Traditionelle Kinderstube für Bodensee-Barsche wiederentdeckt
22. Dezember 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, PFAHLBAUTEN UNTERUHLDINGENUnteruhldinger Fischer setzen mit Pfahlbauten Fischreiser -
Schon die Kelten setzten auf natürlich Aufzucht und Fischfang
UNTERUHLDINGEN / BODENSEE. fsf / Zurück zu den Vätern der Bodenfischer probieren die Unteruhldinger Fischer in Zusammenarbeit mit den Pfahlbauten. Vor der Kulisse der Stein- und Bronzezeit haben sie in der Flachwasserzone vor dem Naturschutzgebiet Seefelder Aach sogenannte Fischreiser errichtet. Es sind Stangen zwischen die Reisig geflochten wird. Beim normalen Wasserstand des Bodensees, gut zwei Meter höher als im Winter, stehen die Reiser unter Wasser und sind Kinderstube für Barsche (Kretzer / Egli) und andere Weißfische wie Karpfen, die hier im Frühjahr ihre Laichbänder ablegen. Die Reiser wurden letztmalig vor 30 Jahren am Bodensee gesetzt und waren völlig in Vergessenheit geraten. Datierungen belegen, dass die Kelten vor gut 2700 Jahren Reiser in Oberschwaben und am Bodensee als Aufzucht und Fischfangeinrichtung gesetzt haben. Das staatliche Seenforschungsinstitut Langenargen (ISF) hat im Obersee 59 alte Fischreiser gezählt, wobei es am Bodensee noch rund 200 geben soll. Während die Barsche, der zweite Brotfisch der Fischer natürlich ablaichen, wird das Bodenseefelchen in Fischbrutanstalten seit dem 19. Jahrhundert durch die Anrainerländer künstlich hochgepäppelt. Die Fangergebnisse lagen im Jahr 2007 beim Bodenseefelchen bei 252 Tonen und beim Barsch bei 62 Tonnen.
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