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Pfahlbauten

Tarot-Stele der weltweit ersten Kunstgrenze wird internationaler Preis

1. März 2009 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, KONSTANZ, KUNST UND KULTUR, POLITIK, PROMIS

Österreichische Johanna von Pfirt-Gesellschaft schreibt europäischen Wettbewerb aus -
Nach „Gerechtigkeit” jetzt der „Magier” von Johannes Dörflinger hochkarätige Auszeichnung

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KONSTANZ / PURGSTALL A. D. ERLAUF.fsf/ Für 2010 wird die Tarot-Stele der „Magier” der weltweit ersten Kunstgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz zur internationalen Auszeichnung im europäischen Wettbewerb „Grenzen fließen”. Die „Johanna von Pfirt-Gesellschaft” mit Hauptsitz im österreichischen Purgstall an der Erlauf lobt den Preis für Aufarbeitung „im Geschichts-, Kultur-, Rechts und Naturraum der ehemaligen Vorlande am Rhein und der Donau-Monarchie, ihre Bedeutung und ihr Einfluss auf ein Europa der Regionen und seiner Bürger in Gegenwart und Zukunft” aus. Die geschichtsträchtige Arbeit kann als Kulturaktion, als Print-Medium oder Film sowie eines Kunstwerkes beziehungsweise Ausstellung umgesetzt werden. Als hochkarätig gilt hierbei der Preis, die Tarot-Stele der „Magier” in Sterling-Silber, der auf einer Ummantelung gleich einer Madonna mit Perlen für Gesichter steht. Die Trophäe, gut 15 Zentimeter groß, wird im Jahre 2010 in Niederösterreich in Krems an der Donau vergeben. Damit wird zum zweiten Mal eine Tarot-Stele des international bekannten Künstlers Johannes Dörflingers aus Konstanz zu einer hochkarätigen Preistrophäe. Im letzten Jahr hatte die Kommende Dortmund die Skulptur „Gerechtigkeit” als Unternehmerpreis vergeben. Die weltweit erste Kunstgrenze, 22 Tarot-Skulpturen acht Meter hoch auf 300 Metern, wurde im April 2007 auf der EU-Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz, der Städte Konstanz und Kreuzlingen, eingeweiht.

dorflinger-wessenberg-028-p1-_1Professor Peter Heinrich von Wessenberg aus dem öster- reichischen Purgstall an der Erlauf trägt einen bekannten adeligen Namen. Das Geschlecht geht bis ins 11. bis 14. Jahrhundert im schweizerischen Aargau sowie 14. bis 19. Jahrhundert im Sundgau und Breisgau zurück. Zu den präg- nantesten Personen der Zeitge- schichte gehörte der Theologe und Kunstförderer Ignaz Heinrich von Wessenberg, der im Jahre 1802 in Konstanz zum Generalvikar gewählt und 1817 zum Bistumsverweser ernannt wurde und dieses Amt gegen den Widerstand von Papst Pius VII bis 1827 ausübte. Der Theologe galt als forschrittlich und aufgeklärt. Er räumte innerhalb der Kirche mit abergläubischem Mum- menschanz und überflüssigem religiösem Brauchtum auf. Stieß er anfangs auf Widerstand bekam er zunehmend Rückhalt aus dem Klerus. In Konstanz sind nach dem Theologen, gestorben 1860, eine Bibliothek sowie Straße sowie Haus benannt.
Als Nachfahren gründeten die Professoren Peter Heinrich und Brigitte von Wessenberg vor acht Jahren in der Schweiz die Wessenberg- Akademie, wobei es hier um eine Plattform für grenzüberschreitende Geschichtsforschung, um ein offenes Gesprächsforum, ohne Mitgliedschaft und Statuten oder rechtliche Bedingungen geht. Gepflegt werden soll der Kontakt zwischen Personen aus dem Alltag sowie Bildungswelten wie wissenschaftlichen Instituten, Museen und Archiven für einen Wandel zu einem europäischen Geschichtsbewußtsein.

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Letzes Jahr haben Professor Peter Heinrich von Wessenberg mit Professor Dr. Ferdinand Graf Kinsky (aus Nizza und Prag) die „Johanna von Pfirt-Gesellschaft” mit hochkarätigen Mitgliedern aus Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz gegründet. Unter ihnen Nationalrat ÖkR Karl Donabauer (Niederösterreich), Dr. Michael Habsburg-Lothringen (Wien), Abt Mag. Michael Prohazka (Klöster an der Grenze) Univ. Dr. Karl Brunner (Uni Wien), Univ. Prof. Dr. Alois Niederstetter (Bregenz/Innsbruck), Dr. Stephan Graf von Bethlen (Budapest), Univ. Doz. Dr. Philippe Nuss (Uni Straßburg), Dr. Andre Paul Weber (europäischer Kultur-Preisträger 2007), Dir. Andrea Voellmin (Staatsarchiv Aargau), Dr. Wolfgang Zimmermann (Landesarchiv Baden-Württemberg), Dr. Fredy Meyer (Hegau-Geschichtsverein) sowie der Konstanzer Künstler Johannes Dörflinger und andere.

Die „Johanna von Pfirt-Gesellschaft” geht namentlich auf Johanna von Pfirt, Gattin des Herzogs Albrecht II. zurück. Sie gilt als Friedensstifterin von Burgund bis in die Donau-Länder. 1336 vermittelte sie geschickt als Diplomatin den Frieden zwischen Habsburg und Luxemburg, wodurch später Habsburg Besitztümer bis an die Adria bekam.

Ein klassisches Fallbeispiel für den „Johanna von Pfirt-Preis” ist die Kulturbrücke an der österreichisch-tschechischendorflinger-wessenberg-024-p1-_1 Grenze, die die Ortschaften Fratres und Slavonice verbindet. Es ist eine Initiative zur Überwindung von Grenzen, die vom Politologen und Kunstsammler Dr. Peter Graf Coreth gegründet und geleitet wird. Ende Mai 2009 soll das Zusammenwirken von tschechischen und österreichischen Kulturpartnern mit dem Werk von Johannes Dörflinger neu belebt werden. Im Rahmen einer Veranstal-tung, die sich im Rahmen der tschechischen EU-Präsidentschaft und der Nieder- österreichischen Landesausstellung bewegt und den Titel “Kunstgrenze – Der Mensch im Beziehungsgeflecht” trägt, sollen Bilder und Objekte des Konstanzer Künstlers einen Beitrag zur “mitteleuropäischen Nachbarschaft” liefern.

Weitere Infos unter http://ferrette.mvnet.at

Im Aufmacherbild oben, in der “Galerie Geiger” Konstanz,  von links nach rechts: Ingrid Geiger, Prof.Mag. Brigitte von Wessenberg, Dr. Stephan Geiger, Prof. Peter Heinrich von Wessenberg, Johannes Dörflinger, Roland Geiger.

www.galerie-geiger.de

Bilder: Fritjof Schultz-Friese


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