„The Spirit of Dornier“ in Friedrichshafen
7. Juli 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, FLUGHAFEN, FLUGHAFEN FRIEDRICHSHAFEN, FRIEDRICHSHAFEN, MEDIEN, MOBILITY, PROMIS, REKORDE, TECHNIK, TOURISMUSMuseum von Luftschifffahrt, Raumfahrt bis Medizin öffnet am 24.Juli –
20 Original Flugzeuge von Lufthansa „Merkur” bis „Alpha-Jet” im 30 Millionen Hangar

FRIEDRICHSHAFEN. fsf/ Am 24. Juli öffnet am Flughafen Friedrichshafen das 30- Millionen-Projekt „Dornier-Museum”. Auf 5000 qm Ausstellungsfläche Pioniergeist Luftschifffahrt Claude Dornier sowie Raumfahrt bis Medizintechnik. Einen Tag vor dem „Show-Down” für die Öffentlichkeit, – erwartet werden im Jahr an die 150.000 Besucher -, ist Flugtag mit Dornier- Oldtimern. Angesagt hat sich der Do-27 Club, die Flugzeugstaffel von Red-Bull sowie Iron Dornier mit seinem legendären Wasserflugzeug Do 24. Wo heute das Museum steht standen früher die Dornier-Flugzeughallen. Sie wurden im 2. Weltkrieg total zerstört wobei die Stadt Friedrichshafen zu 90 Prozent in Schutt und Asche gelegt wurde. Vor Dornier hat die Zeppelin-Stiftung im ehemaligen Hafenbahnhof am 2. Juli 1996 das Zeppelin-Museum auf 4000 qm mit einer begehbaren Teilrekonstruktion des Zeppelins „LZ 129 Hindenburg” und Originalen aus der Luftschifffahrt eröffnet. Der Flugzeug-Konstrukteur Claude Dornier war ein Mitarbeiter von Ferdinand Graf Zeppelin bis er sich 1932 mit den Dornier-Werken selbstständig machte. Mit den Flugbooten „Wal”, „Superwal”, Do 18″ sowie dem Großraumflugzeug „Do X” mit Weltrekord 1930 von Europa, Afrika, Süd- und Nordamerika wurde er weltberühmt. 12 Propellermotoren mit knapp 8000 PS hielten den damaligen Koloss “DO X” mit einer Länge von 40 Metern mit einer Spannweite von 48 Metern in der Luft. Die Reisegeschwindigkeit für die 169 Passagiere mit 14 Mann Besatzung lagen bei 175 Stundenkilometern. Der Prototyp des Flugzeugs wurde im November 1943 im Deutschen Luftfahrtmuseum am Lehrter Bahnhof von alliierten Bombern zerstört. Im Dornier-Museum in Friedrichshafen ist eine rekonstruierte Sitzgruppe aus der luxuriösen Inneneinrichtung zu sehen.
Im Hangar, der „Hall of Fame”, des futuristi- schen Dornier-Muse- ums mit 2.500 qm, stehen 20 Dornier-Ori- ginal-Flugzeuge, die viel- fach noch flugfähig sind. Es sind Klassiker wie die DO 27, ein ein- motoriges Flugzeug, das von 1956 bis 1965 in Serie von 600 Maschi- nen gebaut wurde, wo- bei es von der deut- schen-, Schweizer- so- wie spanischen Luft- waffe eingesetzt wurde. Im Zebra-Look wurde es durch den Tierfilmer Bernhard Grzimek bekannt. Zur neueren Generation gehört der silbrige DO 31, ein Kampfzonen- Strahltransporter der 25 Tonnen-Klasse. Ein Top-Nachbau ist die DO-B „Merkur” aus dem Jahre 1927 der deutschen Lufthansa. Es ist weltweit eines der ersten Passagierflugzeuge. Das Flugzeug wurde in Ungarn nach rund 2800 Einzelzeichnungen rekonstruiert. Neben nostalgischen Flugzeugen, die vielfach Geschichte geschrieben haben stehen Aufklärungsdrohnen der Bundeswehr sowie Satteliten aus der Raumfahrt.
Kernstück der Dauerausstellung ist die so genannte Museumsbox auf über 1000 qm, in der die Geschichte des Unternehmens präsentiert wird. Hierzu gehören die ersten Dornier- Flugzeuge im Modell sowie Sektionen über die Gründer- und Nachkriegsjahre. Nicht verschwiegen wird die Rüstungsproduktion für Hitler-Deutschland. Auf Wandtexten und Bildern sowie auf Tonband kommen einstige Zwangsarbeiter zu Wort. Die Dornie-Nachfahren offenbaren die Werksgeschichte im Dritten Reich.
Finanziers des 30 Millionen Euro teuren Dornies-Museums sind der älteste lebende Sohn des Flugpioniers, der
82-jährige Silvius Dornier aus Familienver-mögen, die Dornier-Stiftung sowie der Dornier-Hauptgesell- schafter Daimler. Nach dreijähriger Bauzeit, mit Planung durch das Münchner Architekten- büro Allmann- Sattler-Wappner, steht der fu- turistische Bau vor der Vollendung. Am Eröff- nungsabend wird der bekannte amerikani- sche Avantgardekünst- ler und Flugenthusiast James Turrell die Ost- fassade als LED- Kunstwerk illuminieren.
Projektleiter des Dornier-Museum ist seit vier Jahren Claudius Dornier, der Sohn von Silvius Dornier. Der 40-jährige ehemalige Art-Direktor Claudius Dornier ist zugleich Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Museums. Direktorin des Museums ist Christina Becker, frühere Projektleiterin der Porsche Museen, gelernte Wirtschaftsingenieurin sowie Unternehmerberaterin. Nach ihrer Aussage ist die Leitung des Dornier-Museum in Friedrichshafen eine spannende Aufgabe, auf die sie sich freut.
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Im Aufmacherbild oben Projektleiter Claudius Dornier sowie Museumsdirektorin Christina Becker.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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