Sturmschäden bei Pfahlbauten mit ungarischem Schilf geflickt
2. Oktober 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, ARCHÄOLOGIE, GESCHICHTE, PFAHLBAUTEN UNTERUHLDINGEN, TOURISMUSOrkan „Felix“ machte „Steinzeit- Uhldis“ Haus der Hornstaader- Kultur platt –
Rekonstruktion bleibt als archäologisches Experiment bis nächstem Jahr liegen

UNTERUHLDINGEN. fsf/ Das Team Winfred Preuß und Olaf Zander aus Lüneburg reparieren derzeit bei den weltbekannten Pfahlbauten Unteruhldingen am Bodensee, dem ältesten und größten archäologischen Freilichtmuseum in Europa, die Schilfdächer der Stein- und Bronzezeit. Am 26. Mai dieses Jahres peitsche Orkan „Felix“ mit über 158 Stundenkilometern gleich 14 Windstärken über Teile der Bodenseeregion. In Konstanz fielen tennisballgroße Hagelkörner und wurden die Straßen zu Bächen. Für die Winzer heißt es vielfach Totalschaden. Die jungen Triebe wurden förmlich zerfetzt. Für „Steinzeit- Uhldi“ Mathias Krauss von den Pfahlbauten Unteruhldingen hieß es heimatlos. Der Orkan machte das Haus der Hornstaader- Kultur, Rekonstruktion aus dem Jahre 4000 Jahre v. Chr., sprichwörtlich platt. Über Jahre hatte hier der Experimental-Archäologe in den Sommermonaten gewohnt. Das Arbon- Nachbarhaus (300 v. Chr.) wurde baufällig.
Gegenüber dem Orkan „Felix“ sind die winterlichen Stürme am Bodensee mit 10 bis maximal 12 Windstärken geradezu bescheiden.
Hierzu gehören auch „Wiebke“ 1990 und „Lothar“ 1999. Der Orkan am 26. Mai aus Richtung Schweiz, dem Thurgau, trieb eine Schneise von Zerstörung über Regionen am Bodensee, wobei andere Teile gänzlich verschont blieben. Sprechen die Winzer in Konstanz, Meersburg und Hagnau von Totalausfall gehen andere, wie Graf Wilderich von Bod- man mit der Kaiserpfalz, in die Lese.
Für „Steinzeit- Uhldi“ Mathias Krauß, dem Physikaussteiger aus Esslingen war der Som- mer heimatlos, ansonsten lebte er in der Zeit in seinem luftigen Stenzeithaus und ließ sich von Mücken zerstechen. Für den Leiter der Pfahlbauten Unteruhldingen Dr. Gunter Schöbel heißt es derzeit Bestandaufnahme der Schäden, was ist von der Versicherung gedeckt?
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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