrotte Adelshaus von Baden zahlen. Sie votieren gegen die Eckpunkte der CDU- und FDP- Regierung von 60,8 Millionen Euro für das Schloss, Kunstschätze sowie Klageverzicht. Für die Sozialdemokraten ist der ausgehandelte Vertrag zu hoch und konfus. Dem Markgrafen von Baden sprechen sie ein weiteres Besitz-Wohnrecht mit 3500 Quadratmetern der Prälatur ab. Auch müssen die Kunstschätze klar deklariert werden. Zum anderen ist für sie unverständlich für einen Klageverzicht 15 Millionen Euro zu zahlen, wo die Besitzansprüche klar definiert sind. An vordesder Front kämpft im Bodenseekreis der Lantagsabgeordnete Norbert Zeller aus Friedrichshafen mit Fraktion. Seit 1988 ist der Lehrer im Landtag Baden-Württemberg mit Fachbereich Bildungspolik titätig. Mit der Fraktion fordert er Ministerpräsident Günther Oettinger zur Auskunft über die Gesamtimmobilie von Schloss Salem sowie weitere Nutzung durch das markgräfliche Haus wie die Weinkellerei und andere auf. Was die Eliteschule Schloss Salem betrifft sieht Norbert Zeller keinen Handlungsbedarf. Die Gründerschule von Prinz Max von Baden sowie Kurt Hahn ist auf 88 weitere Jahre Mieter im Schloss, wobei der Vertrag notariell festgeschrieben ist.
Für das Land Baden-Württemberg ist Schloss Salem, gegründet im Jahre 1134 als Zisterzienser-Abtei, 1802 säkularisiert durch Kaiser Napoleon, die 53. historische Immobilie einstiger Feudalherren. Seit 1. Januar 1987 sind die Schlösser, Klöster, Burgen, Ruinen und Gärten Teil der Staatlichen Vermögens- Hochbauverwaltung mit Referat „Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG)”. Hierzu gehören Schloss Heidelberg, Barockschloss Mannheim, die kurfürstliche Sommerresidenz Schloss Schwetzingen, Burg Hohenzollern sowie das Fürstenhäusle in Meersburg, wo die große deutsche Dichterin Annette von Droste- Hülshoff ihre Verse schrieb.
Das markgräfliche Haus Baden erhielt Schloss Salem 1802 nach Vertreibung der Mönche für linksrheinische Güter, wobei Karlsruhe weiterhin die Residenzstadt blieb.
Bei der Plenarsitzung am 18. Und 19. März in Stuttgart wollen die Sozial- demokraten – und hier entscheidend Norbert Zeller für den Bodenseekreis -, die Regierung Oettinger auffordern, Fakten zum ausgehandelten Kauf von Schloss Salem auf den Tisch zu legen. Sie fordern die Einsicht in die Inventarliste der gekauften Kunst- schätze sowie Information was im Besitz des Hauses Badens bleibt. Strikt lehnen sie ein verbleibendes Teileigentum der Schlossanlage, wie der Prälatur, an das markgräfliche Haus wozu angeblich Hof- und Parkanlagen gehören, ab. Auch muss im Vertrag das Vorkaufsrecht, der Verkehrswert, für die Immobilie abgeklärt werden. Der SPD -Landtagsabgeordnete Norbert Zeller: „Den Kauf von Schloss Salem entscheidet die Regierungsmehrheit von CDU und FDP mit 84 Stimmen von 139, wobei wir von der SPD mit 38 Sitzen im Finanzausschuss gegen die Kaufsumme gestimmt haben. Wir sind grundsätzlich für den Kauf, doch nicht in der Höhe. Auch sind bis heute nicht die Folgekosten sowie der Sanierungsbedarf von Schloss Salem bekannt.”
Info über “Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) unter: www.schloesser-und-gaerten.de
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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